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Vierte Folge.
Eine Mlochenchro
Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.
Leipzig, am 5. April 1867.
V. Jahrgang.
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ni für Iiteratur, Kunst, ſchäne Miſſenſchaften und Geſellſchaft.
Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.
Im Dünendorf.
Novelle aus dem Volksleben an der Oſtſeeküſte von Friedrich Dentler. (Schluß.)
Einer milden ſternenhellen Nacht folgte ein heiterer Morgen, welcher den alten Donner mit einem neuen Maſte nach dem Dünendorfe führte. Nachdem ſich Vater und Sohn begrüßt, gingen Beide in den Krug, ohne etwas Arges zu ahnen.
Margareth war zum großen Befremden Davids nicht ſichtbar. Der Krüger machte ein bitterſüßes Geſicht und antwortete kaum auf den freundlichen »Guten Morgen⸗.
„Was iſt hier vorgegangen?“ dachte David.
Nach kurzer Zeit invitirte Wolfert den alten Donner in ein Seitencabinet.
Als die Alten verſchwanden, ſchlich Margareth
in’'s Gaſtzimmer, ſchaute ſich nach allen Seiten um, legte den Finger auf den Mund und überreichte David einen Brief, dann verſchwand ſie ebenſo ſchnell, als ſie gekommen.
David erbrach das Schreiben und las:
„Mein Vater weiß Alles und will Dir heute das Haus verbieten, denn ich ſoll meinen Onkel Nicolaus heirathen. Das geſchieht nimmermehr. Sucht Eure Abreiſe um einige Wochen zu ver⸗ zögern, wenn es geht— ich hoffe auf einen guten Ausgang. M. W.“ David war außer ſich.„Wie,“ rief er,„kann
ein Vater ſolche Heirath verlangen?“
Als Wolfert mit Donner in's Nebenzimmer ge⸗ treten, nahmen Beide Platz.
Wolfert begann:
„Eine eigene, ſehr zarte Angelegenheit veranlaßt mich, mit Dir einige Worte zu ſprecheu.“
„Bruder, was ſoll dieſer Paſtoralton?“
„Ich faſſe mich kurz.“
„Liebe das auch.“


