Jahrgang 
1-26 (1867)
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Gellert ſprach einige Worte frommen Troſtes, dankte ihr und gab ihr die Verſicherung, daß er ihrer nicht vergeſſen würde, dann ſchied er auf's Tiefſte gerührt mit dem Vorſatz, der alten Magd, die ſo herzlichen Antheil an ſeinen Werken nahm, ſeine Lieder und Fabeln mit einem Autograph zu ſenden. Dies letzte Erlebniß Gellert's in Carlsbad während des Sommers von 1763 war auch ein Zeichen der Verehrung, welche Gellert genoß, wenn auch anderer Art und von anderer Seite, als die, welche ihm von berühmten Kriegs⸗ helden und den Männern und Frauen des Adels geboten wurden. r.

Die Einbildungskraft der Elephanten.

Die Elephanten beſitzen in einem ſehr hohen Grade dieſe beſondere Art von Einbildungskraft, welche den con⸗ ventionellen Geſetzen der menſchlichen Geſellſchaft eine ſo wunderbare Gültigkeit giebt. In Sir Emerſon Tennent's Beſchreibung eines Corral, worin ganze Heerden wilder Elephanten eingefangen werden, um ſie für den Dienſt des Menſchen abzurichten, zeigt er uns Tauſende von Leuten, welche ihr Leben auf die bloße Kraft ihrer Ueberzeugung wagen, daß die in dem Corral eingeſchloſſenen Elephanten die Stärke der Umzäunung, die ſie eingeſchloſſen hält und die nicht im Stande ſein würde, dem Stoße eines entſchloſſenen und ausgewachſenen Elephanten zu widerſtehen, keiner Probe unterwerfen werden. In der That zeigen wilde Elephanten weit mehr abergläubiſche Furcht vor ſchwachen, weißen, nach ihrem Kopfe gerichteten Stäben, als Gaſſenbuben in Städten vor den Stäben der Polizeidiener.Sie rannten wahnſinnig in der Umzäunung hinunter, ihren Rücken gewölbt, ihre Schweife ausgeſtreckt, ihre Ohren ausgebreitet und ihre Rüſſel hoch über ihre Köpfe erhebend, trompetend und ein gellendes Geſchrei ausſtoßend; aber wenn ein Schritt weiter die ihnen entgegenſtehende Umzäunung zerſplitterte, machten ſie vor wenigen weißen, nach ihnen gerichteten Stäben, die zwiſchen den Spalieren hervorragten, plötzlich Halt; und wenn ſie dann das ſpöttiſche Freudengeſchrei der Menſchen⸗ menge vernahmen, kehrten ſie ſich in der größten Niederge⸗ ſchlagenheit um, und nachdem ſie einen nutzloſen Kreisgang in dem Corral gemacht hatten, gingen ſie langſam nach ihrem melancholiſchen Halteplatze in dem Schatten zurück. Sir Emerſon Tennent weiſt einen noch viel merkwürdigern Fall derſelben Tendenz des wilden Elephanten nach, ſelbſt wenn er durch keinen Tumult oder eine Kraftentfaltung geſtört wird, irgend eine künſtliche Umzäunung von Stäben, wie ſchwach ſie auch ſein möge, zu achten, wie wir vermuthen, aus Rückſicht auf irgend eine traditionelle Convention ſeines Geſchlechts:Auf der Grundfläche eines ſchönen alten Waſſerbehälters des Tiſſa Weva, ganz nahe bei Anaraja⸗ poora bauen die Eingebornen während der trockenen Jahres⸗ zeit um den Rand herum, wo der Grund nicht mit Waſſer bedeckt geblieben iſt, Reis, dieſe kleinen Reisfelder ſchließen ſie mit kleinen Stäben ein, die etwa einen Zoll im Durch⸗ meſſer haben und fünf bis ſechs Fuß hoch ſind, ſo daß ſie kaum ein wildes Schwein zurückhalten würden, wenn es ver⸗ ſuchte, ſich einen Weg hindurchzubahnen. Zwiſchen jedem Felde läßt man einen zehn bis zwanzig Fuß breiten Gang offen, welcher den wilden Elephanten, die ſich in großer Menge in der Nachbarſchaft befinden, erlaubt, dem Waſſer, das ſich in der Mitte des Teiches erhalten hat, ihren nächt⸗ lichen Beſuch zu machen. Nacht für Nacht begeben ſich Heerden wilder Elephanten durch dieſe Gänge nach dem

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Waſſer, aber der ſie anlockende Reis wird nie berührt, noch irgend eine Umzäunung beſchädigt, obwohl die geringſte Bewegung des Rüſſels hinreichen würde, das zerbrechliche Hinderniß zu vernichten. Doch dieſelben Stellen werden, ſobald der Reis geſchnitten und nach Hauſe geſchafft worden iſt und wenn die Umzäunung offen ſteht, von den Elephanten ſehr eifrig beſucht, welche unter den Stoppeln Aehren leſen. Jäger bemerken, daß ein Elephant, ſelbſt wenn er durch eine Wunde wüthend gemacht worden iſt, Bedenken tragen wird, ſeinen Angreifer durch eine zwiſchen ihnen ſich befindliche Hecke zu verfolgen, ſondern er wird längs derſelben hinab⸗ laufen, um eine Oeffnung zu ſuchen, welche ihm den Durch⸗ gang möglich macht. Daß dieſe furchtſame Einbildung nicht blos gedankenloſe Feigheit iſt, zeigt ſich in der Thatſache, daß der Elephant in andern Fällen künſtlicher Zeichen des menſch⸗ lichen Handelns, weit entfernt von einer abergläubiſchen Vermeidung, ſie mit einer ängſtlichen Neugierde unterſucht. Die Ingenieure auf der Inſel Ceylon ſagen, daß, wenn ſie Wege durch die Wälder abſtecken, die von ihnen geſetzten Merkſtäbe während der Nacht im Allgemeinen von den Ele⸗ phanten entfernt werden, welche ſich unbehaglich fühlen, bis ſie die neuen Symtome der menſchlichen Thätigkeit verſtehen. Es iſt daher klar, daß die Elephanten durch dieſe ſeltſamen Zeichen des beſondern und unerklärbaren menſchlichen Inter⸗ eſſes an ihrem Wohnplatze in ihrer Einbildung geſtört und dadurch beunruhigt werden. Es iſt ein anerkanntes und im Allgemeinen ſehr erfolgreiches Mittel, einem bösartigen Ele⸗ phanten zu entfliehen, irgend etwas Zuſammengeſetztes auf ſeinen Weg zu werfen, das er in ſeiner Vorſicht ſehr ſorg⸗ fältig unterſuchen wird, ehe er voranſchreitet, was dem, den er verfolgt, Zeit giebt, zu entfliehen. Obriſt Hardy rettete ſich 1820 vor einem bösartigen Elephanten dadurch, daß er

ihm ſein Dressing-Case hinwarf, das von dem klugen Thiere

geöffnet wurde, welches dann die darin befindlichen Gegen⸗ ſtände, einen nach dem andern, genau unterſuchte. Wie ſtark die conventionelle Einbildungskraft des Elephanten iſt, zeigt ſich auch, ohne Beziehung auf den Menſchen, in ſeiner großen Achtung für die organiſche Einheit einer Familie oder Heerde, welche er ebenſowohl poſitiv wie negativ zeigt. Eine Heerde wird nie, ſelbſt wenn ſie von einer gemeinſchaftlichen Gefahr bedroht ſind, eine andere Heerde oder ſelbſt ein ein⸗ zelnes Individuum einer anderen Heerde, in die Grenzen ihrer eigenen Gruppe zulaſſen. Selbſt wenn mehr als eine Heerde in einem und demſelben Corral gefangen werden, ſo vereinigen ſie ſich nie und eben ſo wenig unternehmen ſie ge⸗ meinſchaftlich einen Angriff gegen eine ihnen entgegenſtehende Schranke. Irgend einem Verſuche von einem Elephanten, der ſich verlaufen hat, ſie zu vereinigen, wird hartnäckig, ſelbſt mit Schlägen widerſtanden. Hier wird der geſelligen Uebereinkunft derſelbe hohe Werth beigelegt, welcher einen faſhionabeln Mann veranlaßte, als Grund, weshalb er einem Ertrinkenden nicht zu Hülfe geeilt ſei, anzuführen, er ſei demſelben nie vorgeſtellt worden. Wir würden das dadurch zu erklären ſuchen, daß die Elephanten der ſtrengen Einheit der Staaten oder Nationalitäten des Elephantengeſchlechts einen höheren abergläubiſchen oder eingebildeten Werth bei⸗ zulegen ſcheinen, als dem ſofortigen Erfolg des Lebens oder Todes eines ſolchen Staates oder einer ſolchen Nationalität. Es giebt außer dem Elephanten noch andere Thiere, welche zu⸗ weilen durch ihre zu lebhafte Einbildung gelähmt werden. So giebt es Hunde, denen es großes Vergnügen macht, im heftigen Winde herumzulaufen, die aber jedes Zeichen von Schrecken und einer tiefen Muthloſigkeit geben, wenn man nur im