Jahrgang 
1-26 (1867)
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und Aegypten kam und auch in Rom(80 Stunden Entfer⸗ nung) dermaßen die Luft erfüllte, daß er die Sonne ver⸗ dunkelte: weshalb auch hier mehrere Tage lang die Angſt nicht gering war und man glaubte, daß Alles darunter und darüber gehe, die Sonne auf die Erde falle und die Erde in den Himmel ſtürze. Derſelbe Schriftſteller erwähnt auch der zweiten Eruption im Jahre 203 nach Chr.(unter Kaiſer Septimius Severus), wobei der Veſuv viel Feuer auswarf und ein ſolches Gedröhn hören ließ, daß man es in Capua, woſelbſt ſich Dio Caſſius aufhielt und an ſeinem Geſchichts⸗ werke ſchrieb, deutlich vernehmen konnte.

Von ſeinen 54 ſpäteren Eruptionen müſſen wir noch folgende als bedeutendere und verderblichere beſonders er⸗ wähnen:

Jene des Jahres 1631, welche ſich in zahlloſen Feuer⸗ ſtrömen über die ganze Gegend ergoß, alle Orte am Fuße des Berges und alle fruchtbaren Gefilde zerſtörte und faſt die Hälfte der Einwohner in ihren Flammen begrub.

Die von 1794, welche, nach Leopold von Buch's Be⸗ richt, als die drittheftigſte zu betrachten iſt. Sie begann nach vorausgegangenem dreitägigen Erdbeben am 15. Juni Nachts 11 Uhr und dauerte, mit Hinzurechnung des mehr⸗ tägigen Aſchenregens, faſt bis zum Ende des Monats.Der Veſuv war erzählt der berühmte Geologeam Fuße des Kegels geborſten und die Lava ſprang aus mehreren Oeffnungen in paraboliſchen Bogen, unter fortwährendem dumpfen, aber heftigem Lärm und Schwankungen des Berges hervor. Rauch, Flammen und Dampf erhoben ſich zu un⸗ geheuren Höhen jenſeits der Wolken und verbreiteten ſich in der von Plinius angegebenen Piniengeſtalt. Dabei ſchleuderten die ſo gewaltſam und tobend hervorbrechenden elaſtiſchen Mächte unzählbar große Felsſtücke zu erſtaunlicher Höhe in die Luft, und neue Flammen und ſchwarze Rauch⸗ wolken folgten dieſen zertrümmerten Felſen, Endlich ſchien der Berg nur eine einzige Batterie gleichzeitig abgefeuerter Artillerieſtücke zu ſein. Um 11 Uhr in der Nacht war die Lava aus dem Innern hervorgebrochen, als ein Strom von 2000 Fuß Breite, und ſchon um 5 Uhr des Morgens war die Stadt Torre del Greco nicht mehr: ihre 18000 Menſchen ſuchten Schutz auf dem Meere, das der Lava kaum Grenzen zu ſetzen vermochte, denn mächtig wälzte ſich der obere, flüſſige Theil derſelben über den unteren, im Waſſer erſtarrten hinweg. Weit umher ſiedete das Waſſer und ge⸗ kochte Fiſche in unzähliger Menge bedeckten die Fläche.

Der Aſchenregen, bemerkt ferner Leopold von Buch, ſei um ſo ſtärker und dichter gefallen, je mehr man ſich dem Berge näherte. In Neapel ſei er nur feiner, 1 Linie dicker Staub geweſen; dagegen in Portici ſchon 5, in Reſina 9, und in der Nähe der Lava ſogar 15 Linien und von der Beſchaffen⸗ heit eines dunklen Sandes, während auf dem Veſuve als kleine Steintrümmer.Dieſe unaufhörlichen Aſchenaus⸗ brüche hatten das Innere des Berges ſo ſehr erſchöpft, daß er den Gipfel nicht mehr zu tragen vermochte und derſelbe in den Krater zuſammenſtürzte, ſo daß man bei Anbruch des weniger durch Aſche verhüllten Tages mit Erſtaunen ſtatt der früheren Spitze, den Gipfel ſchief gegen das Meer abge⸗ ſtutzt ſah. Außerdem hatten zahlreiche Wolkenbrüche ſtatt⸗ gefunden, welche ſowohl reißende Waſſerſtröme bildeten und mit ſchrankenloſer Gewalt Alles mit ſich fortriſſen, als auch mit der feineren Aſche ſich zu einem zähen, ſchleimigen Teige verbanden, der ſchließlich unter ſeiner Laſt erdrückte, was jene etwa noch verſchont hatten..In der einzigen Nacht

Novelſen⸗

des 20. Juni wälzten ſich fünf ſolcher Waſſerſtröme vom

Zeitung.

Berge und dreimal im Laufe des folgenden Tages erneuerte ſich dieſe verwüſtende Erſcheinung, deren verderbliche Gewalt hinter jener der Lava nicht zurückſtand.

Erſt am 26. Juni, als die Aſche nicht mehr dunkelgrau oder ſchwarz war, ſondern hellgrau und zuletzt beinahe weiß zu werden anfing, konnte man, der Erfahrung gemäß, den Proceß als beendigt anſehen. Aſche fiel nur noch an einigen Tagen und ſeit dem 8. Juli kehrte Heiterkeit in das glückliche Klima Neapels zurück.

Nicht minder bedeutend war die Eruption vom Jahre 1822. Alexander von Humboldt ſagt von dem damaligen Aſchenregen, der vom 24. October zwölf Tage lang fort⸗ dauerte,er bleibe der denkwürdigſte, von dem man ſeit des älteren Plinius Tode ſichere Kunde habe, und die Menge der Aſche ſei vielleicht dreimal größer geweſen, als alle Aſche, welche man jemals habe fallen ſehen, ſo lange vulcaniſche Erſcheinungen beobachtet worden. Die Dicke der Aſchen⸗ ſchicht ſei an den Abhängen des Berges 3 Fuß, in der Ebene dagegen 15 bis 18 Zoll und die Finſterniß ſo ſtark geweſen, daß man genöthigt war, auf den Straßen mit Laternen zu gehen.

Endlich bei dem letzten großen Ausbruche im Jahre 1839 erreichte die aus dem Krater ſenkrecht aufſteigende Feuerſäule über demſelben eine Höhe von mehr als 1000 Fuß und der nachfolgende Aſchenregen verdunkelte drei Tage lang die Sonne. Weniger heftig zwar, aber immerhin großen Schrecken verbreitend, waren ſchließlich noch die Eruptionen von 1853 und 1857, bei welch' letzterer ſich die Lava aus 9 breiten Strömen in der Richtung gegen Portici⸗ ergoß und bedeutende Verheerungen anrichtete.

So viel von der Geſchichte des Veſuvs, der bekanntlich

im vorigen Jahre ſich wiederum zu regen anfing, nachdem er ſeit 1858 ſo gut wie geruht hatte. Nachdem nänlich ſeit Mai 1864 in der neapolitaniſchen Provinz Capitanata mehr oder weniger heftige Erdſtöße vorausgegangen waren, be⸗ gannen am 31. Januar 1865 erſt der Aetna und am 10 Februar auch der Veſuv ihre vulcaniſche Thätigkeit auf' Neue: beide jedoch ohne beſondere Nachtheile für ihre Um⸗ gebung. Ihre Lava hatte ſich ſeitliche Bahnen gebrochen und war, aus langen Ritzen hervorquellend, ziemlich langſam ge⸗ floſſen; dagegen fand eine, mit dieſer Revolution in Zuſam⸗ menhang ſtehende Verſinkung eines Berges bei Catania, auf Sicilien, ſtatt, welche Anfang März eintrat und nach über⸗ einſtimmenden Berichten eine ſo vollſtändige war, daß nur noch die Baumſpitzen des Berggipfels aus der Ebene her⸗ vorragten. Hier hätten wir alſo das merkwürdigſte Gegen⸗ ſtück zu dem Monte nuovo, der innerhalb 36 Stunden aus dem Flachlande in die Höhe geſtiegen war. Uebrigens ge⸗ hörten, beiläufig geſagt, ſolche partielle Verſinkungen ſchon im Alterthume keineswegs mehr zu den Seltenheiten, obwohl ſie für Wunder und Wahrzeichen gehalten wurden. zählt Livius, außer der bekannten Fabel des Curtius auf dem römiſchen Forum von Erdriſſen und Löchern bei Velletri, in welche Bäume verſunken ſeien; desgleichen verſank nach Plinius vor dem Bürgerkriege des Pompejus im Gebiete von Cuma ein Baum ſo tief, daß nur noch wenſge Zweige aus der Erde hervorragten, und wurde zur Zeit dön Nero's Sturz in den maruciniſchen Gefilden(am adriatiſchen Meere) unter ähnlichen Erſcheinungen zugleich ein ganzer Oelgarten von einer Seite der Heerſtraße plötzlich auf die andere ver⸗ ſetzt und dergl. m. 3

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