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Er wandte ſich nach dieſen Worten raſch der Thüre zu.
„Nun hört auch mich,“ ſagte Anna leiſe.„Hättet Ihr früher mich einen Blick in Euer Herz werfen laſſen, es wäre Alles anders gekommen. Glaubt nicht, daß Ihr damals nicht hoffen durftet; es iſt ja ſelten der Fall, daß eine reine, innige Liebe keine Erwiede⸗ rung findet. Ich liebte Euch und ich glaubte zu be⸗ merken, daß ich Euch nicht gleichgültig ſei. Der Stolz der Bauernburſchen, die mich nicht eines Grußes werth hielten, empörte mich, ich befand mich gar oft in einer gereizten Stimmung. Ich verlangte Gegenliebe und wußte nicht, ob ich ſie verlangen durfte; ich hoffte, Ihr würdet ohne Rückhalt mit mir reden, Ihr thatet es nicht, ja Ihr vermiedet ſogar jede Gelegenheit, die einer Werbung günſtig war. Das erbitterte mich, und als der Müller um meine Hand warb, nahm ich aus zwei Gründen die Werbung an. Zuvörderſt wollte ich als die Frau des reichen, angeſehenen Müllers den ſtolzen Burſchen ihren Hochmuth heimzahlen; ſodann hoffte ich, Ihr würdet jetzt Euch mir gegenüber erklären, und ſo wahr ich hier vor Euch ſtehe, wenn Ihr's gethan hättet, noch am Abend vor der Hochzeit wäre ich Euch in die Fremde gefolgt. Ihr thatet es nicht, Ihr bliebt: das war mir ein ſicherer Beweis, daß ich mich in Euch getäuſcht hatte.
Als mein Mann beerdigt war und die Freier kamen, verglich ich ſie mit Euch und ich fand Keinen unter ihnen, den ich ſo gerne zum Manne genommen hätte, wie Euch. Und jetzt müßt Ihr wiſſen, ob Ihr Euer Bündel ſchnüren und mich verlaſſen wollt; ich hoffe, Ihr werdet es nicht thun.“.
Hellauf jauchzte der Jüngling, während er mit kräftigen Armen die Müllerin umſchlang.
„Waren wir nicht Thoren, daß wir ſo lange an⸗ einander vorbeigingen mit ſchwer bedrücktem Herzen, während es doch nur eines Wortes bedurfte, um des höchſten Gluͤckes theilhaftig zu werden?“ rief er. „Anna, jetzt fürchte nichts, ich werde Dich ſchützen, und nimmer ſollſt Du bereuen, daß Du Deine Zukunft mir anvertraut haſt.“—
Hätte der Grenzjäger, als er an der Mühle vor⸗ bei ſchritt, einen Blick in die Wohnſtube geworfen, ſo würde er über die Perſon ſeines begünſtigten Neben⸗ buhlers nicht länger in Zweifel geblieben ſein, er würde erkannt haben, daß er bereits aus dem Sattel gehoben war.
Es waren ſchöne Stunden, welche die Beiden an Jüngeſem Abend verbrachten; Hermann wünſchte die es überchte von ſeinem Glück in Kenntniß zu ſetzen, Anna
Novellen⸗ZJeitung.
nirgend zu finden, erſt nach langem Suchen und Rufen erſchienen ſie.
Hermann hatte deutlich bemerkt, daß ſie aus den Kellergewölben emporgeſtiegen waren, ſie leugneten es und behaupteten, auf dem Fruchtſpeicher geweſen zu ſein.
Das befremdete den jungen Mann, und er nahm ſich vor, am nächſten Tage den Grund zu erforſchen, der ſie bewog, ihren Aufenthalt in den unteren Ge⸗ woͤlben zu verheimlichen. Anna legte kein beſonderes Gewicht darauf, auch dann noch nicht, als ihr Ver⸗ lobter auf die Möglichkeit hinwies, daß die Knechte mit den Schmugglern verbündet ſein und die Keller⸗ gewöͤlbe zur Niederlage geſchmuggelter Waaren be⸗ nutzen könnten.
Deerr Grenzjäger hatte ſich vorgenommen, e⸗ 4¹ nächſten Tage ſeine Nachforſchungen anzuſtelle! d nach kurzem Nachdenken hielt er es für beſex, G Nachforſchungen nicht.ſo lange hinauszuſ e kehrte zu dem Orte zurück, auf welchem eyfie Schmugg⸗ ler beobachtet hatte.„Friſche Fiehn, gute Fiſche,“ ſagte er leiſe, während er, auf ſeine Büchſe geſtützt, ſcharf hinunterblickte;„warte ich bis morgen, ſo kann das Neſtchen leer ſein, während ich augendkckllich die Ueberzeugung habe, unumſtößliche Beweiſe z/ inden. Zuvörderſt gilt es, zu erforſchen, ob und W lMie⸗ derlage ſich in der Mühle befindet und auf welchem Wege man den Leuten am ſicherſten und leichteſten zu Leibe rücken kann. Eine ſofortige Verhaftung der Schuldigen würde mich meinem Ziele nicht näher bringen; mehr erreiche ich durch Drohungen. Das aber ſteht feſt, ohne Schonung und Mitleid werde ich verfahren, wenn das hochmüthige Weib abermals mir ihr Haus verbietet.“
Ungefähr zwei Stunden mochten verſtrichen ſein, als die beiden Schmuggler die Mühle auf demſelben Wege verließen, auf welchem ſie hineingegangen waren. Der Grenzjäger bemerkte, daß ſie den Weg zum Dorfe einſchlugen; nach wenigen Minuten waren ſie ſeinem Blick entſchwunden. 4
Langſam und vorſichtig ſtieg der Grenzjäger hin⸗ unter. Er näherte ſich der Mühle und ſchlich ſich,
an die Thüre. Sie war geſchloſſen, einen Schlüſſel
kurz entſchloſſen zog der Grenzjäger ſeinen Hirſchfänger deſſen Klinge er da, wo das Schloß angebracht war zwiſchen die Pfoſten und die Thüre ſchob. Es wat eine kurze, aber mühſame Arbeit, um ſo mühſamer, weil der Grenzjäger jedes Geräuſch vermeiden mußte
⸗e Bewilligung dazu. Aber die Knechte waren
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als er bemerkte, daß jedes Licht verloſchen war, drſe
beſaß Weber nicht. Aber das Holz war ziemlich morſch;
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Der gewünſchte Erfolg krönte die Mühe, die Thuſ


