Jahrgang 
1-26 (1867)
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6710

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Vierte

matte, lebende Katharine, welche ängſtlich vor den vielen Leuten ihr Köpfchen an ſeinem Halſe verſteckte, dann aber, ihre faſt lebloſe Mutter erkennend, bitterlich zu weinen be⸗ ann.

n Edmund eilte zum Bett ſeiner leidenden Gebieterin und legte ihr das ſchluchzende Kind in den Arm, dann fiel er vor Hewet auf die Kniee, ergriff ſeine Hand, küßte ſie und ſtammelte:O verzeiht, lieber einziger Herr, daß ich Euch heute das ganze ſchöne Webſtück verdorben habe!

Webeſtück? Knabe, ſteh' auf, ich bitte Dich! rief Sir William.Leute, ſeid ſo barmherzig, helft meinen armen Sinnen! Wie kam das Unglück, wie ward mein Kind gerettet?

Faßt Euch, theuer Freund, nahm Herzog Dorſet be⸗ wegt das Wort,nächſt Gott verdankt Ihr dem armen Jungen Eures Kindes Leben. Dieſe drei braven Schiffer hier be⸗ fanden ſich gleich nach dem Unglück öſtlich vom Tower und der Verräthersbrücke auf der Green⸗Bank, wo ſie Kohlen ausluden. Einem von Ihnen war eine Kreuzſtange in's Waſſer gefallen, und um ſie in der treibenden Fluth nicht zu verlieren, rief er ſeine Genoſſen haſtig in den Kahn. Eben wollten ſie abſtoßen, als zwei Köpfe, dann ein Menſchen⸗ arm ſich dicht vor ihnen im Waſſer erhoben und

Da, Sir Hewet, mit Euer Herrlichkeit Erlaubniß, fiel markig der Matroſe ein,ließen wir die Stange zum Teufel fahren und griffen nach den Menſchen. Hallihoi, wir hatten ſie! Aufgeholt, huſſa! Und da kams über's Waſſer, der bleiche Junge, der nur den einen Arm frei hatte, denn mit dem andern hielt er das kleine Ding, wie ein Kätzchen an ſeine Bruſt geklammert. Wir meinten wohl, ſie ſeien doch alle Beide todt, aber unſer Herr, Maſter Swynt wißt Ihr, verſtand das Ding beſſer, und da habt Ihr ſie.

Mein Kind! Ich habe mein Kind wieder, guter Gott! jauchzte Hewet und ſank auf die Kniee an's Bett ſeiner Frau, die unter der Kleinen Küſſen und Thränen zum Leben zurück, zum Bewußtſein ihres Glückes gekommen war und ſtammelnd betete. Als der Moment erſter überwältigender Freude vorüber war, fragte Hewet, dem Alles wie ein Traum ſchien: Aber Edmund, wie kam denn das Unglück? Wie faßteſt

Du denn den Entſchluß, das Kind zu retten?

Ach, Herr, ich weiß es gar nicht; ich faßte nichts als das Kind. Den Abend brauſten die Waſſer gar ſo ſehr und die Frau war oben auf der Zinne und die Magd trug Miß Kate. Da wurde mir ſo gräßlich Angſt, daß ich die ganze Webe verdarb. Ich mußte durchaus hinauf zu Miß Kate, und rannte, ich weiß nicht wie, empor. Als ich auf die Plattform komme, höre ich einen gräßlichen Schrei, ſehe Etwas fallen und Miß Kate iſt fort. Gott empfahl ich meine Seele, ſtürze herzu, hinab, und da greif' ich's, weich, ein Aermchen, einen Leib. Im Nu hängt's an mir! Gottes Gnade, ich hab' ſie! denke ich, und arbeit' und arbeit' und da vergehen mir die Sinne!

Als der wackre Junge ſie nun wieder fand, und dem Matroſen liefen die Thränen über die Backen,da war auch ſein erſtes Wort: Miß Kates, ſein einziger Blick Euer Kind!

Hewet preßte ſeinen Lehrling ſtumm an die Bruſt. Ich kann Dir nicht danken, Edmund, das mag nur Gott, aber Du ſollſt allein Schuld ſein, wenn Du hienieden nicht all' des Glückes genießeſt, das dieſe muthige That verdient! Mein edler Herzog, laßt, ich bitt' Euch, dieſen wackern See⸗ leuten jedem 10 Pfund Sterling ſogleich auszahlen, die Armen von London ſollen 100 Pfund erhalten, daß ſie des glücklichen Unglückstages gedenken!

Folge.

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Jubelnd entfernten ſich die reichbeſchenkten Leute und kehrten zu dem harrenden Volke zurück.Es lebe Sir Hewet, der Tuchmacher, und ſein Lehrjunge! ſo löſte ſich in tumultuariſcher Freude die zufriedene Menge. Eine arme alte Frau nur blieb zurück, die zitternd bat, man möge ſie doch nur zu ihrem Buben bringen. Es war die Wittwe Osborne, Edmunds Mutter.

(Schluß folgt.)

Unter dem Stephansplatz.

Die zum großen Theil noch unerforſchten, aber in ge⸗ wiſſen Diſtricten ſchon tauſendfach betretenen Katakomben von Rom ſind ſo berühmt, als oftmals beſchrieben. Daß es daneben noch viele andere in der antiken Welt giebt, wurde auch ſchon mehrfach erwähnt; weniger bekannt iſt's aber, daß auch das frühe und ſpäte Mittelalter bis in die neuere Ge⸗ ſchichte hinein ſeine Katakomben hatte. Auch unter Wien be⸗ finden ſich ſolche geheimnißvolle Grüfte und der Verfaſſer der flüchtigen ReiſeſkizzenWenn Jemand eine Reiſe thut, dieſer beliebte Mime, hat ſie neuerlichſt betreten. Er erzählt über ſeinen Beſuch:

Die Erlaubniß zum Beſuche dieſer Katakomben iſt jetzt ſo ſehr erſchwert und wird von Seiten des Erzbiſchofs der dieſelbe allein zu ertheilen hat ſo ſelten gegeben, daß von hundert Wienern achtzig nicht einmal um das Daſein dieſer grauſigen Räume wiſſen und ungläubig den Kopf ſchütteln, wenn man von dieſer Unterwelt unter ihren Füßen erzählt. Es gebörte ausgebreitete Bekanntſchaft und Einfluß dazu, um einer kleinen Geſellſchaft einen ſolchen Freipaß zu verſchaffen, worauf wir im Januar dieſes Jahres, um zwei Uhr, die Wanderung in die Wohnungen der Abgeſchiedenen antraten.

Der Eingang iſt nicht, wie wir vermuthet, von der Kirche aus, ſondern derſelben gegenüber, durch eine eiſerne Thür, an welcher ich tauſendmal vorübergegangen war, ohne dieſelbe zu beachten. Ein Führer und drei Fackelträger ſollten unſere Begleiter ſein. Wir wurden angewieſen, zur Vermeidung alles Aufſehens, einzeln, in kurzen Zwiſchen⸗ räumen, in's Haus zu treten, da eine Vermuthung unſerer Abſicht uns Hunderte von Neugierigen an den Hals gezogen haben würde. Ueber eine halbverfallene Treppe kommt man in eine Art von Vorgewölbe, in welchem Sägeſpäne, Holz⸗ reſte u. ſ. w. aufgeſchichtet liegen, wie einer der Anweſenden meinte,die Rumpelkammer der Todten. Der Führer öffnet nun eine eiſerne Thüre und wir befinden uns in den Katakomben. Weder irgend ein geſchichtlicher, noch ein ande⸗ rer Anhaltspunct belehrt uns, zu welchem Zwecke dieſe noch zum großen Theil unerforſchten, ungeheuern eiſenfeſten Räume eigentlich erbaut worden ſind. Möglicherweiſe zur Benutzung als Gruft für hochgeſtellte Perſonen, dafür ſpre⸗ chen viele noch wohlerhaltene, mit koſtbarer Bildhauerarbeit geſchmückte Denkmale, dagegen aber die abnorme Ausdeh⸗ nung dieſer zahlloſen Gewölbe, wovon die bereits durch⸗ forſchten ſich ſtraßenweiſe bis zum Poſtgebäude, unter die Wollzeile hinziehen. Man weiß bereits von dem Daſein von drei übereinander ſtehenden Etagen; die dritte, tiefſte, iſt freilich größtentheils noch unbekanntes Land, nur von Jenen bewohnt, aus deren Reichkein Wandrer je zurückkehrt.

Die zahlloſen Leichen, welche dieſe Räume bergen, werden ſo hoch aufgepackt, daß erſt jüngſt beim Pflaſtern eines Vorplatzes auf dem Stephansplatze zum Entſetzen der