Jahrgang 
1-26 (1867)
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Lebt der noch? Alſo auch ſo lange wie ich. Zu lange, mein Gott, wir möchten gerne ſchlafen.

Oder kam eine Todesanzeige, dann ſprach ſie ganz heiter:

Wie glücklich der! Ich komme nun auch bald.

Ihre Geſtalt, einſt kräftig und hoch, war dem traurigen Bild der Vergänglichkeit zuſämmengeſunken. Peter's Krücke ſtützte jetzt auch ihre wankenden Schritte. Die treuen klugen Augen ſahen müde vor ſich nieder und wenn die Pflegetochter zärtlich bat:Blick' mich einmal wieder hell an, herzliebſte Mama, ſieh, Alles um uns ber iſt ſchön und heiter, die Erde iſt ein

lauter Sonnenſchein, dann flog ein Funke unter den ſilberweißen Brauen hinüber zu dem Kreuz der Kirche, und leiſe ſeufzte Peter's Wittwe: 3

Ja, auch für mich hat es frohe Tage gegeben, da lachte mich die Welt an; Mühe und Arbeit, Kummer und Noth aber waren größer. Die Erde bot mir keine Heimath, ſeitdem ich meine Kinder dem Herrn zurückgab. Da oben bei den Meinen iſt's beſſer, ſie warten ja auf mich.

Jetzt lehnte ſie halbſchlummernd in ihrem Stuhl. Die Bilder ihrer Jugend, ihres langen Lebens zogen traumhaft an ihr vorüber. Einzelne Tage, Menſchen und auch Gefühle, die längſt in ihrem Herzen erſtar⸗ ben, traten deutlicher hervor, verſchwanden und machten neuen Platz. Da ſah ſie ihren Gatten in voller Rüſtung vor ſich ſtehen; die kleine Schaar der Kämpfer, welche er einſt ſeinem König zugeführt hatte, alles wohlbe⸗ kannte Geſichter, reihten ſich dicht um den Lehnſtuhl. Auf Wiederſehen! hörte ſierPeter ſagen,wenn wir Euch Frieden bringen und Freiheit; auf Nimmer⸗ wiederſehen aber, wenn wir den Tyrannen nicht ver⸗ jagen.

Peter's Cameraden: Walther, der Inſpector vom Gut, Joachim Schrippel, Buchenau's Nachtwächter, denn das Amt des mondſcheinwandelnden Hüters vom Dorf zierte die Familie Schrippel ſeit mehr denn fünfzig Jahren, auch des jetzigen. Müllers Groß⸗ vater, der rothhaarige Bachſtolze, wie er ſpottweiſe ge⸗ nannt ward, und viele andere Stimmen wiederholten ihr geiſterhaftes:Auf Wiederſehen!

Ja, auf Wiederſehen! murmelte die Frau.Ihr ſeid Alle voraus bis auf den braven Stelzfuß, der unverwüſtlich vorwärts ſtolpert.

Sie ſenkte den Kopf tief auf die über der Krücke gefaltenen Hände.

Da trat Walther, ohne anzuklopfen, ein. Er pflanzte ſich, nach Athem ringend, dicht vor der Herrin auf und focht, ohne ein Wort finden zu können, mit den Händen in der Luft. Erſchreckt blickte ſie ihn an.

Folge.

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Setzen Sie ſich hin! So ſprechen Sie doch, was iſt denn geſchehen?

Er ſchnappte heftig nach Luft.

Nichts, Gnädige, wenigſtens nichts, das uns gleich jetzt trifft. Aber der Teufel iſt los an allen Ecken, und hier rückt er in Geſtalt ſchöner Frauens⸗ leute ein; dann iſt er am ſchlimmſten und wird uns wohl zu faſſen verſtehen.

Mann, Sie reden kindiſch, beſinnnen Sie ſich! Irgend ein thörichtes Dorfgeſchwätz bringt Sie wieder einmal in Harniſch.

Wollte Gott, es wäre ſo! eiferte der Inſpector. Ich hielte gern ſtill und ließe mich von der gnädigen Frau rüffeln, aber es iſt etwas Anderes. Mit der Hiobs⸗ poſt hat es ſeine Richtigkeit.

In dem Augenblick tönte ein Cavalerieſignal luſtig an der Brücke des Hofthores.

Die Generalin trat auf die Saaltreppe und wies fragend hinab nach dem Thal.

Na, ja, ja, Gnädige, ſehen Sie nun ſelbſt!

Was ſoll ich ſehen? zürnte die Greiſin. Schöne Frauen rücken ein, ſagen Sie? Das da iſt ein Dragonerpiquet, wenigſtens ſcheint es mir ſo. Es werden hoffentlich nicht Kunſtreiter im Dorfe über⸗ nachten. Sprechen Sie ſogleich mit dem Schulzen, wenn es das iſt, ich verbitte mir dergleichen Gäſte; aber Sie ſollten ſich dabei nicht wie ein Thor geberden.

Kunſtreiter! jammerte der alte Mann.Kunſt⸗ reiter! Eine Schwadron von den Reiherburger Blauen iſt es und der Reſt des Regiments geht nach Peters⸗ waldau und Schulzendorf, ſogar Kälſen iſt belegt. Na, jetzt Gnade Gott unſeren Futterböden, da wird gut gehauſt werden, wenn wir auch doppelte Anhänge⸗ ſchlöſer daran legten.

Einquartierung in dieſer Jahreszeit, ohne eine vorangegangene Meldung, Walther?

Die Generalin richtete ſich zu ihrer vollen Größe auf.Herr Gott, mir wird bange; was kann die ſonderbare Maßregel bezwecken? 3

Den Krieg, murmelte der Veteran.Wir mar⸗ ſchiren! Es geht nun einmal im Ernſt los. Land⸗ wehr iſt eingezogen, ſogar ſchon bis in's zweite Auf⸗ gebot. Meiner Schweſter ihre Jungens drüben aus Niederkahlau müſſen mit. Die ganzen kleinen Städte haben Ordre. Unſere beiden Kerls, der Hanfriede und der Kilian auch, dazu der Stellmacher von Köͤlſen, den wir grade ſo nöthig brauchen, auch der Schafmeiſter und Mamſell, ich wollte ſagen Anſelm der Tintarius. Dem freilich göͤnne ich es für ſein heimtückiſches Schwenzeln und Scherwenzeln unter dem ausländiſchen Volk da im Schloſſe, hinter den Steinkehlen.

Was haben Sie? Sie ſind ja ganz verſtört.

Anſelm Fander, des Schullehrers Sohn, war