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nicht zu ſagen, aber über die blühende Lage der klöſterlichen Anſtalten in der Hauptſtadt Frankreichs beſteht kein Zweifel. In den verſchiedenen Theilen der Stadt erheben ſich fortwäh⸗ rend neue hervorragende Gebäude, die wie ein Kreuz zwi⸗ ſchen einem Privathauſe und einer Caſerne ausſehen. Für das Erſtere zu groß, ſind ſie kaum für die Zweite groß genug und viel ſchöner gebaut, als Caſernen es in der Regel ſind. Wenn man ſich nach der Beſtimmung des Gebäudes erkun⸗ digt, ſo erfährt man, daß es ein Kloſter für die Nonnen des heiligen Herzens, die Urſulinerinnen oder die Carmeliterinnen iſt. Die Entwickelung des Kloſterſyſtems ſchreitet in Paris in der jetzigen Zeit ſo ſchnell voran, daß die hier aufgeſtellten Zahlen wahrſcheinlich noch vergrößert werden müßten, weil ſeit der Aufſtellung dieſer Statiſtik ſicher manche neue Klö⸗ ſter daſelbſt errichtet worden ſind.“ C.
Vom deutſchen Büchermarkt.
Preußens Krieg gegen Oeſterreich und deſſen Verbündete. Von Richard Baron. Oppeln, bei Albert Reiſewitz.
Noch einmal eine kürzere Behandlung deſſelben Themas,
Rovellen⸗
Zeitung.
mit Recht durch die populären Schriften der rationalen Me⸗ dicin ſehr eingeſchränkt und faſt auf gar nichts reducirt, doch ſcheint uns dieſer Rückſchlag das Kind mit dem Bade zu ver⸗ ſchütten, da es ſich ſchwer dürſte abſtreiten laſſen, daß gewiſſen Vegetabilien eine wohlthätige mediciniſche Wirkung inne⸗ wohnt. Zwiſchen einem vernünftigen Gebrauch ſolcher Me⸗ dicamente und der viel verdammten Quackſalberei dürfte noch ein ziemlich breiter Mittelweg liegen. O. B.
Die Wahrheit. In ihren Hauptzügen dargeſtellt von Prais. Leipzig, bei Förſter und Findel. 1866.
Der Name des Verfaſſers iſt anonym und der erſte wiſſenſchaftliche Gegenſtand, welchen er behandelt, erlaubt uns hier nur einige Andeutungen, die wir um ſo eher kurz halten dürfen, da ſie für das gediegene Buch erfreulicher Art ſind.
Der gebildete Autor zeigt ſich als ein ernſter, ſelbſt⸗ denkender Kopf, der zwar oft durch ſeinen unbefangenen, wenn auch zuweilen ſehr individuellen Ideengang genöthigt wird, gegen Ausſprüche der berühmteſten Philoſophen zu polemiſiren, der aber dabei doch weit davon entfernt bleibt, hieraus für das frivole Amüſement des Leſers ein pikantes Material zu ſchlagen. Den Nachbetern Schoppenhauers und
‚die ebenfalls wie die vorige vom preußiſchen Standpuncte aufgefaßt und mit patriotiſcher Färbung zum Gedenkbüchlein für Schule, Volk und Heer beſtimmt iſt. O. B.
Der Küchen⸗ und Blumengarten für Haus⸗ frauen. Von Henriette Davidis. Iſerlohn, bei J. Bädecker, 1866.
Es iſt bereits die ſechſte ſehr vermehrte Auflage, in welcher ſich hier allen Laien, die Gartenfreunde und Liebhaber von Gemüſezucht ſind, dieſe nach den Monaten geordnete An⸗ leitung zur Cultur des Blumengartens empfiehlt.
Der Verfaſſerin ſtehen zahlreiche Erfahrungen über die Freuden und Leiden des Gärtners zu Gebote und ſie hat davon für die Leſer einen klaren Gebrauch gemacht. Der Anfänger erhält ſomit einen zuverläſſigen und nützlichen Rathgeber, dem er ſich anvertrauen darf, ohne dahinter die Täuſchungen zu vermuthen, welche ein leeres Geſchwätz leider in dieſen Gebieten der Literatur heute ſo oft bietet.
Zum Schluſſe erwähnt die Verfaſſerin noch eine Anzahl von einheimiſchen Gartengewächſen in Bezug auf deren Ge⸗ brauch in der Hausapotheke. Die Hausapotheke, früher in ſorgſamen Familien ſehr ausgedehnt, iſt zwar in neuer Zeit
Im Verlage von Julius Hermsdorf in Jena erschien und
ist in allen Buchhandlungen und Leihbibliotheken zu haben:
Reklame!
Original-Roman in 2 Büchern
von
. Carl Schultes.
2 Bände. 8. 26 Bogen. Eleg. broch. 2 Thlr.
Hüd und Nord!
Original-Novellen von
Carl Schultes, herzogl. Braunschw. Hofschauspieler.
2 Bde. 43 Bogen 8. broch. 25⁄6 Thlr.
allen Autodidacten(— Schoppenhauer ſelbſt war indeſſen keiner, ſondern trug ſich nur oft in deren Coſtüm) pflegt jenes widerliche Opponiren eigen zu ſein. Der Verfaſſer bringt nur ſeinen Ueberzeugungen die Brandopfer der Wahr⸗ haftigkeit ohne jeden übeln Geruch.
Seine Sprache und Vortragsart haben keinen Glanz und wenig beſtechlichen Realismus der plaſtiſchen Gegenſtänd⸗ lichkeit, ja beide ſind oft dem Schwerfälligen näher, als der ſichern Anmuth. Aber er geht ruhig und ohne auf„Effect zu denken“(— man kann dies eben ſo gut wie auf Effect malen—) ſeinen einfachen Weg, auf den ihn ſicher eine kleine Gemeinde begleiten wird, und wäre es nur der Denk⸗ übung wegen, die immer ein ethiſcher Act bleibt und ihren Gewinn in ſich trägt. O. B. Inhalt: Die Müllerin. Novelle von Ewald Auguſt König.
*(Fortſetzung.)— Feſtlied zur dreihundertjährigen Jubel⸗ feier des Geburtstages William Shakeſpeare's, den 24. April 1864. — Literariſche Briefe von Otto Banck.
Feuilleton. Der Regenſchirm des Herrn Thompſon. Nach dem Engliſchen von Friedrich Eoßmann.— Die merkwürdigſten Eruptionen des Veſuv.— Mémoires du comte Beugnot.— Yankee⸗Ladies. — Klöſter in Paris.— Vom deutſchen Büchermarkt.
Im Verlag von Hermann Coſtenoble in Jena erſchien und iſt in allen Buchhandlungen und Leihbibliotheken zu haben:
arie Antoinette und ihr Sohm.
Hiſtoriſcher Roman
von
Loniſe Mühlbach. 6 Bände. 8. Eleg. broch. 6 ½ Thlr.
In dieſem Roman rollt die rühmlichſt bekannte Verfaſſerin ein großartiges Gemälde der franzöſiſchen Revolution, ihrer Urſachen und ihrer Wirkungen vor dem Leſer auf, und die tief ergreifendſten Scenen, die ſpannendſten Situationen entwickeln ſich wie von ſelbſt aus dem glänzenden Stoffe heraus. Marie Antoinette iſt die tragiſche Heldin dieſer großartigen Tragödie der Revolution.
Redigirt unter Verantwortlichleit von Qulo Friedrich Dürr in Leipzig.— Verlag der Dün'ſchen Buchhandlung in Leipzig.— Druck von A. Edelmann in Leipzig
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