Jahrgang 
1-26 (1867)
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Novellen⸗Jeitung.

Rieſeln hör' ich die Waſſer, die unter dem ſinkenden Eis tiefe Gemüthsſeite und das gedanklich ſchwerwiegende

ehn, Seh' aus ſchmelzendem Schnee grünen die Spitzen der Saat. Trüb' macht Himmel und Erde des Weſtwinds triefender Flügel,

Aber die Hoffnung lacht ſonnig im Herzen: es lenzt!

Ueber die Tage hinüber ich rechne auf etwas und weiß nicht Selbſt auf was, ſo gehn eben die Tage dahin.

Sind ſie darum vergangen umſonſt? Ich habe ſie fleißig Alle verbracht, doch halb träumend in alle dem Fleiß.

Wer ſoll ſterben zuerſt, daß ihm nachweine der Andre? Wer ſoll ſterben zuletzt, daß ihn kein Auge beweint: Wer da zuletzt ſoll ſterben und ob ihn kein Auge beweine, Hat er ſelber genug nicht ſich im Andern beweint?

Mitten hindurch der Maſchinen Geächz und der Lokomotiven Geht im betäubenden Lärm einſam der ſinnende Geiſt, Sieht in die ewig vergangne Vergangenheit und in der

Zukunft 4 Ohne Getös und Dampf göttlich erneute Natur. Was jetzt dröhnt, wird ſingen; und was jetzt qualmt, es ſoll duften, Wann und wie, wer weißd aber ich ſeh' ſchon, es iſt.

Nichts iſt mehr zu erſtreben und nichts iſt mehr zu erleben, Weiter bring' ich es nicht, als ich es habe gebracht. Laßt mich fahren in Frieden, ich bin nicht mehr für hienieden. Auf, mein Geiſt, in das Licht! Nieder, mein Staub, in die Nacht!

neuen Wendungen, Reimen,

Element Rückert's den Leſern wieder vor die Seele zu führen. Wohl war er oft ſpielend in der Form ſeiner Sprüche, ja man kann ihm dabei häufig mehr an das Neue, Geſuchte ſtreifende Künſtelei als natür⸗ liche Grazie nachweiſen; immer aber hat er den ge⸗ ſunden Kern würdevollen Inhalts in den Vordergrund geſtellt und die Hülle dem Geiſtigen nicht über den

Kopf wachſen laſſen.

Rückert nennt ſich ſelbſt ganz unverhohlen einen Verskünſtler und bekennt, daß ihm das Trachten nach Strophenzuſammenſtel⸗

lungen zur Lieblingsbeſchäftigung geworden iſt. Er war ſich aber dabei einer Miſſion bewußt, die ihm kein Kenner

Kräften erfüllt.

der deutſchen Sprache, kein Schriftſteller von wirklich ernſten Studien abſtreiten wird, einer Miſſion, die auch in dieſen nachgelaſſenen Verſen wieder unver⸗ enge hervortritt: es iſt die Aufgabe, zur Weiterent⸗ wickelung unſerer Sprache in gebundener Form bei⸗ zutragen, und dieſe Aufgabe hat Rückert nach beſten Daß er dabei im Großen nichts mehr aufzuerbauen, ſondern nur im Kleinen etwas auszu⸗ bauen fand, liegt in der Natur des Gegenſtandes. Aber der vorhandene Rieſentempel mit ſeinen Säulen⸗ hallen, Architraven, Pilaſtern und Statuen hindert nicht, daß wir die von der Hand des Malers und Stukkaturkünſtlers hinzugefügten Arabesken und Orna⸗

Wenn ich hier beſonders ernſte Sprüche neben mente, für die ja noch immer mancher Raum frei

manchen heiteren, an denen es gleichfalls nicht fehlt,

geblieben iſt, nicht zur weiteren Vollendung des Ganzen

zur Mittheilung gewählt habe, ſo geſchah es, um die mit dankbarer Anerkennung begrüßen ſollten.

Feuilleton.

Dublin. Von E. Heuſinger.

Wohl ſeit langer Zeit hat man in Irland keine Nach⸗ richt freudiger begrüßt, als die Abſicht des Prinzen v. Wales, alljährlich längere Zeit in Dublin, wechſelnd mit Cork, der zweitgrößten Stadt des Landes, das Hoflager zu nehmen.

zu verſöhnen,

luſtige Gentry wird nicht ermangeln, Sr. Königlichen Hoheit

den Aufenthalt in dieſen Lande ſo angenehm zu machen, daß!

in ſeinem der Freude geneigten Herzen der Gedanke an all⸗ jährliche Wiederkehr nicht erſtirbt.

An Sport aber kann es dem lebensfrohen Prinzen da nicht gebrechen, wo die romantiſchen Ufer des Shannon, die

mit ſeiner hohen Familie Laſſen wir dahingeſtellt ſein, ob Englands dicke Luft, ob der Wunſch, die Gemüther ſeiner Iren oder welche andere Gründe den engliſchen Thronfolger zu dieſem Entſchluſſe veranlaßt haben! Irlands

felſenumragten Landſeen des Lough Corrib und Lommond, zu machen wird ſich nach deſſen erſtem oder nach

und die wilderhabene Gebirgsnatur von Connemara bis ab⸗ wärts zu den klingenden Säulen in den funkelnden Grotten

des Devils causeway an der atlantiſchen Meeresküſte einen natürlichen Wildgarten bilden, wie faſt kein anderer im britiſchen Reiche.

Um aber nichts zu überſehen, was bei deſſen Ausflügen zur Erhöhung vom Comfort des königlichen Gaſtes beitragen möchte, wollen wir ſchließlich noch der palaſtartigen Villen der Großen erwähnen, die, faſt über das ganze Land zerſtreut, mit ihren hohen blinkenden Zinnen die ſie umgebenden Park⸗ anlagen und die morſchen Hütten der Armuth zu ihren Füßen gebieteriſch überragen. Ob es den ſtolzen Nach⸗ kommen der erſten engliſchen Invaders gelingen wird, in ihren Prachtſälen, bei reichbeſetzter Tafel, unter fröhlichem Becherklang dem Thronfolger, der ſolchen Freuden nicht, eben abhold iſt, ſo leicht, wie die Anſtrengungen einer Fuchsjagd, auch das Elend ſeiner jammernden Irländer vergeſſen

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