Jahrgang 
1-26 (1867)
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und Ehre im deutſchen Reiche. Städte wurden ge⸗ gründet, durch Coloniſten der Anbau des Bodens ver⸗ beſſert und neue Erwerbszweige eingeführt. Schon ſeit dem erſten Viertel des dreizehnten Jahrhunderts

nahm der Aelteſte von ihnen jedesmal den Kurfüſten⸗ titel in Anſpruch. Waldemar, der letzte dieſer asca⸗

niſchen Markgrafen, ſtarb 1319 kinderlos und bald nach ihm 1320 ſein Neffe Heinrich, der letzte männ⸗ liche Sproß des einſt ſo zahlreichen und kräftigen Ge⸗ ſchechts. Die Blüthe und der Wohlſtand der Mark ſank mit dieſem edlen Fürſtenhauſe zugleich dahin. Von allen Seiten ſtürzten ſich gierige Nachbarn auf die herrenloſe Erbſchaft. Sachſen, Anhalt, Pommern, Mecklenburg, Böhmen und der Biſchof von Magde⸗ burg wollten Theile der Verlaſſenſchaft an ſich reißen. Die Verwirrung noch zu vermehren, traten die beiden Gegenkaiſer Ludwig der Baier und Karl von Luxem⸗ burg mit Anſprüchen auf die Mark hervor. Ludwig erklärte nach ſeinem Siege bei Mühldorf 1322 die Mark für ein eröffnetes Lehen und verlieh dieſelbe 1323 auf dem Reichstage zu Nürnberg ſeinem acht⸗ jährigen Sohne Ludwig, ungeachtet er dem König von Böhmen bereits früher die Belehnung zugeſagt hatte. Gegen dies eigenmächtige Verfahren erhoben Frankreich und der Papſt Einſpruch, und Ludwig der Baier und ſein Sohn wurden in den Bann gethan. Auf Anſtiften des Papſtes fiel der Biſchof von Magde⸗ burg von Weſten, und Polen und Litthauer fielen von Oſten her in die Mark und und verwüſteten das Land, welches zum Tummelplatz für die Kämpfe der Luxemburger und Wittelsbacher auserſehen ſchien. Das mächtige Rittergeſchlecht der Quitzow's übte ein förmliches Räuberregiment inmitten der allgemeineu Verwirrung. Sehnſüchtig gedachte das geplagte Volk der ascaniſchen goldenen Zeiten. Da war es erklär⸗ lich, daß die räthſelhafte Erſcheinung eines falſchen Waldemar, 1348, der nach achtundzwanzig Jahren aus fremden Landen zurückgekehrt ſein wollte, vielfach Glauben fand. Eine große Anzahl von Fürſten, Städten und Rittern erkannten den vom Tode er⸗ ſtandenen Markgrafen an. Selbſt der Kaiſer ertheilte ihm, wohl aus Haß gegen die Baiern, die Belehnung mit der Mark, ließ ihn aber ſpäter dennoch für einen Betrüger erklären. Gegenüber ſo vielen auf ihn einſtürmenden Widerwärtigkeiten vermochte Kurfürſt Ludwig ſich nicht zu behaupten; er entſagte der Regierung zu Gunſten ſeiner Brüder. Von dieſen wurde der letzte, Otto mit Namen, gezwungen, ſeine Rechte an den Sohn des Kaiſers abzutreten, und Karl IV. regierte nunmehr als Vater und Vor⸗ mund mit beſonnener Kraft das Land und ſuchte einen Theil des Unheils gut zu machen, welches die

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Jolge. bairiſchen Markgrafen verſchuldet. Leider ſchon 1378.

Sein Sohn Wenzel, bereits zum römiſchen Könige gewählt, erbte Böhmen und Schleſien, während die Mark an den Bruder deſſelben, König Sigismund von Ungarn und Böhmen fiel. In Ofen reſidirend, kümmerte er ſich nur wenig um das ferngelegene arme Land. Er verpfändete daſſelbe ſogar bei ſeiner beſtändigen Geldverlegenheit an die Herzöge Jobſt und Procop von Mähren, und die Neumark an den deutſchen Orden. Die Pfandinhaber kümmerten ſich um das Wohl des Landes gar nicht, ſondern ſuchten nur Geld aus demſelben zu erpreſſen.

Ungeſtört durften wieder die Quitzow's, Rochow's und Alvensleben mit ihren Raubgeuoſſen ihr Weſen treiben. Immer höher ſteigerte ſich die Noth und das Elend der Marken, bis Jobſt 1411 mit Tode abging. Da ſein Bruder Procop ſchon 1405 von Sigismund treuloſer Weiſe durch Hunger im Gefäng⸗ niſſe bei Seite geſchafft war, ſo nahm der inzwiſchen zum Kaiſer erwählte König von Ungarn nunmehr un⸗ beſtritten als Kurfürſt von der Mark Brandenburg Beſitz. Die nach Berlin zuſammenberufenen Abge⸗ ſandten der Städte und des Adels erkannten den neuen Herrſcher an und dieſer forderte ſie auf, ihm in ſeiner Reſidenz Ofen durch gewählte Vertreter den Huldigungseid zu leiſten. Die Städte ſchickten jede einige Mitglieder des Rathes; vom Adel gehorchte aber Niemand, als der Erblandmarſchall Gans Edler zu Putlitz. In der ungariſchen Hauptſtadt traf die Geſandtſchaft den König. Nach geleiſteter Huldi⸗ gung erhoben ſie Klage über den ſchlimmen Zuſtand des Landes und über die Verwüſtungen und Gewalt⸗ thaten, die von der Raubritterſchaft verübt wurden. Sigismund erwiderte, daß er als Kaiſer zu viel mit der Sorge für das Reich und mit den Spaltungen in der Kirche zu thun habe, um ihnen ſelbſt zu Hülfe zu kommen, doch wolle er ihnen ihn der Perſon des Burggrafen Friedrich von Nürnberg einen Mann als Statthalter ſchicken, der ganz geeignet ſei, die verwahr⸗ loſten Zuſtände der Marken in Ordnung zu bringen. Deß waren die Räthe gar ſehr erfreut und war es ihnen eine gute Zuverſicht. Alſo ſchieden ſie Jen de⸗ von dem Könige und kamen fröhlich zu Lande.heſten

Ich möchte hier für den Leſer die Bemerkuͤhm hinzufügen, daß dieſer hiſtoriſche Zeitpunect gerade derjenige iſt, welcher in der Gegenwart von ſo vielen Novelliſten und Romanſchreibern benutzt wurde, um auf ſolchem allerdings höchſt ausgiebig abenteuerlichen Hintergrunde ihre brandenburgiſchen Raubritter⸗ und Quitzow'ſchen Fehdegeſchichten aufzubauen. Das große Publicum irrt ſich gber, wenn es glaubt, aus