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pen! naus, erte, beln,
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bleifarbenem Gewölk verhüllt.
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Vierte
„Aber— ſo höre mich, Nicolaus— höre!— Um halb zwölf Uhr Nachts müßt Ihr auf dem Naiten⸗ berge ſein, ſonſt iſt's zu ſpät.“
„Ich hoͤre— ich höre,“ ſchrie der Förſter. Faſt ſchien es, als habe er die Beſinnung verloren— er rannte hin und her— kleidete ſich an und endlich ſtand er da— bewaffnet bis an die Zähne.“
Draußen ſtampften die Roſſe— die Hunde heulten — in fünf Minuten ſprengten drei Reiter auf und davon.
Veronika verließ geräuſchlos das Haus.——
Das Wetter nahm eine Geſtalt an, daß man ſich hinaus zu gehen fürchtete.
Der dunkelblau ausgeſternte Himmel war von Ein dunkler dichter Nebel verſchleierte bereits die ganze Gegend, ein Zeichen, daß der Wind ſich legen wolle, wenn auch einzelne Luftſtöße die aufgeſcheuchten Nebelgeſtalten vor ſich her über Meer und Land jagten.
Margareth verließ um ¼ 11 Uhr den Krug, um die Wanderung nach dem Naitenberg anzutreten. Natürlich wählte ſie den Weg durch die Hinterthüre und ſchlüpfte unbemerkt hinaus.
Finſter war es draußen, aber ſie kannte ſehr genan den Weg und gelangte in kurzer Zeit an ihr Ziel.
So erreichte ſie die Burgwälle des Naitenberges — ihr Herz pochte— faſt gereuete ſie der Entſchluß. Eine Geſtalt ſchritt auf ſie zu.
„Margareth!“ rief eine Stimme. „Biſt Dn es David?“ erwiderte die Jungfrau. „Ja— Geliebte!“ Es folgte eine lange, zärtliche Umarmung. „Du verlangſt meine Gegenwart?“ begann David, nachden er mit der Jungfrau hinter einem Haſel⸗ Platz genommen hatte, der einigen Schutz ge⸗ e noch immer heftig anbrauſenden Wind ge⸗ Irte.„Was haſt Du mir zu ſagen?“ „Ich rief Dich? Ich denke, Du verlangſt meine
Gegenwart?“
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„Ich?“ „ Du ſchickteſt mir heute einen Zettel.“ „Den Veronika mir abzwang.“ „Verſchaffe mir Aufklärung.“ „Höre.“ „So ſprich.“ „Heute waren wir im Begriff, abzuſegeln und lichteten den Anker.“ „Veronika brachte mir geſtern Deinen ſchriftlichen Abſchied.“ „Sie hielt uns hier ſo lange zurück, ſonſt wären wir längſt auf und davon. 7 „Veronika?“
volge. 213
„Beſuchte uns alle Abende.“
„Ich ſtaune.“
„Wenn es dunkel wurde, erſchien ſie auf einem Boote.“
„Gegen mich ſchwieg ſie.“
„Dann ſprach ſie von einer nahen Gefahr, die Dir drohe.“
„Mir?“
„Man wolle mir Dich entreißen— ich ſolle nur recht ſtandhaft ſein. Heute mußten wir jedoch fort.“
„Ich weiß!“
„Als wir längs der Düne hinſegelten, kam ſie uns nach und winkte vom Lande her. Anfangs wußten wir nicht, was das zu bedeuten habe. Da ſie uns iedoch nicht aus den Augen ließ und immerfort un⸗ verſtändliche Zeichen machte, ankerten wir— ich fuhr mit einem Boote an das Land.“
„Ich begreife nicht!“
„Als ich dort angelangt, machte ſie mir recht bittere Vorwürfe. ⸗Alſo heute willſt Du ſie verlaſſen, heute?⸗ ſprach ſie.«Du darfſt das nicht, ſie ſchwebt in großer Gefahr.⸗ Dann reichte ſie mir eine Bleifeder und Papier.„Hier ſchreibe, was ich Dir ſagen werde und dictire mir die Worte, welche Du empfangen.⸗“
„Kaum denkbar!“
„Gleich darauf verließ Veronika mich und wieder⸗ holte, daß Du mich 11 Uhr auf dem Naitenberge ſprechen wollteſt.“
„Sie thut Nichts ohne Grund.“
„Ich ruderte an die Jacht zurück, um mit meinem Vater zu ſprechen. Er willigte in Alles, ließ mich am Lande zurück und ſegelte allein davon.“
Wäͤhrend dieſer Unterhaltung glaubte David eine menſchliche Geſtalt auf dem Nordwalle zu bemerken. Der Nebel, welcher noch immer fiel, konnte leicht Täuſchungen herbeiführen, deshalb ſchwieg er zu ſeiner Geliebten, um ſie nicht zu erſchrecken.„Vielleicht iſt es Veronika,“ dachte er. Da die Geſtalt ſich aber hin und her bewegte, mußte Margareth nothgedrungen darauf aufmerkſam werden. Wirklich ſtieß ſie nach kurzer Zeit einen Schrei aus, der ſo gedämpft klang, daß er nicht weit gehört werden konnte.
„Was fehlt Dir?“ fragte David leiſe.*
⸗Aengſtlich ſchmiegte ſich die bebende Jungfrau an ihren Geliebten und flüſterte:„Siehſt Du dort?“
„Ich bemerkte die Geſtalt ſchon lange.“
„Laß uns fliehen!“
„Dadurch könnten wir uns verathen.“
„Mir graut’s, David.“
„Du biſt in meiner Obhut— fürchte Nichts!“ Er ſchlang ſeinen Arm um ſie— Beide ſchwiegen. Da ließen ſich menſchliche Stimmen vernehmen, die


