Jahrgang 
1-26 (1867)
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Die beiden Männer gingen nicht ℳ8. Steg; ſchon fürchtete der Grenzjäger, daß er in ſeinen Ver⸗ muthungen getäuſcht ſei, als er bemerkte, daß die Schmuggler oberhalb der Mühle den Bach durchwate⸗ ten und darauf zurückkehrten. In der Nähe der Mühle verſchwanden ſie.

Weber wußte vorläufig genug, am nächſten Tage wollte er das Geheimniß genauer zu ergründen ſuchen; er hatte geſehen, daß die Schmuggler durch eine kleine Thüre, deren eigentlichen Zweck er nicht kannte, in die Mühle hineingegangen waren und daß dieſe Thüre, die ſich in der Nähe des Hauptrades befand, hinter ihnen wieder geſchloſſen wurde. Ein Einverſtändniß mit den Bewohnern der Mühle mußte unter ſolchen Umſtänden vorausgeſetzt werden.

In der heiterſten Stimmung ſetzte Weber ſeine Wanderung fort, er war jetzt ſeines Sieges gewiß.

Anna dachte über die möglichen Folgen der un⸗ höflichen Antwort, welche ſie dem Grenzjäger gegeben hatte, nicht weiter nach. Der Anblick dieſes Mannes war ihr verhaßt, ſeine Zudringlichkeit empörte ſie. Daß er ſich der Hoffnung auf Erfüllung ſeines Wunſches nicht hingeben durfte, hatte ſie ſchon oft ihm zu ver⸗ ſtehen gegeben; wenn er es nicht verſtehen wollte und durch unverſchämte Zudringlichkeit ſein Ziel zu er⸗ reichen glaubte, ſo war es ſeine eigne Schuld, wenn er mit derben Worten zurückgewieſen wurde.

Anna wußte, daß Weber öffentlich ſie als ſeine einſtige Hausfrau bezeichnet hatte, ſie wartete nur auf ſeine Werbung, um ſeinen trotzigen Hochmuth em pfindlich zu demüthigen. Es war ihr, als ob ſie eine ſchwere Laſt abgeſchüttelt habe, als ſie dem Grenz⸗ jäger jene Antwort gab und dieſer die Mühle ver⸗ laſſen hatte.

Gott ſei Dank! ſagte ſie, erleichtert aufathmend, während ſie an's Fenſter trat, um dem raſch Davon⸗ eilenden nachzublicken.Er wird hoffentlich das Wieder⸗ kommen vergeſſen.

Habt Ihr mit dem Manne etwas gehabt? fragte der Obermüller, der bei den letzten Worten der Wittwe eingetreten war.Er iſt im Zorne von dannen ge⸗ gangen, der Blick, den er mir zuwarf, als er an mir vorbei ſchritt, ließ mich ahnen

Ich habe ihm mit dürren Worten geſagt, daß ſein Beſuch mir unangenehm ſei, unterbrach Anna den jungen Mann, der bedenklich ſein grau gepudertes Haupt ſchüttelte;wenn er nicht merken wollte, daß er hier ein läſtiger Gaſt war, ſo mußte man es end⸗ lich einmal ihm ſagen.

Ihr habt übereilt gehandelt, erwiderte der Jüngling,es wäre beſſer geweſen, Ihr hättet mir es überlaſſen, dem Grenzjäger das Haus zu verbieten.

Novellen⸗Zeilung.

Weshalb? fragte Anna raſch.

Weil die Befürchtung nahe liegt, daß der Grenz⸗

jäger Euch niemals den Schimpf vergeſſen wird.

Ich fürchte ihn nicht, entgegnete die Müllerin ruhig.Nein, Hermann, es war beſſer, daß ich ſelbſt ihm die Thüre zeigte, denn Ihr ſeid ein Hitzkopf und Weber würde Euch eine Antwort nicht ſchuldig ge⸗ blieben ſein. Bin ich auch gleich nur ein ſchwaches, wehrloſes Weib, der Grenzjäger wird nicht wagen

Er wird es, fiel Hermann ihr in's Wort,ich kenne den Charakter dieſes Mannes, er vergißt eine Beleidigung niemals. Habt Ihr je gehört, daß er in ſeinem Amte Schonung und Milde gezeigt habe? Erinnert Ihr Euch nicht mehr, daß er mit kaltem Blute einen Schmuggler niederſchoß und nachher dieſer That ſich rühmte? Damals behaupteten Viele, der Erſchoſſene ſei weder entflohen, noch habe er Wider⸗ ſtand geleiſtet, ein Act perſönlicher Rache ſei jener Schuß geweſen.

Ich weiß es, fuhr Anna fort, während ſie ſinnend vor ſich hin blickte;glaͤubt nicht, daß ich den jähzornigen Charakter jenes Mannes nicht kenne. Aber, wenn er Rache nehmen will, ſeid Ihr nicht da, um mich zu beſchützen? Oder glaubt Ihr, daß es beſſer ſei, wenn ich einem meiner zahlreichen Freier meige. Hand zuſage?

Ein bedeutſames Lächeln glitt bei der letzt Frage über das hübſche Antlitz der Müllerin.

Darin kann ich Euch nicht rathen, erwiderte Hermann und die bebende Stimme verrieth die innere Erregung.Ihr müßt Euer Herz fragen; wenn es eine Entſcheidung trifft, in Gottes Namen!

Wie ruhig Ihr das ſagt! verſetzte Auna im Tone des Vorwurfs.Es gab eine Zeit, Hermann, in der Ihr größeren Antheil an mir nahmt. Aber ſeit dem Tage, an welchem ich den Myrthenkranz trug, bin ich Euch eine Fremde geworden.

Nein, gewiß nicht, fuhr der junge Mann mit warmer Herzlichkeit fort;wenn Ihr wüßtet laſſen wir die Vergangenheit ruhen, damals durfte ich ver⸗ traulich mit Euch reden; ſeit Ihr meine Herrin ſeid, ſchickt es ſich nicht mehr, daß

Seit ich Eure Herrin bin? fragte Anna lächeln' Ließ ich Euch je fühlen, daß ich es war?

Ihr thatet es nicht, hochmüthig ſeid Ihr nicht geworden, wenn auch Eure Freier es behaupten wollen.

Sie behaupten es? Ich möchte Ihnen beweiſen, daß ich es nicht bin. Wie lange ſeid Ihr in der Mühle, Hermann?

Nahezu drei Jahre.

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