Jahrgang 
1-26 (1867)
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tniß

dem

dorf verlaſſen.

gehend verfinſterten.

Vierte

dem Strandinſpector innerhalb acht Tagen eine Auc⸗ tion für die Waaren und das Wrack angeſetzt. Die meiſten Matroſen erhielten ihre Dimiſſion und ſchieden mit Freude aus der Sandbüchſe, ſo nannten ſie das Dünendorf. Nur der Steuermann und ein Halbmann blieben zurück, welche dem Capitän, deſſen Miſſſon erſt nach der Verſteigerung beendet war, beigeordnet wurden.

Bruder Nicolaus ſo nannte ihn Jedermann

ſchien im Kruge ſein Hauptquartier aufgeſchlagen

zu haben, denn kein Tag verging, an welchem er nicht hierhin einen Abſtecher machte. Erſchien er, ſchloß ſich Margareth in ihrer Stube ein und kam erſt zum Vorſchein, wenn ihr Quaſibräutigam das Haus ver⸗ ließ. Vor einer näheren Erklärung war alſo nicht: die Rede. Der alte Krüger verſchob ſeine Zwangs⸗ maßregeln bis nach Abgang der Gäſte, die ihm jetzt ſchon läſtig wurden.

Donner's Jacht war nach Pillau geſegelt, kehrte jedoch in acht Tagen zurück und lag ſchon längere Zeit an den Dünen vor Anker.

Capitän Döllert kümmerte ſich nicht um Margareth, ſie glaubte ihn von ſeiner Leidenſchaft geheilt.

Die Auction war geweſen.

Der alte Krüger hatte es übernommen, verſchie⸗ dene Waarenballen und Kiſten, welche Elbinger Kauf⸗ leute erſtanden, über Waſſer nach Elbing zu ſchaffen, deshalb verließ er gleich nach Tiſche das Dorf, um mit günſtigem Winde abzuſegeln.

Vormittags lichtete auch die Donner'ſche Jacht das Anker und fuhr nach Polske herauf.

Das bisher ſchön geweſene Wetter ſchien ſich einem Wechſel unterwerfen zu wollen. Der Himmel verhüllte ſich ſchon ſeit Mittags mit dunklem Gewölk und die Sonne barg ſich dahinter. Eine rauſchende fegte über die Dünen, daß hoch der Sand empor⸗ wirbelte.

Döllert machte mit ſeinem Steuermann einen Abſchiedsbeſuch auf dem Naitenberg, denn auch er wollte mit den übrigen Seeleuten morgen das Dünen⸗

Noch immer kreiſten bleifarbige Wolken am Him⸗ deren dunkle Schatten die Dünenköpfe vorüber⸗ Das vom Nordſturm aufge⸗ wühlte Meer donnerte und brauſte.. Das iſt heute briſiges Wetter, Steuermann! begann Döllert, als beide Männer auf dem Burgwall ſtanden. Ja, Capitän ja es pfeift hier im Graſe wie der Sturm durch die Spieren eines Schiffes, erwiderte der Steuermann.

mel,

Sagt, wo hinaus ſteuert Ihr jetzt mit dem Halb⸗ mann? O

/

Folge. 211

Nach Pillau.

Will auch hin.

Könnten uns gemeinſchaftlich auf den Weg machen.

Gern.

Hört heißt Ihr nicht Heinrich?

Ja, Capitän. .Se immer ein Kerl auf dem Platz geweſen.

Oho

Hatte ſtets zu Euch Vertrauen.

Freut mich.

Ja weiß Gott hab's mir vorgenommen, für Euch zu ſorgen.

So?

Könnt Ihr auch ſchweigen?

Wie das Grab.

Sollt auch 25 Thaler haben.

J ſagt!

Der Halbmann 10.

Wofür?

Hört aber verrathet mich nicht.

Und hinge man mich an den Galgen.

Ihr gefallt mir.

Nun denn los alle Mann ſind auf Deck!

Ihr kennt Margareth.

Eure Dünenliebe?

Die muß mein werden.

So?

Sie hat ſich ſterblich in mich verliebt.

So?

Kurzum, gehen.

J ſeht. 7*

Wißt Ihr, wo ſie ſchläft?

Ja.

Der Alte iſt nicht zu Hauſe⸗ Nehmt den Halb⸗ mann mit, knickt um Mitternacht die Fenſterſcheibe mit einem Pechpflaſter ein.

Ja4

Steigt in's Zimmer.

Alle Teufel!

Stopft ihr, damit ſie nicht zum Schreien verleitet werde, mit einem Tuch den Mund zu.

Ja.

Und ſchafft ſie tragend, oder wie Ihr wollt, auf dieſen Platz.

Ja.

Hier erwarte ich Euch.

Und das Geld?

Zahle ich Euch hier aus.

Dann?

Trollt Ihr Euch und hoöͤrt und ſeht Nichts!

heute Nacht will ſie mit mir durch⸗

*