Jahrgang 
1-26 (1867)
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Wie ſich in dem klaren Spiegel Jormt ein großes Landſchaftsbild: Häuſer, Felder, Rebenhügel

Gle nzvoll und doch lieblich mild. Langſam, Schiff, es hat nicht Eile, Laß mich länger ſaugen ein

Dieſes Bild, o weile, weile

Noch im warmen Sonnenſchein. Aber unaufhaltſam ſchneidet Durch die Fluth des Schiffes Kiel Und die Glocke wird geläutet: Steiget aus! Wir ſind am Ziel!

Taminaſchlucht bei Pfäffers.

Aus der Finſterniß herein Der Tamina Wogen Donnernd über das Geſtein Kommen hergezogen.

Und ſie eilen ohne Raſt, Finden Ruhe nimmer, Stürzen ſich in wilder Haſt Ueber Felſentrümmer.

Wie ſich aus dem tiefen Grund Die Gewäſſer heben,

Und den dunkeln, engen Schlund Wunderbar beleben!

Wie es ſchäumet, wie es ziſcht Und dann wieder blitzet, Wenn der dichte, weiße Giſcht In die Höhe ſpritzet!

Schwindelnd ſchaue ich hinab, Als ob es mich riefe

In das feuchte Wellengrab, In die grauſe Tiefe.

Und wohin das Auge blickt, Aufwärts und hinunter,

Seh' betäubt und doch entzückt Ich der Allmacht Wunder.

Via mala.

Auf des Berges grünen Matten Liegt der heitre Sonnenſchein

Unten brauſt in tiefem Schatten

Seit Jahrtauſenden der Rhein.

Novellen⸗Zeitung.

Auf dem Berge die Capelle,

Hell umglänzt vom Sonnenſtrahl Unten über Steingerölle

Stürzt der Rhein im Felſenthal.

Ueber der Capelle Trümmer

Einer längſt verfallnen Burg Drunten wälzt der Rhein noch immer Seine grauen Fluthen durch.

Epheu rankt ſich an der Mauer Der Capelle, eng und klein, Unbekannt iſt ihr Erbauer Aber unten tobt der Rhein.

Wer mag die Geſchlechter kennen In der Burg am Kirchlein dort? Wer mag ihre Namen nennen? Doch der Rhein ſtrömt immerfort.

Wie ſie kamen, wie ſie zogen, Hat nur er allein belauſcht Und es haben ſeine Wogen Unermüdlich fortgerauſcht.

Auf des Berges grünen Maftten Liegt der heitre Sonnenſchein Unten brauſt in tiefem Schatten Seit Jahrtauſenden der Rhein.

Literariſche Briefe von Otto Banch.

Wiſſenſchaftliche Vorträge, herausgegeben von Virchow und Holtzendorf. Berlin, Lüderitz'ſche Buchhandlung(A. Chariſius).

wiſſenſchaftlichen Bedeutung darf ich Ihnen dieſe Sammlung zur Bereicherung der kleinen Hausbiblio⸗ thek empfehlen, welche jeder gebildete Deutſche haben ſollte, aber leider ſehr häufig nicht hat. Es giebt heut zu Tage, beſonders über natur⸗ kundliche Gebiete, eine Menge populärer Schriften, welche beliebte, vielgeleſene Verfaſſer zu Urhebern haben, aber trotzdem jeden Mann von gutem Ge⸗ ſchmacke und aufrichtigem Streben ärgern müſſen. Schöͤne Redensarten, ſtereotype Phraſen und poetiſche, den ſogenanntenweiſen Haushalt der Natur bür⸗ gerlich, nett und niedlich als Sonntagsfreude für Dilettanten darſtellende Schwärmereien ſind dabei zur unvermeidlichen langen Brühe geworden, welche

dieſes Gericht für jeden geiſtig geſunden Magen ſo

Schon wegen ihrer Ausdehnung und populär