„Dein David ſtellt meiner Margareth nach.“ „Na, ſoll er nicht? Sie iſt ein feines Fahrzeug.“ „Nein.“
„Alles geſchieht in ehrbarer Weiſe.“
„Macht ſie rebelliſch.“
„J— nun.“
„Setzt ihr Wind in den Kopf.“
„Meint's ehrlich, Bruder.“
„Mag's ſein— ſoll es aber nicht.“
„So?“
„Hab' ſchon einen Tochtermann.“
„Na?“
„Einen reichen, ordentlichen Mann.“
„Deſto beſſer.“
„Der alle Achtung verdient.“
„Gut.“
„Nicht mehr jung.“
„Wer iſt's?“
„Bruder Nicolaus.“
Der alte Ton riß den Mund auf und lachte
überlaut. „Biſt Du toll, Johann?“ rief er. „Keinesweges.“ „Der alte Sandläufer will ſie entern?“ Wolfert wurde verlegen— er antwortete faſt zaghaft: „Haſt Du an Nicolaus etwas auszuſetzen?“ fragte er. „Haha!“ „Na?“
„Iſt zu alt für ſie, zu alt, Bruderherz!“ „Ich kenne Ehen, die noch ungleicher ſind.“ „Sehr unglücklich— ſehr unglücklich!“ „Nicht immer.“
„Aber meiſtens.“
„Weshalb?“
„Eine alte Kriegsbrigg mit geflickter Vorder⸗
ſtewing und eine wohlaufgetakelte Jolle— nein, Bruder, nein— die Segelkraft iſt zu verſchieden—
eine
geht luv⸗, die andere leewärts!“ „Ich kann's nicht ändern, Nicolaus hat mein
Wort.“
zeug
„Ein Mann ein Wort.“ „Gewiß!““
„Gegen Klippen und Sturmwind geht kein Fahr⸗
— David iſt kreuzbrav!“ „Iſt möglich.“
„Ein nüchterner Junge.“ „Gut.“
„Nicht ohne Vermögen.“ „Noch beſſer.“
„Und paſſender für Deine Tochter, als Bruder
Nicolaus.“
Novellen⸗Jeitung.
rief Wolfert. Dein Sohn wäre mir willkommen, wenn—
capitän ſchnell ein. Deinem Bruder erzählt?“
das Haus.
„Wie ſo?“
„Will Dir Deines Bruders Logbuch aufſchlagen.“ „Nur zu.“
„Er hatte mit feiner Wirthin ein Liebesverhältniß
— ſollte lieber die alte Schachtel nehmen.“
„Er hat aber ein Auge auf meine Tochter.“ „Wie der Habicht auf die Taube.“
„Anzüglichkeiten verbitte ich mir.“
„Was iſt an David auszuſetzen?“
„Nichts!“
„Siehſt Du?“
„Die Heirath kann aber doch nicht ſein.“
„Na— nur nicht ärgerlich werden— läßt ſich
Alles in Güte abmachen.“
„Wäͤre mir lieb!“
„Mir auch.“
„Nun habe ich noch eine Bitte.“
„Nenne ſie.“
„Meidet Beide mein Haus.“
Der alte Ton lächelte wie ein Satyr, dann ſagte
er langſam und gemeſſen:„Dein Haus iſt ein Krug, der Jedermann, der bezahlt und ſich anſtändig betägt, offen ſteht— da dürfte mir und meinem Sohne nicht ſo ſchnöde die Thüre gewieſen werden— allein, um des lieben Friedens willen laufe ich in ein anderes Fahrwaſſer, denn mich nimmt Jeder hieri im Orte auf.“
Der Alte erhob ſich.
„Laß uns nicht grollend ſcheiden, alter Freund,“ „Es ſoll ſo und nicht anders ſein. „Du kein Narr wärſt, Johann,“ fiel der Jacht⸗ „Weißt Du auch, was man von
„Nein.“ „Er habe geſtern ſeine alte Geliebte aus dem
Hauſe gejagt.“
„So?“
„Nun, was kümmert es mich— man ſagt, ſie. habe ſich erſäuft— im Haff— mag Jeder mit ſeinem eigenen Gewiſſen rechten.“
„Mag er—“ „Leb' wohl, Johann— mag's Dich nimmer ge⸗
reuen. Dein Fahrzeug läuft auf den Sand— meines ſegelt mit voller Leiuewand auf und davon in einen anderen Hafen, und bei Gott— eine Frau findet mein Sohn alle Tage— Du, Johann, biſt aber ein— Theekeſſel!“ 2
Schnell verließ der alte Ton mit ſeinem Sohne Wolfert ſchaute verblüfft hinterher.
Der Agent der Schiffsaſſecuranz war in Neukrug
geweſen, um ſich von der Maſſe der geborgenen Ge⸗ genſtände perſönlich zu überzeugen.
Er hatte mit
„
man


