——
——, ——
252 Novellen⸗
geſpielt habe, und als ſie ſprach, blickte ſie mit einer grauſamen Bedeutung auf mich.
Aber ich verrieth weder mein, noch ſein Geheimniß; und obſchon es mich ſehr verdroß, als ſie ihn dem Herrn Norris beſonders wegen ſeines Regenſchirms lächerlich zu machen ſuchte, bewahrte ich doch mein Schweigen.
„Ich bin überzeugt, er wird ſich mit ſeinem Regenſchirm unter dem Arm trauen laſſen,“ ſagte ſie am Abende vor ihrer Hochzeit.„Denkſt Du nicht ebenſo?“
Ich gab ihr keine Antwort. Ich ging in den Garten und wunderte mich darüber, wie er an ihr habe Gefallen fin⸗ den können. Leider! hätte ich mich auch darüber wundern können, wie ich an ihm Gefallen finden konnte, da ihm doch nichts an meiner Liebe lag.
Jeſſie's Verheirathung war ein Schlag für meine Tante. Sie hatte immer gedacht, ich würde zuerſt verheirathet werden. Daher war ſie durch Herrn Thompſon's Gleichgültigkeit grauſam verletzt und vielleicht errieth ſie auch den Grund meines veränderten Ausſehens. Ich glaube, ich wurde gerade damals blaß und magerte ab. Und ich ſpielte noch immer Chopin's Marſch.
„Liebe Auguſte,“ ſagte meine Tante eines Abends zu mir,„iſt das nicht ſehr betrübt?“
„Ich liebe es, Tante,“ erwiderte ich; aber ich beſchloß, den Marſch nicht mehr zu ſpielen..
„Herr Thompſon liebte ihn,“ ſagte ſie mit einem Seufzer. „Ich wundere mich, daß er nicht um Deine Hand angehalten hat,“ fügte ſie kurz hinzu.
Ich war ſtumm.
„Ich wünſchte, daß ich ihn nie zu uns eingeladen hätte,“ fuhr ſie fort.„Ich kann nicht umhin, zu denken—“
„Bitte, thun Sie das nicht!“ unterbrach ich ſie.
Sie ſchwieg, aber ſie rufte mich zu ſich, daß ich mich neben ſie ſetzen mußte. Sie liebkoſte mich, ſchmeichelte mir und allmälig hatte ſie mir mein ganzes Geheimniß entlockt.
„Mein armer Liebling,“ ſagte ſie, als ich ihr Alles bekannt hatte,„er mag Dich doch noch ſchätzen.“
„Nein, Tante, er wird nie ſich um meine Hand bewer⸗ ben. Aber, bitte, beunruhigen Sie ſich nicht um meinet⸗ willen. Ich denke, es zu überſtehen und ich will.“
Ich ſprach ganz entſchloſſen und meine Tante lobte mich.
„Du biſt immer das beſte Mädchen geweſen,“ ſagte ſie zärtlich,„und ich freue mich, daß Du Vertrauen zu mir ge⸗ habt haſt. Ich hatte nicht die Abſicht, dieſes Jahr in einen Badeort zu gehen; aber nun will ich Dich mit an die Küſte
der See nehmen. Du mußt eine Zerſtreuung haben, mein armer Liebling.“
Sie küßte mich und ich erinnere mich daran, wie ruhig und glücklich ich mich in dem dunkeln Zimmer fühlte, wo ich an der Seite der meinem Herzen ſo theuern Tante ſaß und nach dem mit Sternen bedeckten Himmel blickte. Die Nachti⸗ gall ſang wieder, wie an jenem traurigen Abend, wo ich mich ſo gebrochenen Herzens fühlte; Thränen ſtiegen in meine Augen, als ich mich daran und an ſeine letzte Güte und an meine verwelkten Hoffnungen erinnerte; aber mit meinem Gram vermiſchte ſich keine Bitterkeit mehr.
„Du brauchſt eine Veränderung,“ ſagte meine Tante wieder. Leider! kam dieſe Veränderung mit dem Morgen. Meine Tante fand ſich nicht wie gewöhnlich pünctlich zum Frühſtück ein. Ich ging hinauf in ihr Zimmer und fand ſie ruhig ſchlafend. Aber ach! dieſer Schlummer war zu ruhig, zu tief. Die guten Augen, welche ſo oft liebevoll auf mir
Zeilung.
geruht hatten, waren geſchloſſen, die Stimme, welche ſtets mit ſo viel Zärtlichkeit mit mir geſprochen hatte, war für immer verſtummt.
(Schluß folgl.)
Die merkmwürdigſten Eruptinnen des Veſuv.
Dieſer bis in die Gegenwart thätige Vulcan, der ſich uoch vor nicht langer Zeit ſeiner Umgebung furchtbar ge⸗ macht, wird ſtets das Intereſſe aller europäiſchen Naturfreunde feſthalten, da es ihr einziger für die Beobachtung dankbare Feuerſchlund iſt. Wir haben bereits vor einigen Jahren in Bezug auf die Verſchüttung Pompejis 79 n. Chr. unſeren Leſern in getreuer Ueberſetzung die Schickſale des älteren Plinius mitgetheilt. Die hier folgende, von Lobſtein zu⸗ ſammengeſtellte Erwähnung der wichtigſten Veſuvausbrüche beginnen wir daher mit dem brieflichen Bericht des jüngeren Plinius, der mit ſeiner Mutter in Miſenum zurückgeblieben war, während der Oheim nach der gefährdeten Gegend von Stabiä hinüberſegelte, um mit der von ihm commandirten Flotte Menſchen zu retten, bekanntlich aber den Erſtickungstod bei ſeinem Heldenmuthe fand.
„Nachdem mein Oheim uns in Miſenum verlaſſen hatie,“ ſo ſchreibt der Neffe,„brachte ich die übrige Zeit des Tages mit Studiren zu: denn darum war ich zurückgeblieben. Hier⸗ auf badete ich, ſpeiſte, und ſchlief kurz und unruhig. Das ſchon mehrere Tage zuvor verſpürte Erdbeben hatte uns, weil ein in Campanien gewöhnliches Ereigniß, nicht ſonder⸗ lich beunruhigt. In jenerNacht jedoch ward es ſo heftig, daß
drohen ſchien.
Meine Mutter ſtürzt in mein Schlafzimmer. Ich war eben im Begriffe aufzuſtehen, um ſie zu wecken, falls ſie noch ſchliefe. Wir ſetzen uns in den Hof, der in mäßigem Zwiſchen raume die Häuſer von dem nahen Meere trennte. Ich n nicht, ſoll ich es Unerſchrockenheit oder Gedankenloſig nennen— denn ich war damals erſt 18 Jahre alt— al
ich ganz in meiner Muße wäre, und ſetzte die begonnenen Auszüge fort, als plötzlich ein Freund meines Oheims, der erſt kürzlich aus Spanien bei ihm eingetroffen war, herein
tritt und ſchilt, als er mich und meine Mutter ſitzend und
mich ſogar mit Leſen beſchäftigt findet, ſie wegen ihrer Ge⸗ duld, mich ob meiner Sorgloſigkeit. Ich aber las darum nicht weniger eifrig fort.
Es war bereits die erſte Stunde des Tages gekommen (6 Uhr Morgens) und noch war es nicht hell, der Himmel ganz trübe. Da die umliegenden Gebäude heftig wankten,
ſo war die Gefahr des Einſturzes in dem beſchränkten, wenn
gleich offenen Raume groß und unvermeidlich. Daher be⸗ ſchloſſen wir jetzt, die Stadt zu verlaſſen. Die erſchrockene Menge, welche thut, was ſie Andere thun ſieht und was in der Angſt für Klugheit gilt, folgt uns ſchaarenweiſe, drängt und ſtößt uns vorwärts. 3
Als wir die Gebäude hinter uns hatt Halt; aber auch hier neue Schrecken, neue Wagen, welche wir hatten hinaus fahren laſſen ganz ebenem Felde hin und her geworfen u bei untergelegten Steinen, nicht ruhig zur ob das Meer ſich ſelbſt verſchlingen auf ſich ſelbſt zurückgeworfen wür Ufer weit vorgerückt und wir ſahen.
Sande zurückgebliebene Seethiere.
Alles nicht nur ſich zu bewegen, ſondern den Einſturz zu
—
ich ließ mir die Geſchichte des Livius bringen, las, als ob
eine förm Flau war drin Ohe und ſie Und wine wir er ni der
und b und
unſer ſollte der ich an nicht zu ge aufhe
Ich die weni wir gewo zertr alse loſer Ort heul ihre Eini eigen ſich Händ Gött gekon wirke
ſchaft
Miſe
ſamn Alles


