330 Novellen⸗Zeitung.
tiſchen Vergnügungen empfindet und von welchem es oft abſichtlich viel bearbeiteter und freier in äſthetiſchen
erſt auf dem Kirchhofe geheilt werden kann.
Milderungen erſcheint, nicht in Vergleich zu ſtellen.
Die Ueberſetzungskunſt der Simrock'ſchen Sonette Zuweilen wirkt die Gleichartigkeit ganzer Zeilen mit iſt mit der in Bodenſtedt's Arbeit, welche allerdings Bodenſtedt'ſchen, gelind ausgedrückt, überraſchend.
Jeuilleton.
Ein Beſuch im Lager von Chülons. (Schluß.)
Alle Truppen waren an jenem Sonntage in grande tenue, was den Glanz der Uniformen nicht wenig erhöhte. Die Marketenderzelte waren weit geöffnet und von einer bunten, lärmenden Menge angefüllt; andere Gruppen hatten ſich im Freien gelagert und ſpielten Karten oder Würfel; weiterhin ſaßen ein paar Dutzend Cameraden unter einem Baume und hörten einem alten Wachtmeiſter zu, der ihnen mit lauter Stimme und lebhaften Geſticulationen aus einem Buche vorlas, vermuthlich Schlacht⸗ und Belagerungsgeſchichten aus dem erſten Kaiſerreich. Ambulante Krämer zogen durch die Reihen und boten ihre Kleinigkeiten feil, fanden aber mehr Liebhaber als Käufer; und dieſe buntbewegte, pittoreske Welt, die einem Gavarni oder Teniers die pikanteſten Genrebilder geliefert hätte, wiederholte ſich hundertfach ringsumher.
Abends waren wir in Mourmelon im Theater, noch dazu in der Loge der Adjutanten, und Ordonnanz⸗Officiere, dicht neben der kaiſerlichen. Der Kaiſer, mit dem bereits oben erwähnten Gefolge, wohnte der Vorſtellung von Anfang bis zu Ende bei, was ſehr liebenswürdig von Sr. Majeſtät war; denn die Schauſpieler, ſämmtlich Soldaten, ließen begreiflich viel zu wünſchen übrig. Oder war es gerade dieſe originelle Seite, die auch uns feſſelteund amüſirte? Zwei alte Invaliden, die ſich von Wagram her böſe ſind, weil Jeder von dem Andern behauptet, er habe ihn bei der Ver⸗ theilung der Ehrenkreuze zurückgedrängt, was übrigens Beide nicht verhindert hat, decorirt zu werden,— das ſind die zwei erſten Hauptperſonen des Stückes; die zwei andern ſind hier der Neffe, dort die Nichte der beiden Alten, die ſich natürlich heimlich lieben und auf Mittel und Wege ſinnen, die böſen Onkel, die im Grunde längſt nicht mehr böſe ſind, von denen aber nur keiner den erſten Schritt thun will, zu verſöhnen und ihr Jawort zu erlangen. Dies giebt zu den drolligſten Scenen Anlaß. So namentlich diejenige, wo der Neffe endlich ſeinem Onkel erklärt, er wolle ſich verheirathen.»Mon oncle, je veux me marier.«—»Comment, comment, te marier?⸗ —»Oui, mon oncle.«—„»Sapristi! et contre qui?« Dies»contre qui?« rief die allgemeinſte, ſelbſt die aller⸗ höchſte Heiterkeit hervor. Der alte Haudegen nämlich, der in ſeinem Leben immer nur gegen den Feind marſchirt war, konnte ſich auch den Eheſtand nicht anders als einen Belage⸗ rungsſtand denken. Bref, beide Schnurrbärte umarmen ſich ſchließlich und die Kinder desgleichen. Die Nichte wurde von einem hübſchen jungen Chaſſeur geſpielt, der ſich in ſeiner eleganten Crinoline ſehr gut bewegte. In einem andern Stücke wurden zwei alte Hofdamen aus Ludwig's XV. Zeit in gelben und rothen Reifröcken und hohen Puderfriſuren ſtark applaudirt. Am Schluß der Verſtellung erſchien ein bärtiger Sapeur als Thereſa coſtümirt und trug in der
bekannten— ach! noch immer in Paris ſo beliebten— Manier der Alcazar⸗Königin einige ihrer populärſten, d. h. gemeinſten Lieder vor, natürlich mit unbeſchreiblichen Geſten und Grimaſſen; eine ſehr gelungene Caricatur, die aber dort unter den Soldaten ganz an ihrem Platze war. Napoleon III. lacht höchſt ſelten, kaum daß dann und wann ein flüchtiges Lächeln über ſeine Züge gleitet, die von Natur freilich den Ausdruck der Gutmüthigkeit und Milde haben— in jenem Momente aber haben wir ihn doch herzlich lachen ſehen.
So weit der erſte Tag,unſeres Aufenthaltes im Lager, der uns des Intereſſanten und Amüſanten ſo viel gebracht. Der zweite Tag, deſſen Hauptinhalt ein Schlachtſchauſpiel bildete— es war die Schlacht von Marengo, die aufgeführt wurde— war nicht minder genußreich.
Wie bunte Rieſenbaͤnder entrollten ſich die Infanterie⸗ Regimenter und ſtellten ſich unter rauſchender Muſik in ihren verſchiedenen Poſitionen auf. Leichte Cavalerie begann darauf eine Art Vorpoſtengefecht, bis die auf den Hügeln poſtirte Artillerie die eigentliche Schlacht eröffnete. Der Kanonendonner, der faſt ununterbrochen eine gute Stunde währte, hatte etwas ungemein Majeſtätiſches, und auf Augen⸗ blicke konnte man ſich in eine wirkliche Schlacht verſetzt glauben. Immer neue Regimenter zogen heran und hüllten ſich von Zeit zu Zeit in weiße Dampfwolken, aus denen man deutlich die Blitze des Pelotonfeuers hervorleuchten ſah; ſilberglänzende Cüraſſier⸗Schwadronen ſprengten mit ver⸗ hängtem Zügel und geſchwungenem Säbel über die Ebene, von Huſaren und Ulanen gefolgt. Zuletzt poſtirte ſich die ganze Cavalerie in dichten Maſſen hinter dem improviſirten Hauptquartier, wo der Kaiſer mit den Marſchällen und Gene⸗ rälen hielt.
Plötzlich verſtummte das Geſchütz und auch das Gewehr⸗
feuer hörte auf; die Truppenmaſſen vertheilten ſich nach allen
Richtungen hin, und in kaum zehn Minuten war ein voll⸗ ſtändiges Lager aufgeſchlagen, das nach einer guten Stunde eben ſo ſchnell wieder abgebrochen wurde. Aber der dadurch hervorgerufene Contraſt— noch eben wilder Schlachtlärm und der Pulverdampf einer gewaltigen Kanonade, jetzt das friedliche Zeltleben und die dampfenden Feldkeſſel, in denen die Soldaten ihren Morgenkaffee kochten— dieſer Contraſt war überaus hübſch und fand den allgemeinſten Beifall. Nach, der Schlacht das Défilé unter lautem Vive l'Em- pereur! Vive le prince impérial! Und alsdann mit klingen⸗ dem Spiel wohlgeordneter Rückzug der Regimenter in ihre verſchiedenen Quartiere. Wir machen noch einen Ritt durch das Lager, ſtets von einigen Engländern begleitet, die nicht Worte genug des Lobes und des Rühmens finden konnten. Als auch wir endlich in unſere Feldhütte zurückgekehrt waren, fanden wir den Capitän mit Anordnen der Mittagstafel
beſchäftigt; denn wir ſollten diesmal bei ihm zu Hauſe ſpeiſen,
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