Jahrgang 
1-26 (1867)
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der Mann mit gebrochenem Herzen, aber unerſchütter⸗ lichem Willem, ſeiner Familie und den ihm Unterge⸗ benen Nutzen und Ehre zu ſchaffen, in den Beruf des Ackersmanns, der einſt ſeinen gelehrten Vater ſchwer gedrückt hatte, denn der Forſcher in Geſchichte und Dichtungen des Alterthums vermochte den grübeln⸗ den Sinn nicht zu dem proſaiſchen Einerlei, um das tägliche Brod herabzuziehen, oder er verſtand vielmehr nicht, die wahre Poeſie, die in der Arbeit unter dem Gebet liegt, zu finden. Für ſeine Studien opferte er die nächtliche Ruhe, vergaß Morgengruß und Mahl⸗ zeit, bis der unabweisliche Hunger mahnte, daß auch Frau und Kind allenfalls Anſprüche an ihn zu erheben hätten. Sein Tag verging in Geſellſchaft ſtaubiger Folianten und Scripturen. Er ſexiſtirte unter Mu⸗ mien und Hieroglyphen.

Die Gegenwart, Sonnenſchein, Sonmerluft, Berge, Wälder, Saat und Ernte, Jagd, Fiſcherei, des alten Peter und Carl's Wonne, das hätte der liebe Gott für Peter den Zweiten gar nicht zu er⸗ ſchaffen brauchen, und als er zu Grabe ging, ſagte eine alte Bauernfrau einfältig und wahr:

Der ſtudirte Herr wird ſich freuen, daß er nun unter den Skeleten und alten getrockneten Menſchen⸗ leibern angekommen iſt, die er ſich zur Geſellſchaft aus den Kirchhöfen geholt hat. Er gehört eigentlich von Kindesbeinen an ſchon hinein, denn für unſere ſchmucke Welt hat er ja nie Augen und Ohren ge⸗ habt, und als er einmal aus purem Uebermuth einen ſtörrigen Gaul beſtieg, da mußte er natürlich den Hals prachen. Der arme Menſch! Er war ſo er⸗

leißig, ſchrieb und las Tag und Nacht,

c davon wollte ſelig werden, denn einem

at er nicht gedient, auch ſein gutes frommes

emahl nicht grade viel angeſehen und glücklich ge⸗ macht. Aber er war nicht ſchlimm.

Carl hatte den Krieg mit glühendem Enthuſias⸗ mus begrüßt. Seine Wunde ſchien ihm eine Sühne des Jugendfrevels, denn die Kugel traf denſelben Arm, faſt dieſelbe Stelle, da einſt der unſelige Schuß dem Geg⸗ ner Tod und dem Sohn des Thals qualvolle Gewiſ⸗ ſensbiſſe eintrug. Jetzt war er frei, dem Leben neu geſchenkt, wie durch ein Wunder. Im Beſitz der Heiß⸗ geliebten und ſtrahlend, in ihrem hellſten Kleide, trat ihm die Zukunft entgegen. Da hüllte ſich der bleiche Mann eigenſinnig in ſeine finſteren Träume, wies Leben und Sonnenſchein zurück und hielt mit krampf⸗ hafter Starrheit an Irrthümern und Zweifeln feſt. Er erklärte, ſeine Thatkraft ſei gebrochen, ſein Herz todt. Mit einer Art von zähneknirſchendem Behagen legte er ſich das Opfer auf, den jungen Cameraden an alle erreichbaren Heilquellen zu ſchleppen, um

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deſſen Geſundheit ſchleunigſt zu ſtärken und zu befe⸗ ſtigen, denn ein böſer Huſten ließ Treudorf's Bruſt anfangs ſehr gefährdet erſcheinen.

Der engelgleichen Frau zu Liebe ziehe ich mit Dir herum, wie ein Bärenführer, ſagte der Junker, denn Deine Verfaſſung iſt wahrlich nicht zu den Flit⸗ terwochen geeignet. Warum machteſt Du dem Feinde denn nicht die grimmigen Geſichter, die mir nun ſeit faſt ſechs Monaten meinen Kaffee verſüßen?

Geh, alter Junge, jetzt iſt's genug! Bei Dir zu Hauſe iſt die Ernte vor der Thüre, da braucht die kleine Frau den Regierenden nothwendig und ich habe mich zum Dienſt in meiner Garniſon gemeldet. Nach Buchenau gehe ich vor Ablauf eines Jahres nicht, darauf nimm mein Wort!

Du wollteſt thöricht genug ſein? zürnte Buch.

Ja Carl, auch hier wäre ich längſt nicht mehr, wenn mich nicht eine ernſte und intereſſante Sache bis vor drei Tagen gehalten hätte, die der Geſtrenge in ſeinen ſchweren Gedanken überſah.

Intereſſant? Hier in Nizza? In dieſem langwei⸗ ligen Neſte?

Ja, hier, in dem köſtlichen Nizza, hat ſchon Man⸗ cher gefunden, was ſein Herz erſehnte. So auch ich. Geſundheit habe ich, nach Gottes Güte, Dir zu dan⸗ ken, Du liebſter Freund. Glück und Liebe aber hat mir der Norden hergeſchickt auf den warmen Pfad ſeines Gegners.

Der Baron ſah den ſchwärmenden Lieutenant mißtrauiſch an.

Du wirſt ja gar poetiſch, Heinrich. Ich will doch nicht hoffen2 Neulich begegnete mir albernes Geſchwätz, auf das ich nicht hören mochte.

Das hätteſt Du nur thun ſollen, meinte Treu⸗ dorf, dem Freunde zwei Karten reichend.Da nimm, eine für Dich, eine für meine erſte Liebe. Ich kann Dir's zuſchwören, ſetzte er verlegen lächend hinzu und wagte nicht Carl anzuſehen,meine erſte Liebe war Deine Frau, aber

Aber was? murmelte dieſer.

Nun, entgegnete der junge Menſch,die erſte Liebe des Mannes muß bekanntlich höchſt unglücklich ſein, damit die zweite einen weichen Boden findet und Wurzel für Zeit und Ewigkeit ſchlagen kann.

Ein tiefer Seufzer hob die Bruſt des Gefährten. Mein Junge, Du haſt vielleicht Recht, aber was ſoll dies?

Er las:Heinrich von Treudorf, Lieutenant in hm, hm. Ismanda Gräfin Buchati auf Pavode⸗ rawitz, Gouvernement Podol.

Iſt das etwa wieder einer von Deinen Knaben⸗ ſcherzen? Die Damen ſind längſt abgereiſt. Damit