Jahrgang 
1-26 (1867)
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Wenn man darüber ſich Gewißheit verſchaffen könnte! ſagte ſie nach einer kurzen Pauſe.Vielleicht würde man dadurch Beweiſe erhalten, die meinem Verlobten das Gefängniß öffneten. Wir wollen offen miteinander reden. Ihr ſeid ſelbſt Schmuggler, wes⸗ halb wurdet Ihrs? Aus beſonderer Vorliebe für die⸗ ſes gefahrvolle Geſchäft, oder

Ich ward es aus leichtſinnigem Uebermuth, ich wollte beweiſen, daß ich keine Furcht kannte und das Schickſal wollte, daß ich ſchon beim erſten Male er⸗ tappt wurde. Nachdem ich einmal beſtraft war, blieb mir kaum etwas Anderes übrig, als

Wenn nun Jemand Euch einen Weg zeigte, auf welchem Ihr ſicherer und leichter Euer Brod verdie⸗ nen könntet, würdet Ihr der bisherigen Laufbahn ent⸗ ſagen? unterbrach Anna ihn.

Vielleicht. Aber ich glaube nicht, daß irgend Jemand mir den Gefallen erzeigen wird.

Wohlan, ſo thue ich's. Wollt Ihr mir beiſtehen gegen den Grenzjäger und Euch meinen Bedingungen

fügen aſo ſollt Ihr bis an Euer Lebensende bei mir

in Dienſt bleiben und ich verſpreche Euch, daß es ein leichter und angenehmer Dienſt iſt.

Der Schmuggler zögerte.Nein, ſagte er end⸗ lich,nehmt mir's nicht übel, wenn ich Euer Anerbieten zurückwejſe. Ich bin an dieſes gefahrvolle Leben ein⸗ mal gewöhnt, ich würde mich unglücklich fühlen, wenn ich eine andere Laufbahn betreten ſollte. Aber bei⸗ ſtehen will ich Euch, ſo gut ich's vermag.

Gut, hört meinen Plan, fuhr Anna fort. Irverſtect irgendwo an einem geeigneten Orte einen geſchmuggelten Ballen und ich übernehme es, den Grenzjäger wiſſen zu laſſen, daß er an jenem Orte Contrebande finden werde. Es unterliegt keinem Zweifel, daß er den Ballen holen und dahin bringen wird, wohin er die in den jüngſten Wochen confis⸗ cirten Waaren gebracht hat. Ihr werdet ihn beobach⸗ ten, ihm unbemerkt folgen und mir Nachricht bringen, ſobald Ihr etwas erfahren habt.

Und was dann? fragte der Schmuggler.

Das Weitere wird ſich ſinden, ich zahle Euch den Werth des Ballens und belohne Euch außerdem Eure Mühe. Da Ihr Eurem Gewerke nicht entſagen wollt, ſo werde ich wohl darauf verzichten müſſen, daß Ihr vor Gericht für die Unſchuld meines Verlobten Zeugniß ablegt.

Das kann Niemand verlangen, entgegnete der

alte Mann kopfſchüttelnd;um ihn zu retten, müßte ich

meine Cameraden verrathen und ſelbſt den Kopf in's Loch halten. Seht zu, was ſich thun läßt, wenn es Euch gelingt, den Grenzjäger zu überführen; weiter,

Folge. 259

als bis zur Entlarvung dieſes Mannes, kann mein Beiſtand ſich nicht erſtrecken.

Anna trat, nachdem der Schmuggler ſie verlaſſen hatte, wieder an's Fenſter, die Unterredung mit dem alten Manne regte ihr Denken mächtig an. Gelang es, den Grenzjäger der Ueberſchreitung ſeiner Amts⸗ befugniſſe, elender Machinationen und gar der Ver⸗ heimlichung confiscirter Waaren zu überführen, ſo mußte das Gericht dem Geſuch, den Proceß gegen Hermann zu revidiren, Folge geben. Schon am näch⸗ ſten Tage wollte Anna in die Stadt gehen und mit einem tüchtigen Advocaten ſich darüber berathen.

Das Licht brannte trübe, es war dem Erlöſchen nahe, Anna bemerkte es nicht, in ihren Gedanken ver⸗ ſunken blieb ſie bis nach Mitternacht am Fenſter ſitzen.

In dem Augenblick, in welchem ſie ſich erheben wollte, um zur Ruhe zu gehen, ſah ſie plöͤtzlich aus dem kahlen, entlaubten Gebüſch einen Mann hervor⸗ treten. Konnte Anna auch weder die Geſichtszüge noch die Kleidung dieſes Mannes unterſcheiden, ſo erkannte ſie doch augenblicklich den Grenzjäger in ſei⸗ ner Geſtalt, ſeiner Haltung und ſeinen Bewegungen. Er näherte ſich vorſichtig der Mühle.

Das Licht war erloſchen, Anna vermied jede Be⸗ wegung, fürchtend, durch dieſelbe ihrem Feinde zu verrathen, daß ſie ihn beobachtete. Sie ahnte, daß die nächſte Stunde ihr die Löſung des Räthſels brin⸗ gen mußte, auf welches der Schmuggler ſie aufmerk⸗ ſam gemacht hatte.

Anton Weber ſchritt über den Steg, der über den Mühlbach führte, gleich darauf war er dem Blick der Müllerin entſchwunden. Anna erhob ſich und verrie⸗ gelte die Thüre, lauſchend blieb ſie an derſelben ſtehen.

Eine geraume Weile verſtrich, ſchon vermuthete die Müllerin, der Grenzjäger habe den Weg zum Dorfe eingeſchlagen, als ſie vernahm, daß eine Thüre ge⸗ öffnet wurde. Das Kreiſchen der Angeln verrieth ihr, daß es die Thüre war, welche zum Kellergewölbe führte.

Was wollte der Grenzjäger in der Mühle? Und auf welchem Wege war er hineingekommen?

Die zweite Frage hatte Anna raſch beantwortet, Anton Weber kannte ja die kleine Thüre, welche aus dem Gewölbe in's Freie führte, jedenfalls beſaß er zu mehreren Thüren Schlüſſel.

Auf dem Hausflur und zwar unter der Treppe, welche in den oberen Stock führte, ſtand ein alter großer Schrank, der vor mehreren Jahren zur Aufbe⸗ wahrung landwirthſchaftlicher Geräthe gedient hatte, jetzt aber nicht mehr benutzt wurde, weil er zu unbe⸗