Jahrgang 
1-26 (1867)
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ſucht. Noch angenehmer hat uns die Friſche und jugendwarme Schwunghaftigkeit berührt, die in dem Epos ſelbſt herrſcht. Sogar eine gewiſſe Breite der Ausführung iſt lobenswerth, denn ſie giebt dieſer Dichtungsgattung den Kern geſunder behaglicher Rea⸗ liſtik. Wohl aber möchten wir den für Farben⸗ ſchmelz und muſtikaliſchen Wohlklang ſehr empfäng⸗ lichen Dichter das Element der Schilderung nicht zu nahe zu jener Grenze führen ſehen, wo die Schilderung Selbſtzweck wird und leicht in das Gebiet der Phraſe und Schönrednerei hinübergreift, um ſich zu ihrem Schmuck ſprachliche Knospen und Blüthen zu brechen.

Folge. 345

Ein ächter Dichter wird oft beredter ſein in dem was er verſchweigt, als in dem was er ſagt. Er wird da⸗ gegen ſehr häufig in die Gefahr kommen, die Phan⸗ taſie des Leſers lahm zu legen und abzuſtumpfen, wenn er ihr keine eigene Arbeit mehr überläßt, ſondern ihr jedes Bild genau ausführt. Knappheit und Ein⸗ fachheit in den Linien, überhaupt mehr Contour, mehr Plaſtik und weniger Colorit führen am beſten zu jener Anregung der Phantaſie und werden dann auch Platz und Luſt übrig laſſen, hin und wieder da einen bedeutenden Gedanken hinzuſtellen, wo zur Zeit nur gefällige Worte ſtehen.

Feuilleton.

. Osborne, der Weberlehrling.

Nicht immer ſind die Ahnherren und die Gründer alt⸗ adliger Geſchlechter im Glücke der Schlachten zu ſuchen, auch das Handwerk hat hierzu ſein Contingent geſtellt. Eins der erhebendſten und zugleich rührendſten Beiſpiele, wie auch aus den unterſten Schichten des Volkes ein ſtolzes edles Geſchlecht entſprießen kann, liefert Edmund Osborne, der Weberlehr⸗ ling. Die Geſchichte ſeiner Liebe, ſeiner Treue und Dank⸗ barkeit hat jüngſt durch Brachvogel einen meiſterlichen Inter⸗ preten gefunden, indem er dieſelbe zum Vorwurfe der Er⸗ zählung gewählt hat, welche die Reihe ausgezeichneter No⸗ vellen in ſeinem zweibändigen, bei Trewendt in Breslau ver⸗ legten BucheNeue Novellen eröffnet. Wir theilen dieſelbe im Auszuge hier unſeren Leſern mit und halten uns ver⸗ ſichert, ihnen dadurch eine anregende Unterhaltung zu ge⸗ währen.

Die alte Londonbrücke ruhte von Alters her auf achtzehn ungeheuren, ziemlich flachen Bogen, welche nur Fiſcherbooten, Barken, Getreide⸗ oder Kohlenkähnen und kleinen Segel⸗ ſchiffen, die ihre Maſten niederlegten, freie Durchfahrt ge⸗ ſtatteten; größere fremde Fahrzeuge, zumal Kriegsſchiffe, fanden an der von Vertheidigern beſetzten Brücke harten Widerſtand und geriethen zwiſchen ihr und dem Tower meiſt in eine ſchlimme Lage. Außer dieſer ſogenannten London⸗ brücke führte aber damals keine andere über die Themſe, der Verkehr der verſchiedenen Stadttheile wurde meiſt nur durch Barken auf der Themſe, oder die enge, finſtere Paſſage dieſer einen Brücke hergeſtellt, welche mit großen ſteinernen Häu⸗ ſervierteln beſetzt war. Dieſe verwandelten ſich, wenn die Zugbrücken ſämmtlich aufgezogen worden, in vier ſtarke Caſtells, deren beide mittleren, einer Inſel vergleichbar, allein auf den Brückenpfeilern ruhten. Von den Zinnen dieſer Gebäude bis zum Waſſerſpiegel ſoll eine Höhe von 100 Fuß geweſen ſein. Zur Zeit Heinrich's VIII., als mit dem Er⸗

blühen von Handel, Kunſt und Induſtrie, mit den glätteren Sitten, auch die Londonbrücke aufhörte, ein Caſtell zu ſein, und dafür ein Wohnſitz ruhiger und begüterter Bürger ward:

da befand ſich das mittelſte, größte und wichtigſte Häuſer⸗

Sir William Hewet's, des Tuchmachers. Seine flandriſchen Webſtühle, Comptoirs und Speicher füllten den ganzen Häuſercomplex, kein damaliger Kaufmann Englands kam ihm an Reichthum gleich und ſeine Schiffe kreuzten an allen Küſten von Dover bis Sicilien. Zufolge ſeines Reichthums und ſeiner Treue gegen das regierende Geſchlecht der Tudors in ſchlimmen Zeiten, war bereits William's Vater geadelt worden, allein das Haus Hewet's ſchien ausſterben zu ſollen, denn ſeine Zu⸗ kunft war allein von dem Leben des einzigen, ſchwächlichen Kindes Sir William's, der fünfjährigen Kate abhängig. Daß ſich die Blicke manch' alten Adelsgeſchlechts auf dieſes Kind und ſein fürſtliches Vermögen richteten, war begreiflich aber Sir William war und blieb ein ſchlichter Mann von ruhigem Bürgerſinn, der ſeinen Stolz weniger auf ſein Geld und Wappen, als ſeine und ſeiner Vorfahren Arbeit ſetzte. Anno 1536 war nach ausnahmsweiſe ſtrengem, ſchnee⸗ reichem Winter ſo plötzlich heißes Frühlingswetter eingetreten, daß ſämmtliche Flüſſe eine ungewohnte Höhe erreichten und vielfache Verheerungen anrichteten. Auch die Themſe ſchäumte in ihren Ufern hoch auf und ſetzte die ſumpfigen Niederungen Southwarks, namentlich hinter Lambeth und um die Surrey⸗ hügel, weithin unter Waſſer. Die Abendſonne begann röthlich zum Horizont zu ſinken, aber noch ſauſten die fünf⸗ hundert Webſtühle der Hewet'ſchen Manufactur in voller Haſt, als wollten ſie dem Tage doppelt den Reſt abgewinnen, während die ziſchenden Waſſer der Themſe durch die dunklen Brückenbogen ſchoſſen und die ſteigende Fluth vom Meere heraufkam, die Wogen des Fluſſes ſtaute und in ſo wilden Strudeln zurückwarf, daß Brücke, Häuſer und alle Dinge auf und in ihnen fieberiſch erzitterten. Sir William Hewet im Comptoir neben ſeiner Wohnung kümmerte ſich um das tolle Spiel des Waſſers wenig, er rechnete und ſpeculirte, und eifrig flogen die Federn der Buchhalter und correſpondirenden Commis, denn große Sendungen ſtanden in den nächſten Tagen bevor. Die Gemahlin des Millionärs hingegen hatte die Plattform des Hauſes, oder vielmehr den Zinnenkranz er⸗ ſtiegen, der ſich um das Dach des großen Häuſerquarré's als ſchmaler Gang von etwa vier Fuß Breite dahinzog und den

viertel der genannten Brücke vermöge Erbſchaft im Beſitze einzigen Spaziergang im Freien bildete, deſſen die reiche Frau