Hernn des dieſer Dey langen, wie man its ſobald und wagte. daß eine indes, am in werde, der behen⸗ kt ſogleich Vater zu ſich vor⸗ gehorchen; Einſprache die Hoch⸗ en daher tommen on denen Weiſe für die Rökhe, don ſeiner diten, die hren und aher den Dutzend cprügelt, Bey ſeine ttehrt hat, und den Dienern za Canea awügam, dmit den anz ruhig hen, jieht ne Kugel derſtürzt. faum der je Herren „Gerech⸗ gen einer cke wurde getödtet. iner ganz dia viele ſie, wie en haben. 2a Canea at, einen gemacht er Frau, ber noch Klugheit adt, nie 4 Canea, jehorſam uthe nir „einen
kennen lernen, ehe wir die grauſamen Züchtigungen erzählten,
Vierte
Der Bäcker kann es nicht ablehnen, muß im Gegentheil ſich für die Ehre, die ſeinem Hauſe zu Theil werden ſoll, bedanken. Uebrigens war der Vorſchlag ihm mehr ärgerlich, als daß er ſich darüber beunruhigt hätte. Diejenigen Beys, welche noch nicht jede menſchliche Achtung verloren hatten, und die das Geſetz des Propheten vor ihren Frauen und Dienern nicht verletzen wollten, machten ziemlich oft ſolche Partieen des Nachts hinter den dicht verſchloſſenen Fenſter⸗ läden irgend eines abgelegenen Kaffeehauſes, und Alles, was ihr Wirth dann zu befürchten hatte, war, für ſeine Mühe nur gering oder gar nicht bezahlt zu werden. Ohne ſich ſehr zu beunruhigen, bereitete daher der Bäcker den beſtellten Kuchen, und als die Nacht herbeigekommen war, hielt er Alles bereit, was den Gaumen ſeiner Gäſte ergötzen konnte. Zur feſtgeſetzten Stunde kamen die Beys, ſetzten ſich auf den Teppich und fingen an zu trinken. Als der Herr des Hauſes kurz nachher an ſeinen Herd zurückkehren will, um ſeine Küche zu beendigen, ſagte das Haupt der Bande gebieteriſch zu ihm:„Laß Deine Frau kommen, um uns zu bedienen.“
Der Unglückliche, welcher jetzt zu begreifen anfängt, was ihm droht, ſchreit laut auf, ſchwört bei allen Göttern, daß es ihm unmöglich ſei, den Wünſchen der Herren nachzukommen, denn ſeine Frau ſei gar nicht zu Hauſe. Man hört ihn an; „wenn er nicht auf der Stelle gehorche, ſo werde man ihn tödten und dann das Haus durchſuchen; wenn er im Gegen⸗ theil ſich willfährig zeige, ſo werde man Niemandem etwas zu Leide thun.“ Von dieſen Drohungen betäubt, giebt der Bäcker nach und geht fort, um ſeine Frau zu holen. Kaum hat er ſie, die mehr todt als lebendig iſt, herbeigeführt, als man an die Hausthüre klopfte.„Oeffne die Thür,“ ſagt man zu dem Gatten,„es iſt noch ein Gaſt, den wir erwarten.“ Er läuft eilig fort, um ſo ſchneller zurück zu kommen und ſoviel wie nur möglich über ſeine Frau zu wachen. Er öffnet daher die Hausthür, aber ſofort ſtürzen gedungene Leute auf ihn, die ihn mit Dolchſtichen durchbohren und ihn dann todt
in der Straße liegen laſſen. Nachdem das geſchehen iſt, ver⸗ ſchließt man die Hausthür. Dann begann die Orgie, die bis
zum Morgen dauerte. Was die junge Frau betraf, welche
dieſen Böſewichtern ohne Vertheidigung überlaſſen war, ſo
kann mann leicht denken, welches Schickſal ihrer in dieſer Nacht wartete. Und das ereignete ſich in La Canea, dem Wohnſitz des erſten Paſchas, welcher im Namen des Sultans über den größten Theil der Inſel regierte!
Wir wollten durch dieſe ſchmerzlichen Erzählungen den Charakter und die Gewohnheiten der candiotiſchen Türken
die zuerſt unter der Regierung von Hadſchi Osman Paſcha, deſſen Name noch jetzt auf der Inſel gefürchtet iſt, und ſpäter in den Kämpfen der griechiſchen Revolution über ſie verhängt wurden. Damit dieſe Züchtigung nicht zu ſtreng erſcheine, mußte erſt gezeigt werden, wie groß, unerträglich und un⸗ erhört die von ihnen begangenen Verbrechen geweſen ſind. Dieſem blutigen Despotismus wurden von der Hand eines Türken die erſten Schläge verſetzt. Die durch die Strafloſig⸗ keit ermuthigten candiotiſchen Beys wurden mehr und mehr unbändig und unverſchämt; ihre Erpreſſungen, Bedrückungen und Grauſamkeiten, welche ſie ſich gegen die Chriſten zu Schulden kommen ließen, entvölkerten nach und nach die Inſel und die Pforte ſah mit Beſorgniß den Tag ſich nähern, wo ſie von dieſer ehemals ſo reichen und ſo fruchtbaren Inſel ſo zu ſagen gar kein Einkommen mehr zu beziehen haben
würde. Vier von dem Sultan ernannte Paſchas waren einer
Folge. 203 nach dem andern von den candiotiſchen Janitſcharen abgeſetzt und nach Stambul zurückgeſchickt worden.....
Endlich entſchloß ſich der Divan im Jahre 1813, Had⸗ ſchi Osman Paſcha, der ſich auf den früher von ihm beklei⸗ deten Poſten durch die Energie ſeines Charakters und durch eine Feſtigkeit, die er nöthigenfalls bis zur Grauſamkeit trieb, bekannt gemacht hatte, mit dem Titel als Generalgouver⸗ neur nach Candia zu ſchicken, der ein blutiges Gericht über die Aghas und Beys ergehen ließ und unter dem die Chriſten zum erſten Male frei aufzuathmen wagen konnten. Wenn nun auch ſeit 1830, wo Muſtapha Paſcha zum Generalgouverneur der Inſel ernannt wurde, welchen Poſten er bis 1852 ehren⸗ voll bekleidet hat, ähnliche Schandthaten wie die oben er⸗ zählten dort nicht mehr vorgekommen ſind, ſo iſt doch die Erinnerung an jene Schreckenszeit noch nicht verſchwunden und den Chriſten auf Candia iſt es daher ſicher nicht zu ver⸗ denken, wenn ſie ſich jetzt dem türkiſchen Joch zu entziehen trachten. Es iſt ſehr fraglich, ob ihnen das gelingen wird, aber ſoviel kann man ſchon jetzt mit ziemlicher Sicherheit vor⸗ ausſetzen, daß die Pforte ſich wenigſtens entſchließen muß, den Chriſten, welche auf Candia mehr als drei Viertel der Einwohner bilden, große Zugeſtändniſſe zu machen, wenn ſie dieſelben länger zu ihren Unterthanen zu behalten wünſcht.
C.
Victor Cauſin.
Der am 13. Januar c. in Cannes verſtorbene fran⸗ zöſiſche Philoſoph und Schriftſteller Victor Couſin wurde am 28. November 1792 in Paris geboren, wo ſein Vater als Uhrmacher lebte, machte glänzende Studien im Lyceum Charlemagne und trug beiden allgemeinen Preisbewerbungen eine Menge Preiſe, namentlich den Ehrenpreis in der Rhe⸗ torik im Jahre 1810 davon. Obgleich er eine leidenſchaft⸗ liche Vorliebe für die Künſte, namentlich für die Tonkunſt beſaß, trat er doch in die Ecole normale ein, wo der Unter⸗ richt von Laromiguière, Royer⸗Collard und Maine de Biran ihn gänzlich für das Studium der Philoſophie gewann. Be⸗ reits 1812 wurde er in der Normalſchule als Repetitor des Griechiſchen und 1814 als mattre de conférences de philo- sophie angeſtellt. Zu derſelben Zeit bekleidete er eine Profeſſorſtelle an der dritten Claſſe im Lyceum Napoleon. Während der hundert Tage trat er unter die königlichen Freiwilligen ein. Am 7. December 1815 erhielt er den Ruf, in der Sorbonne den bisher von Royer⸗Collard be⸗ kleideten Lehrſtuhl der Philoſophie zu übernehmen und er entfaltete daſelbſt als Philoſoph die Reaction gegen das acht⸗ zehnte Jahrhundert, wie ſie damals in der Literatur und in der Politik Mode war, und das ganze Jahr 1817 widmete er der Entwickelung der Lehren der ſchottiſchen Philoſophie, welche Royer⸗Collard in Frankreich eingeführt hatte.
Eine Reiſe, welche er 1817 nach Deutſchland unter⸗ nahm, bekehrte Couſin zu einer kühneren Metaphyſik; er wurde der Schüler und der eifrige Dolmetſcher der Philoſophie Kant, Fichte, Schelling und Hegel. In ſeinen Vorleſungen von 1819 bis 1821 trug er ſeinen Zuhörern die Kant'ſche Philoſophie vor. Der Fortſchritt der Reactien in der Poli⸗ tik zog ihm eine erſte Verfolgung zu. Man entſetzte ihn ſeiner Functionen an der Sorbonne und da die Normalſchule gleich⸗ zeitig geſchloſſen wurde, ſo ſah er ſich plötzlich gänzlich von dem öffentlichen Unterrichte entfernt. In Folge deſſen über⸗ nahm er die Erziehung eines Sohnes des Marſchalls Lannes, betrieb aber auch weit thätiger die Herausgabe des Proclus


