Jahrgang 
1-26 (1867)
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Die gnädige Frau iſt zu Janſen's Freude nicht

Vierte

wendete er ſich zu ſeiner Gattin:Nicht wahr, Emilie, es iſt wirklich gar zu freundlich, unſertwegen noch einmal zu diniren, wir hätten es wirklich nicht nöthig gehabt; wir haben in E. noch ein wenig ge⸗ frühſtückt, nicht wahr?

Ja wohl, antwortete etwas zögernd die Gattin, Sie hätten das nicht thun ſollen.

Dummes Zeug! ruft darauf Janſen,wenn Ihr erſt ein Stück Fleiſch auf der Gabel habt, wer⸗ det Ihr ſchon zubeißen, und mögt Ihr es nicht, iſt es auch gut; die Jungens werden ſchon damit fertig werden. Anna Marie, lauf einmal in die Küche und ſieh zu, ob die Kartoffeln bald gar ſind.

Anna Marie wäre ſchon lange recht gern nach der Küche gegangen und eilt nun dahin.

Wäͤhrend der Abweſenheit ſeiner beſſern Hälfte bietet Janſen all' ſeine Ueberredungsgabe auf, um die Baſe zur Annahme eines Gläschens Doppelanis zu verführen; gut für die Verkühlung, verſichert er; es iſt noch von der letzten Taufe, künftigen Erſten vor einem Jahre.

unerbittlich und ſelbſt Herr von Middelneſſe, der zwar nie etwas trinkt, ſitzt zuletzt wie ſeine beſſere Hälfte mit einem bis zum Rande gefüllten Gläschen Doppelanis vor ſich. Nun will auch Janſen der Ge ſellſchaft wegen noch ein Tröpfchen trinken.Noch

einmal eſſen, noch einen Bittern.

Während der Abweſenheit der Hauswirthin er⸗ fährt das Ehepaar, daß Vetter Janſen durchaus nichts von Förmlichkeiten hält, daß er nicht leicht etwas anbietet, was er nicht wirklich los ſein will, daß er

::.:. meebſten hat, wenn man ihm reinen Wein ein⸗

ſchenkt, daß er einen angebornen Ekel vor Hinterliſt hat und darum ſeinen Nachbar Jan Toks nicht riechen und nicht ſehen kann. Ohren ſitzen, ſchöne Worte und nichts dahinter. Das Ehepaar erfährt ferner, daß er, Janſen, zu den Erſten

Jan Toks hat es hinter den

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zu hoch trägt.Seht Ihr, wenn ich einem geringen Manne begegne, dann mache ich es ſo, ſagt der Sprecher, indem er die Mütze lüftet, die er gewohnt iſt, auch im Hauſe zu tragen,aber, fährt er fort,wer nicht arbeiten will, der hat den Janſen zum Feinde; zu dem tüchtigen Arbeiter ſage ich immer, und er lüftet wieder die Mütze:kommt herein, ſage ich, ſetzt Euch, und dann plaudern wir als Freunde, denn ſehen Sie, Menſch bleibt Menſch! Und weiter erfahren Herr und Frau von Middelneſſe die natürlich in des Vetters Grundſätze durchja wohl und der⸗ gleichen Ausrufe einſtimmen daß dieſer ſechsund⸗ vierzig Morgen Land ullter dem Pfluge hat und ſechszehn Kühe und vierzig Ochſen auf der Weide, daß hinter dem Hauſe eine Menge Kirſchbäume ſtehen und daß die letzten Kirſchen gerade geſtern ſollten ge⸗ pflückt werden, aber daß er geſagt habe:Wir wollen ſie ſitzen laſſen, dann können der Vetter und die Baſe aus dem Haag ſich einmal recht ſatt daran eſſen! Keine zehn Minuten ſpäter liegt ein ſchneeweißes,

wenn auch etwas grobes Laken durch Baſe Janſen

ſelbſt über den Tiſch gebreitet, dann ſtellt die Haus⸗ frau die tiefen Teller auf, indem ſie zählt:Da ſitzt der Vetter, da ſitzt die Baſe, da ſitzt Janſen und da ſitze ich, dann legt ſie links von jedem Teller eine Gabel, rechts einen Löffel, an das eine Ende des Tiſches kommt noch ein Häufchen von der erſteren, an das andere Ende ein Häufchen von der letzteren

Sorte Silberzeug.

Eine brannrothe Dirne im Alltagsgewand, ein rothes Halstuch über die Bruſt gebreitet und an der Seite in den Rock geſteckt, tritt mit einemGuten Tag zuſammen! in das Zimmer herein und ſagt, indem ſie eine große runde Schüſſel auf den Tiſch niederſetzt:Hier iſt die Suppe, ſie iſt heiß; paßt auf!

Dafür haben wir das Blaſen gelernt, ſagt Janſen, und zu den Gäſten gewendet:Rückt heran,

im Dorfe gezählt wird, aber darum den Kopf nicht wenn's gefällig iſt.

Feuilleton.

Der Regenſchirm des Herrn Thompſon. Nach dem Engliſchen von Friedrich Coßmann. (Schluß.) Ich vermuthe, es war nicht Jeſſie's Schuld, daß ihr Gatte der er Hinterlaſſenſchaft meiner Tante wurde.

Was als nächſtem Verwandten geſetzlich zu;

Sporge zu tragenhr hart andten deſeuli zn; wird mich das hr hart. Die arme th

I

machen, aber ſie hatte es ſtets von einer Zeit zur andern ver⸗ ſchoben. Herr Norris benahm ſich dabei ſehr hübſch, wie man mir ſagte. Er gab mir das Piano, welches meine Tante ausdrücklich für mich gekauft hatte, einige wenige andre Arti⸗ kel von keinem großen Werthe und die ganze Garderobe mei⸗ ner Tante. Er behielt ihre Juwelen, die ſchön waren, und das Möblement, von dem ich, wie er ganz richtig ſagte, kei⸗

nen Gebrauch machen könne. Außerdem erlaubte er mir,

len, ein Teſtament zu meinen Gunſten zu bis zu Mariä Verkündigung in unſrer bisherigen Wohnung