Jahrgang 
1-26 (1867)
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Vierte

Sie iſt zwar gar ſehr jung, aber auch ich hätte ge⸗ wünſcht, ſie ließen ſich trauen, ehe er geht.

Na, damit hat's jetzt gute Weile, zankte der Verwalter weiter.Uebrigens begreife ich nicht, Herr Paſtor, von wem ſie wiſſen, daß auch der Herr gehen wird.

Der Prediger blickte ihn gelaſſen an.

Wiſſen das nicht Alle? Wird er bleiben, wenn ſie fortziehen? Aber ſeien Sie ruhig, von mir ſoll es Niemand erfahren.

Morgen Abend iſt wieder Tanz drüben,brummte Walther von Neuem,féte champétre! Ein ſchöner Titel! Hat ſich was zu feeten, während dem beſten Menſchen dabei das Herz bricht.

Nun, nun, das Herz iſt zäh und bricht nicht mehr, es raiſonnirt blos und beruhigt ſich auch wieder, meinte Bröſe ſcherzend, denn er hoffte, Walther von ſeinen Sorgen abzulenken, ehe ſie dem Baron begeg⸗ neten, der eben, in Begleitung ſeines Johann, das kleine Hofthor verließ. Walther knurrte.Ich weiß, Sie verſtehen mich ganz gut, Herr Paſtor, und weſſen Herz ich meine. Er blieb ſtehen und legte beide Hände auf des Freundes Schulter und flehte mit wahrhaft rührendem Blick:

Mann Gottes, thun Sie ein gutes Werk, bringen Sie den Herrn zur Vernunft, daß er von der unſeligen Idee läßt, zu alt als Ehemann für das Gretchen zu ſein. Sagen Sie ihm, daß er ſich trauen läßt, denn auf mich hört er nicht, auch nicht auf die alte Gnädige. Er hat ſich's in den Kopf geſetzt, daß das Kind ſich erſt prüfen und bewähren, ſich ſelbſt klar werden ſoll. Er nimmt's für Ernſt,=wenn ſie ihn Hauspapa oder Herr Vormund nennt. Iſt das nicht eine bodenloſe Verblendung? Sieht der ſchöne, junge, große Menſch etwa aus wie Tauſendſchöns Vater oder Großvater?

Er hat doch im Ganzen Recht, lieber Freund. Wer kann wiſſen, was in ſo einem kleinen Mädchen⸗ kopf ſteckt und ſicher iſt ſicher.

Na! Nun fängt der auch an, ſchnaubte Mar⸗ garethens Verehrer.

Still, ſtill! Sie ereifern ſich wieder ſehr über⸗ flüſſig, Walther, und da biegt der Herr zu uns ein. Sprechen Sie wenigſtens nicht ſo laut ihre Herzensmei⸗ nung aus, denn Sie ſind ſchuld, daß Gretchen von

dem Dorfgeſchwätz nicht verſchont bleibt.

Der Baron hatte den Fubßſteig zur Schäferei eingeſchlagen, Johann aber trat grüßend auf die Beiden zu.

Sehn Sie, Herr Paſtor, nun wird's bald alle Welt erfahren. Der Herr reiſt übermorgen früh, oder ſchon in der Nacht; aber ich hab' die Freude, ich bleibe bei ihm!

Jolge. 311

Walther lehnte zitternd an einen Ebereſchenbaume. Und Marie? fragte Bröſe.

O, rief lachend der Reitknecht,die kann hübſch warten lernen bis wir wiederkommen, und wenn nicht, na, dann nicht! Juch! Da fiel ein Zettel aus der Brieftaſche Johanns; er hob ihn auf.

Sehn Sie'mal, was ich heute noch aus der Stadt holen werde.'S iſt wunderlich, ſolch Zeug am hellen Tag und mitten im Sommer auf den Leib zu

hängen.

Bröſe las das Verzeichniß und meinte:Mir gefällt es auch nicht. Ja, wiſſen Sie, Herr Paſtor. Ich war ein⸗

mal in der Reſidenz auf ſo einer Maskerade, das heißt im Winter, in der Saiſon, wie mein Herr die Zeit nannte, wenn ſie am meiſten tanzten und Theater ſpielten, oder zu Majeſtät auf den Hof in die Cour gingen, da war ich auch ganz in Maske, aber ich ging in den Muſentempel, nicht in den Hof, und bei dunk⸗ ler Nacht, im Saal, ſind ſolche Späße auch ſehr nett. Hier aber, im Peterswaldauer Schloßpark, will mir's nicht gefallen.

Geht der Herr mit? fragte Walther.

Ja, Marie ſagt, das Fräulein ſoll eine Waſſer⸗ jungfer vorſtellen und der Herr den ſchwarzen Peter, Ritter wollte ich ſagen, aus dem Trauerſpiel: Die Jung⸗ frau von Orleans. Marie kennt das Ding, es ſoll ein hübſches Stück ſein. Adieu, ich muß mich ſputen; der Pierre vom Schloß wird mit mir reiten, er ſoll noch einen ganzen Sack voll chineſiſche Papierlampen holen.

Maskenball, Muſentempel, Ritter, Nymphen, Teufel und Hexen, ſtöhnte Walther,und der Krieg vor der Thür!(Fortſetzung folgt.)

Auf dem Bodenſee.*)

Voller Zauber, voller Reiz

Liegſt du vor mir da, o Schweiz; Noch hüllt deiner Berge Gipfel Ein des Nebels dichtes Grau Und auf deiner Bäume Wipfel Wieget ſich der Morgenthau. Sieh', wie jetzt der Sonne Licht Durch das Meer des Nebels bricht! Wie ſie immer heller ſtrahlet, Wie ſie auf dem Seee ruht

Und des Himmels Blau ſich malet Auf der weiten Waſſerfluth.

*) Aus: Gedichte von Carl Th. Kind. Leipzig, 1867. Ver⸗ lag von Julius Klinkhardt.