Jahrgang 
1-26 (1867)
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denn Deine ſchwarzäugige Ruſſin iſt ſchön und ſehr beneidenswerth; aber ſprichſt Du im Ernſt? fragte

nach der Bruſt, die von Bitterkeit erfüllt war. Hein⸗

342 Novellen warf er ärgerlich die Karten auf den Tiſch und wollte das Zimmer verlaſſen. Der Junker hielt ihn auf.

Ich verzeihe Dir die Grobheit, aber für meine Braut fordere ich Revanche! Halt gemacht! Gratulire oder ſieh Dich nach einem Secundanten um.

Carl lachte wehmüthig.Du haſt wahrlich ſchon Wunderdinge erſonnen, um mich los zu werden. Dies hier iſt etwas ſtark, und damit laß es endlich ge⸗ nug ſein.

Aber Treudorf umſchlang ihn.

Gratulire, ſag' ich! Schieß los!

Mein lieber Heinrich, ich freue mich unendlich,

Buch ſehr gedrückt.

Treudorf ſchrie, in lauter Luſtigkeit durch das Zim⸗ mer ſpringend:

Er ſeufzt! Er fragt mich, ob ich im Ernſt ſeine Frau, die ihm nothwendig zum Leben iſt, wie das Tageslicht und der Athem in ſeiner Bruſt, ob ich ſie nicht haben will. Hört! Hört!

Carl trat mit gekreuzten Armen an das Fenſter. Der Lieutenant folgte.

Hätteſt Du die Augen und Ohren unbefangener Leute gehabt, dann wäre es Dir, wie dem ganzen Nizza, ſeit einer Woche kein Geheimniß mehr, daß der unbedeutende Heinrich Treudorf der Schatz der prächtigſten Blume des Czaarenreiches iſt. Ich werde Ismanda und ihre Mutter jetzt nach Wien begleiten, um auch meine Schweſter Sidonie zu ſehen.

Er legte bittend die Hand auf des Freundes Arm.Sende ihr einen Gruß, denn das Schickſal hat für Dich und Deinen Liebling Alles zum Glück geführt. Sidonie aber liebte Dich einſt glühend und ihr wildes Herz leidet.

Gott helfe ihr, Heinrich. Ich habe ſie nie ver⸗ urtheilt.

Mehr vermochte der Baron nicht auszuſprechen. Vor ihm in weiter Ferne ſchien ein leuchtender Stern zu erwachen.

Eines Engels Stimme lispelte ⸗Tauſendſchön⸗.

Dann zogen die häßlichen Wolken der Schwer⸗ muthedarüber hin. Sein Herz klopfte heftig, er griff

rich war doch meines Lieblings erſte Liebe. Ich bin der Oheim, der Vormund, der Verſorger. Dann leuchtete das Sternchen heller auf und der Engel ſprach zürnend: Ein Undankbarer biſt Du, ein Thor! Wann triffſt Du in Deinem Thal ein? fragte

Zeitung.

der arme Walthexr iſt mit ſeinem erquicklichen Auf⸗ trage vielleicht ſchon dort. Ich reiſe heute Abend, ſagte Carl.

(Schluß ſolgt.)

Gedichte von Carl Stelter.

Abſchied vom Mai.

Jüngſt hört' ich ein Raunen und Rauſchen, Ein Flüſtern und Grüßeaustauſchen

Der Bäume im ſonnigen Wald.

Sie ſchienen ſich Leides zu klagen

Und Einem zum Abſchied zu ſagen:

Leb' wohl! Daß du ſcheideſt ſo bald!

Da hab' ich geforſcht und geſonnen, Was mitten im Lenz wohl entronnen Der blühenden, duftenden Pracht. Doch konnt' ich im ſtürmiſchen Rauſchen Kein einziges Wörtchen erlauſchen,

Bis über mir ſchwebte die Nacht.

Und unter dem ſchattigſten Baume Entſchlief ich, da zog mir im Traume Ein flüchtiger Wandrer vorbei.

Und als er, mich grüßend, ſich wandte, Sah ihm ich in's Aug' und erkannte Den Alles beglückenden Mai.

Dem hatte die Stunde geſchlagen, Das konnten die Bäume beklagen, Weil mit ihm die Jugend entrann. Und als ich vom Traume erwachte, Erglühte die Sonne und lachte Doch trauernd verließ ich den Tann.

Literariſche Briefe von Otto Banch.

Ahasverus in Rom. Von Robert Hammer⸗ ling. Hamburg und Leipzig, bei Eugen Richter. 1867. Mit Recht werden Sie Robert Hammerling zu den wenigen neuen Poeten zählen, von denen ſich er⸗ freulicher Weiſe ſagen läßt, daß ſie eben ſo viel glücklichen Erfolg als Talent haben. Bei den meiſten

der Lieutenant.Ich möchte Tag und Stunde wiſſen;

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