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Vierte Folge.
Auf der entgegengeſetzten Seite(beim Veſuve) zerplatzte eine ſchreckliche ſchwarze Wolke, ſchoß und ſchleuderte ſchlangen⸗ förmige Feuermaſſen umher und entlud ſich in länglichen Flammengeſtalten, die wie Blitze ausſahen, allein größer waren. Jetzt wurde der Freund aus Spanien heftiger und dringender und meinte:„Wenn Dein Bruder, wenn Dein Oheim noch am Leben ſind, ſo wollen ſie Euch gerettet wiſſen: und ſind ſie todt, ſo war es wohl ſicher ihr Wunſch, daß Ihr ſie überlebet. Warum verzögert Ihr alſo Eure Flucht?“ Und als wir ihm entgegneten, daß wir es nicht über uns ge⸗ winnen könnten, für unſere eigene Rettung zu ſorgen, ſo lange wir über die ihrige in Ungewißheit lebten,— da verweilt er nicht länger, ſtürzt fort und entreißt ſich in ſchnellem Laufe der Gefahr.
Bald darauf läßt ſich jene Wolke auf die Erde nieder und bedeckt die See. Sie hatte das Eiland Caprea umgeben und eingehüllt; auch das Vorgebirge Miſenum entzog ſich unſeren Blicken. Da ermahnte, bat, befahl die Mutter, ich ſollte fliehen, ſo gut ich könnte; ich ſei jung und würde leicht der Gefahr entrinnen; ſie dagegen, durch Alter und Kränk⸗ lichkeit gebeugt, wolle gern ſterben, wenn ſie nur nicht ſchuld an meinem Tode ſei. Ich erwiderte, daß ich mich ohne ſie nicht retten würde, ergreife ihre Hand und zwinge ſie, ſchneller zu gehen. Sie folgt ungern und mit Klagen, daß ſie mich aufhalte.
Schon fällt Aſche auf uns, doch nicht in großer Menge. Ich blicke zurück,— da kommt ein dichter Dampf wie ein auf die Erde gegoſſener Strom hinter uns her.„Laß uns ein wenig auf die Seite treten,“ ſage ich zur Mutter,„ſo lange wir noch ſehen können, damit wir nicht auf der Straße nieder⸗ geworfen und in der Finſterniß von der fliehenden Menge zertreten werden.“ Aber kaum hatten wir uns niedergelaſſen, als es finſter wurde, und zwar keineswegs wie in einer mond⸗ loſen wolkigen Nacht, ſondern wie wenn in verſchloſſenen Orten das Licht ausgelöſcht wird. Nun hörte man Weiber heulen, Kinder wimmern, Männer ſchreien, die Einen riefen ihren Aeltern, Andere ihren Kindern oder ihren Gatten. Einige erkannten ſich an der Stimme; Dieſe bejammerten ihr eigenes Geſchick, Jene das der Ihrigen; Manche wünſchten ſich den Tod aus Furcht vor dem Tode; Viele erhoben die Hände zu den Göttern; Andere behaupteten, es gebe keine Götter mehr und es ſei die letzte und ewige Nacht der Welt gekommen. Auch fehlte es nicht an Solchen, welche die wirkliche Gefahr durch erdichtete und erlogene Schreckensbot⸗ ſchaften vergrößerten. So erzählten Einige, ſie ſeien zu Miſenum geweſen, dieſes ſtände in Flammen, jenes ſei zu⸗ ſammengeſtürzt: Alles war falſch und doch glaubte man Alles.
Nun wurde es wieder etwas heller, was uns aber nicht wie Tag, ſondern mehr als Vorbote herannahenden Feuers vorkam. Doch blieb es in der Entfernung, und die Finſter⸗ niß kehrte bald mit einem ſo heftigen und dichten Aſchenregen zurück, daß wir oft aufſtehen und die Aſche abſchütteln mußten, um nicht zugedeckt und von ihrer Laſt erdrückt zu werden. Ich könnte mich rühmen, das mir in dieſer großer Gefahr weder ei Seufzer, noch ein unmännlicher Laut entfahren ſei, wenn ich nicht in dem Gedanken, daß ich mit Allem und Alles mit mir untergehen werde, einen traurigen, aber großen Troſt im Tode gefunden hätte.
Endlich löſte ſich die die dichte Finſterniß in eine Art von Rauch oder Nebel auf. Es wurde wirklich Tag, ſogar die Sonne kam zum Vorſchein, aber ganz trübe, wie bei einer Sonnenfinſterniß. Alle Gezgenſtände zeigten ſich dem
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unſicheren Blicke verändert und hoch mit Aſche, wie mit Schnee bedeckt. Wir gingen nun nach Miſenum zurück, pflegten uns, ſo gut wir konnten, und brachten die folgende Nacht unruhig, zwiſchen Furcht und Hoffnung ſchwankend, zu. Jene behielt die Oberhand, weil das Erdbeben fort⸗ dauerte und Manche, in wahrer Verrücktheit, durch ſchreckhafte Prophezeihungen ſich und Andere über ihr eigenes und frem⸗ des Unglück täuſchten. Wir jedoch, ungeachtet wir jetzt die Gefahr kannten und ihrer ſtets gewärtig ſein mußten, konnten uns auch jetzt noch nicht entſchließen, uns zu entfernen, bis wir Nachricht von dem Oheim hatten.
Du wirſt nun dieſes leſen, ohne es in Deine Geſchichte, deren es nicht werth iſt, aufzunehmen, und Du haſt es ledig— lich Deinem Wunſche beizumeſſen, wenn es Dir nicht einmal eines Briefes werth ſcheinen follte. Lebe wohl.“—
Wenn wir uns nun nach dieſen Briefen einerſeits eines leiſen Zweifels an der Unerſchrockenheit des Jünglings und ſeiner ruhig fortgeſetzten Lectüre während des Erdbebens kaum erwehren, ja ſogar ein gewiſſes Selbſtlob und das Streben nach Verherrlichung ſeines Namens durch Tacitus nicht verkennen werden, ſo dürfen wir doch andererſeits ſeiner objectiven Behandlung des Schreckensdramas nur anerkennend und rühmend gedenken, und dieſe Schilderung um ſo mehr für ſtreng wahrheitsgetreu halten, als, wie geſagt, die Be⸗ richte aller ſpäteren namhaften Eruptionen die Angaben des Plinius in allen Stücken beſtätigen.
Klar und in ſeinem vollen Umfange tritt uns aus dieſer Erzählung das Bild des mörderiſchen Proceſſes entgegen: wir fühlen unter unſern Füßen die Erde beben und hören den unterirdiſchen Donner mit wachſendem Ungeſtüm durch ihre Fugen rollen; wir ſehen plötzlich den Himmel umdüſtert und, bei zunehmender Finſterniß, eine mächtig ſchwarze Wolke, welche ſich alsbald in eine koloſſale Feuerſäule ver⸗ wandelt, die, hoch zum Himmel aufſteigend, nach allen Seiten Blitze ſendet und ſich in Feuerſtrömen zum Meere wälzt; wir ſehen die Gegend ein Flammenmeer, das Meer ſelbſt ein wogendes Ungeheuer, wie es wüthet, ſich bäumt und kocht; wir ſehen die unglücklichen Bewohner ſchreckensbleich aus der Stadt in's Freie fliehen; aber auch hier wankt der Boden und zucken feurige Blitze um ihre Häupter; auf's Neue kracht die Erde und droht den Einſturz der Himmel. Todesangſt und Verzweiflung beflügeln ihre Schritte, ſie fliehen verwirrt nach allen Seiten, aber bald empfängt ſie Grabesnacht, ſei's, daß ſie wie Plinius ermattet oder halberſtickt niederſinken und von dem nachfolgenden Aſchenregen wirklich begraben werden, oder im chaotiſchen Raume umher irrend, verzweiflungsvoll die Hände ringen und beten, weil ſie den letzten Tag ge⸗ kommen wähnen, oder endlich nach Hülfe und den Ihrigen ſchreiend, von einem geborſtenen Felsſtücke erſchlagen und von den kochenden Lavawellen überfluthet werden. Dann wird's ſtill ringsum und eine tiefe Nacht beginnt!
Endlich am dritten Tage wird es Tag und die Sonne tritt wieder hervor, aber ihr Antlitz iſt bleich, verſtört, traurig: denn ſie erblickt, ſtatt des blühenden Golfs, ein großes ſchwarzes Leichentuch erbarmungslos über ihn ausgebreitet; die ganze Natur iſt verändert und über Pompeji und ſeinen Schweſtern lagert Jahrhunderte langes Vergeſſen!
Dies war der erſte(bekannte) Ausbruch des Veſuv. Er mußte lange geruht haben dieſer Vulcan, vielleicht länger, als die Grabesnacht ſeiner Opfer, um endlich wieder mit ſo verderblicher Gewalt zu erwachen und einen Aſchenregen em⸗ porzuſchleudern, der, wie Dio Caſſius erzählt,„ſo gewaltig war, daß durch den Wind davon ſogar nach Afrika, Syrien


