Jahrgang 
1-26 (1867)
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Novellen

Sanft gepflegt vom Regen, Von der Nacht geküßt.

Welke, zarte Blume, Schließ' die Blätter ſtill, Warſt im Heiligthume Schön, wie Gott es will.

Stirb, du zartes Leben, In des Abends Licht; Gehſt aus ſel'gem Streben, Schmerzen fühlſt du nicht.

Schön'res auch hienieden Nicht der Menſch erwirbt, Blumengleich im Frieden: Lebt er liebt und ſtirbt.

Literariſche Briefe uon Otto Banch.

Das Ideal und die Gegenwart. Von A. C Marx. Jena, bei Hermann Coſtenoble, 1867.

Als einem Freunde der Muſik werden Ihnen die vielbeachteten Schriften des im vorigen Mai verſtor⸗ benen Marx gute alte Bekannte ſein. Aber auch Denen, welche weniger vertraut ſind mit dem fleißigen, geiſtestüchtigen Wirken des Dahingeſchiedenen, wird es im Ermeſſen ſeines Rufes und edlen Strebens als eine Pflicht der Pietät erſcheinen, wenn hier auf das letzte einer ſeiner Bücher hingewieſen wird, mag daſſelbe immerhin einer ernſte nehr wiſſenſchaftlichenals popu⸗ lären Gattung angehören.

Der Verfaſſer ſpricht darin über die Einwirkungen des Ideals auf das geiſtige und ſociale Leben der Menſchheit und weiſt auch mit vielem löblichen mora⸗ liſchen Accent auf das moderne Abwenden vom Ideal in der Kunſtwelt hin.

Um ſeinem Thema phyſiologiſch näher zu rücken, ſpricht er zuerſt über die Charakteriſtik der verſchie⸗ denen fünf Sinne. Die Klarheit dieſes kurzen Ca⸗

pitels wird auch den Laien feſſeln und für das Buch⸗

einnehmen. Marx ſagt: 1 Wunderſame Fäden hat der Geiſt aus unſerm Innern hinübergeſponnen in alles Daſein, das, leiblich von uns geſchieden, uns umgiebt. Es ſind die Sinne. Der Sinn des Geſchmacks nimmt einen Theil des Stoffs, den er erkunden will, an ſich; der Geruch hat ſein Genügen ſchon an der Ausathmung, an der Atmoſphäre des ihn auf ſich ziehenden Gegenſtandes; das Gefühl wendet ſeine Forſchung an die Außen⸗

Jeitung.

ſeite, an ihre Sprödigkeit oder Nachgiebigkeit, an ihre Glätte oder Rauhheit, an den Grad ihrer Erwärmung; das Gehör nimmt die Schwingungen in ſich auf, welche von außen erregten oder innerlich beſeelten Körpern aus ihrem Innern entſpringen und durch die Luft oder andere vermittelnde Stoffe ihm zugetragen werden. Des Auge iſt Spiegel und Bote der Welt geworden, ſo weit ſie ſich im Lichte, in Licht- und Schattenwechſel und dem Zauberſpiel der Farben kund⸗ geben mag. Alle andern Geſchöpfe haben mehr oder weniger ihren Theil an dieſem Rüſtzeug der Sinnen⸗ welt, das wir überblickt haben. Ja, mehr als eins iſt uns bald in dieſem, bald in jenem Sinn überlegen. Nur das weit über unſer Ich hinausfaſſende Bewußt⸗

ſein, dieſe Geiſtesmacht, die ſich zum Weltbewußt⸗

ſein emporzuringen erweckt iſt, die alle aus den Sin⸗ nen ihr zuſtrömende Kunde in Erinnerung feſtzuhalten, geiſtig zu deuten, zu verknüpfen und damit zu verviel⸗ fältigen weiß, nur ſie iſt unſer Eigen, nur dies weite Bewußtſein iſt Urſprung und Gewähr unſerer Herrſchaft.

Blicken wir noch einmal zurück auf die Thätigkeit

der verſchiedenen Sinne, ſo finden wir zwei derſelben auf körperliche Theilnahme an dem Stoffe hingewieſen,

den ſie erkunden ſollen; der Geſchmack nimmt unmit⸗ telbare Stofftheile in ſich auf; der Geruch hat an ſolchen Genügen, die ſich ſchon vom Körper losgelöſt haben und die Atmoſphäre deſſelben bilden; der dritte Sinn, das Gefühl, ſondern blos der Betaſtung ſeines Gegenſtandes. Schon hier werden wir eines Fortſchritts vom Gröber⸗ Körperlichen zum allmäligen Fernbleiben vom Stoffe gewahr.

Der nächſte Sinn, das Gehör, hält ſich vom Stoffe ganz frei, nur die bald mechaniſche, bald leben⸗ dige Bewegung, die in demſelben vorgeht, wird er inne. Der letzte Sinn endlich, das Auge, faßt ſeinen Gegenſtand blos dadurch, daß es ſeine Geſtalt, wie ſie durch Licht und Schatten ſich zu erkennen giebt, und ſeine Stofflichkeit, wie ſie ſich in Geſtaltung und Farbe kennzeichnet, von der Umgebung unterſcheidet und als ein Eigenes und Selbſtſtändiges faßt.

Die neuere Phyſik hat auch in Licht und Farbe

das Product elaſtiſcher Schwingungen(wie in den

dem Gehör erfaßbaren Schallſchwingungen) erkannt, nur ungleich ſchnellerer Schwingungen, die erſt lange nach den dem Ohr faßlichen wirkſam werden. So viel iſt klar, daß die Reihenfolge der Sinne, vom

ſtofflichſten bis zu dem der Bewegung dem Lebendigen

am nächſten zugeeigneten, in ſtetiger Folge fortſchrei⸗ tet. ine Bemerkung iſt hier an den Sinn dfs Ge⸗

ſichts zuhknüpfen.

bedarf keines Annehmens,

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