Jahrgang 
1-26 (1867)
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214 Novellen

außerhalb der Burgwälle von der Landſtraße her er⸗ klangen.

Seid Ihr es, Kinder? rief die vorhin beſchrie⸗ bene Geſtalt.

Ja, Capitän, lautete die Antwortaber

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Mädel iſt ſchwer wie ein Pulverfaß.

Die Geſtalt verſchwand.

Nach einigen Minuten erſchienen drei Männer, welche einen ſchweren Gegenſtand herbeiſchleppten und ihn etwa dreißig Schritte vom Verſteck der Liebenden entfernt zu Boden legten.

Habt Ihr ſie geknebelt, Heinrich? fragte die Stimme.

Ja, Capitän.

Alſo, es gelang?

Prächtig.

Hat's auch Jemand bemerkt?

Kein ſterblich Geborner.

So?

Sie lag im Bette und ſchnarchte.

Schnarchte?

Wie der Nordwind unter den Klippen an der ſchwediſchen Küſte.

So?.

Habt Ihr auch das Tuch zu feſt in den Mund geſtopft?

J nun etwas wohl!

Wird ſie auch erſticken? Noch lebt ſie! Glaub's!

Weiber haben ein zähes Leben.

Wollen das Tuch losmachen. Es ſchien zu geſchehen.

Da ſchnellte plötzlich eine Geſtalt vom Boden empor ein heller, lauter Schrei ertönte durch die Nacht.

Erbarmet Euch, Ihr Männer! kreiſchte eine ſchrille Weiberſtimme,was that ich Euch? Laſſet mich los o Himmel, laſſet mich los! Hülfe, Hülfe!

Indem die Männer ſich mit der Frau beſchäftigten und ihr auf's Neue den Mund zu verſtopfen ſchienen, flüſterte David ſeiner Geliebten zu:Verhalte Dich ruhig ich muß die Frau retten. Sie wollte ihm zurückhalten, er aber machte eine abwehrende Bewe⸗ gung, erhob ſich ſchnell und eilte auf die Gruppe zu.

Gleichzeitig ſtürmten mehrere Männer in den

Burgkeſſel. Jetzt ertönte lautes verworrenes Geſchrei

und Hundegebell, ihm folgte ein allgemeiner Kampf, in welchem ſich kaum Freund von Feind unterſchied.

Hier rollten einige Kämpfer über den Sand, dort entſtand ein neuer Menſchenknäuel, kurzum es

Zeitung.

entſtand ein unbeſchreiblicher Wirrwarr, untermiſcht mit lauten Schimpfworten. 9

Natürlich wurde der Gegenſtand, um den es ſich eigentlich handelte, unbeachtet gelaſſen, denn noch immer lag die Geknebelte am Boden, ſtöhnte und wimmerte und rollte ſich hin und her, da man ihr ſteigti

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außer den Füßen auch die Hände zuſammengebunden 3 hatte., Der Kampf zog ſich mehr nach dem Ausgange 86 der Burg, deshalb wagte das Mädchen ſich aus ihrem V. 3 Verſtecke hervor. Die Banden der gefeſſelten Frau hut zu löſen, war das Werk eines Augenblickes und in ſtzihen noch kürzerer Zeit ſtand Frau Welm, Nicolaus' geweſene nach de Haushälterin, an allen ihren Gliedern bebend vor- Margareth. 1 ne Rän Dank Dir, Margareth, ſagte dieſe,Du haſt Sünme wir einen großen Liebesdienſt erwieſen. 2. S Frau Welm, Sie ſind es? ſtammelte die Jung⸗kii Se frau voller Verwunderung. 3 Ja, Kind ja! verhielt Ich glaubte Sie längſt nicht mehr auf der Neh⸗ rung! 4 eiten Ich wollte ſchon alle Tage fort. 79 Wer hielt Sie zurück? Veronika. nent Meine Schweſter? Fu Als ich Deines Onkels Haus verließ, nahm ich mufate meine vorläufige Wohnung im Strandhauſe. de Wie? ana.

nach Danzig, da beſuchte mich Veronika. Veroni

Tags darauf wollte ich zu meinen Verwandte ſ neerwäͤ

Räthſelhaft. Geſtalt Und befahl mir, zu bleiben. 1 ¹ 79 Wie? onmf Sie verſprach, mich in das Haus des Förſters 7 zurückzuführen. Das that meine Schweſter? ſdutj Ja. 51 Sie befahl mir, mich zu verbergen, bis ſie mich 45 rufen würde. ſ auf So? 3 ür; Ich wartete Tag aus, Tag ein, vergebens e endlich erſchien ſie vor einigen Stunden. 1 d Wie? 3 4 7 und befahl mir, zu folgen. ad Wohin? In den Krug Deines Vaters in Dein Zimmer. üidte O Himmel! Ieau So, rief ſie, indem ſie mich leiſe hineinführee hier iſt Margarethens Bett, lege Dich darauf ichl

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ſchlafe einige Stunden, dann führe ich Dir den Förſter Wolfert zu.