Jahrgang 
1-26 (1867)
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empfahl er einen ſeiner Bekannten als ſeinen Nachfolger und

überein, daß derſelbe täglich fünf Stunden bei ihm arbeiten

das auf, was er mit nach Hauſe nehmen und dort abſchreiben

Vierte

Victor Cauſin und ſeine Secretüre.

Victor Couſin, der berühmte, kürzlich verſtorbene fran⸗ zöſiſche Philoſoph, Schriftſteller und geweſene Miniſter, war ein Original und jedenfalls ein höchſt geiſtreicher Mann, aber für ſeine nächſten Umgebungen wenig angenehm, na⸗ mentlich durch ſeinen Geiz, durch den er es allerdings dahin brachte, ein bedeutendes Vermögen zu ſammeln und ſeinen Freunden ganz annehmbare Vermächtniſſe zu hinterlaſſen.

Couſin wußte überall zu ſparen; er war ein alter Jung⸗ geſelle und ſpeiſte jeden Tag bei irgend einem ſeiner Bekann⸗ ten, ohne dieſe Gaſtfreundſchaſt erwidern zu müſſen, indem er die geringen Kenntniſſe ſeiner Haushälterin in der feine⸗ ren Kochkunſt vorſchützte. Ebenſo wohnte er auch umſonſt in der Sorbonne, obgleich er nie Rector derſelben geweſen war, und keine der aufeinanderfolgenden Regierungen dachte daran, ihn aus dieſer Wohnung zu vertreiben. Am übelſten kamen jedoch ſeine Secretäre bei der Sparſamkeitsliebhaberei des berühmten Mannes weg, und dieſer Poſten war daher durchaus kein beneidenswerther.

Die armen Teufel mußten von frühmorgens bis Mit⸗ tags bei ihm arbeiten; jeden Vormittag gegen zehn Uhr er⸗ ſchien die Haushälterin mit einer Taſſe Chocolate, welche ſie auf ein Tiſchchen neben den Secretär hinſetzte; wollte der junge Mann einen Schluck davon trinken, ſo verbrannte er ſich jämmerlich den Mund an dem kochend heißen Getränk, ſo daß er ſich nun eine ganze Zeit lang hütete, wieder zu trinken. War dann endlich eine geraume Weile verſtrichen, ſo daß er annehmen durfte, die Chocolate müſſe jetzt ausge⸗ kühlt ſein und er ſah von der Arbeit auf, um nach der Taſſe zu langen, ſo war dieſe verſchwunden und bereits wieder hinausgeholt worden. Am folgenden Morgen erſchien dieſelbe Chocolate dann wieder eben ſo kochend im Zimmer und das nämliche Stück ſpielte wieder in ganz derſelben Weiſe einige Tage fort, bis der junge Mann doch endlich einmal einen günſtigen Moment erlauſcht und die Taſſe geleert hatte.

Eines Tages war einer dieſer Secretäre ſeines Am⸗ tes müde geworden und hatte ſich nach einem vortheilhafte⸗ ren Poſten umgeſehen; ehe er indeſſen ſeine Stellung aufgab,

ſtellte denſelben bei dem großen Philoſophen vor, welcher den Neophyten mit derfeinſten, ausgeſuchteſten Höflichkeit und Zuporkommenheit empſing.

Man ſprach über alles Mögliche, nur vom ſchnöden Gelde, vom Honorar, war gar keine Rede; wie hätte der junge Menſch auch wagen ſollen, mit einem ſo berühmten Manne, der noch dazu für ſehr wohlhabend bekannt war, von ſolchen Bagatellen zu reden? 1

Dagegen kam Couſin mit ſeinem neuen Secretär dahin

ſolle täglich fünf Stunden hintereinander nach dem Dic⸗ tat eines Philoſophen zu ſchreiben iſt jedoch keine Kleinigkeit; außerdem packte er dem Secretär Tag für Tag noch dies und

oder bearbeiten ſolle.

Am Sonnabend der erſten Woche fragte Couſin den jungen Mann: Werden Sie morgen kommen?

Dieſe unerwartete Frage ſetzte den armen Menſchen in die äußerſte Verlegenheit; er ſtammelte einige unverſtändliche Worte, deren Sinn etwa dahin lautete, wie er, die ganze Woche zwar in ſehr intereſſanter Weiſe, aber jedenfalls voll⸗

auf beſchäftigt, ſehr gern den Sonntag wenigſtens für ſich zu haben wünſchte, wenn auch nicht gerade zum Beſuch der

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Meſſe, ſo doch um irgend einen angefangenen Journalartikel oder ſonſt eine Arbeit zu vollenden.

Couſin beſtand nicht weiter darauf, ſondern nahm die abweiſende Antwort mit höflicher Reſignation hin und ent⸗ gegnete: Wie Sie wollen, alſo auf Montag früh!

Dann fügte er mit dem einſchmeichelndſten Tone hinzu: Mein lieber Freund, der Februar kommt nun heran, alſo iſt das Frühjahr nicht mehr weit und die Sonne geht zeiti⸗ ger auf wenn es Ihnen recht iſt, machen wir es der Sonne nach. Kommen Sie alſo um ſieben ſtatt um acht Uhr, wir bringen dann mehr fertig und ich werde Ihnen dankbar da⸗ für ſein. Der Secretär verbeugte ſich und verſprach, dieſem Wunſche nachzukommen; innerlich war er jedoch ganz ſtolz, daß er kühn genug geweſen war, ſich einen freien Tag in der Woche zu erkämpfen.

Indeſſen mußte er bald bemerken, daß Couſin ihm noch andere, unverlangte Mußeſtunde, zugedacht hatte, denn eines Freitags Abends erhielt er einen Brief, welcher ihm anzeigte, er möge ſich am folgenden Tage nicht bemühen.

Anfangs war der arme Menſch ganz begeiſtert über dieſe auserleſene Höflichkeit, dieſen feinen Ton, dieſes Zartgefühl des großen Mannes, der ihm die geringfügigſte Unbequem⸗ lichkeit erſparen wollte. Aber wie erſtaunte er, wenn er alle Freitage einen ähnlichen Brief erhielt, der ihm für den Sonn⸗ abend abſagte. Indeſſen dachte er: Was thut es? Ich bin ja auf monatliche Bezahlung engagirt.

Das nächſte Mal fand er es aber doch für gut, in Herrn Couſin's Wohnung zu gehen und ſich zu erkundigen; man agt ihm, der Herr ſei krank, leidend, er nehme eben ein Bad.

Wie, gerade alle Sonnabende iſt er krank? denkt der Secretär, das muß ich doch noch genauer herausbe⸗ kommen.

Auf ſeine weiteren Nachforſchungen erfährt er nun, daß Herr Couſin Mitglied einer berühmten Geſellſchaft ſei, die ihre Sitzungen Sonnabends Vormittags halte und daß er ei⸗ nen Ehrenpunct darein ſetze, allen Verſammlungen derſelben beizuwohnen um ſo mehr, da die Geſellſchaft jedes Jahr für die eifrigſten ihrer Mitglieder eine Prämie ausfetze.

Inzwiſchen kam der letzte des Monats heran und unſer Secretär geht ganz erwartungsvoll zu ſeinem Principal. Nach beendigter Arbeit begann derſelbe ſehr freundlich:

Nun, mein lieber Freund, heute müſſen wir auch an's Bezahlen denken. Ich bin Ihnen funfzig Franes ſchuldig.

Funfzig Francs? Aber mein Vorgänger erhielt acht⸗ zig Francs.

Ja, ja, aber für den erſten Monat gebe ich immer nur funfzig Franes und vermehre den Gehalt dann allmo⸗ natlich um 10 Francs, bis er die runde Summe von 80 Fr. erreicht hat. Sagen wir alſo funfzig Francs; dann müſſen wir nun zuerſt die fünf Sonnabende abrechnen, wo ich Sie gebeten habe, ſich nicht hierher zu bemühen, dann noch außer⸗ dem die vier Sonntage, welche Sie für ſich zu behalten wünſchten.

Er dividirte nun die Sache auf einem Blatt Papier und ſetzte dann hinzu: Sie verdienen alſo täglich 1 Franc 66 Centimes; ziehen wir nun neunmal 1 Fr. 66 Cent. von fünfzig Francs ab, ſo bleiben Ihnen 35 Fr. 6 Centimes, die ich Ihnen hiermit übergebe.

Der arme Menſch war ſo verblüfft, daß er das Geld nahm und damit ging, ohne ſich nur zu getrauen, ein Wort zu entgegnen.

Als Emile Rugier ſich um einen Sitz in der Akademie bewarb und ſeinen herkömmlichen Beſuch bei allen Mitglie⸗

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