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Um ſo größere Sorgfalt aber wurde darauf ver⸗ wendet, dem Kronprinzen ſchon von früh an eine lebhafte Neigung zum Soldatenſtande einzuflößen und ihn ſowohl mit allen Regeln des kleinen Dienſtes, als mit den kriegeriſchen vertraut zu machen. Sobald es paſſend war, mußte er die Kinderkleider ausziehen und eine militäriſche Uniform aulegen, auch ſich zu der knappen Friſur, die damals bei der preußiſchen Armee eingeführt war, bequemen. Dieſe letztere war freilich ein trauriges Ereigniß für den Knaben, denn er hatte bis dahin ſein ſchönes blondes Haar in frei flatternden Locken getragen und ſeine Freude daran gehabt. Aber dem Willen des Vates war füglich nicht zu widerſprechen. Dieſer ließ eines Tages einen Hofchirurgus kommen, dem Prinzen die Seiten⸗ haare abzuſchneiden. Ohne Weigerung mußte ſich der Prinz auf einen Stuhl ſetzen, aber der bevorſtehende Verluſt trieb ihm die Thränen in's Auge. Der Chi⸗ rurg hatte indeß Mitleid mit dein Armen; er begann ſein Geſchäft mit ſo großer Umſtändlichkeit, daß der König, der die Vollziehung ſeines Befehls beaufſich⸗ tigte, bald zerſtreut wurde und andere Dinge vornahm. Den günſtigen Moment benutzte der Chirurg, kämmte den größten Theil der Seitenhaare nach dem Hinter⸗ kopfe und ſchnitt nicht mehr ab, als die äußerſte Nothwendigkeit erforderte. Friedrich hat ſpäter dem Chirurgen die Schonung ſeiner kindiſchen Thränen mit dankbarer Anerkennung belohnt.
Es geht auch aus dieſer Lebensbeſchreibung Friedrichs wieder mit Recht die Ueberzeugung hervor,
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daß der Vater Friedrichs trotz ſeiner übergroßen Strenge und hausväterlich ſchlichten Natur doch ein Mann von ſeltenem Charakter und durch die Tüchtig⸗ keit ſeiner gerechten, geraden Geſinnung ein wahrer Segen des Vaterlandes war. Daß ſich Vater und Sohn nicht verſtanden, lag in den verſchiedenen Rich⸗ tungen und Grundtönen ihres Geiſies und in der Abgrenzung gegen eine neue Zeit, als deren Stern Friedrich in einem für die alte Periode unbegreiflichen Lichte ſiegreich, doch anfangs nur geduldet und ver⸗ kannt am Horizont der plötzlich im achtzehnten Jahr⸗ hundert entwickelten Cultur des nach Ideen ringenden Europas emporging.
Das Walten des Vaters gehört zu dem ernſten hiſtoriſchen Hintergrunde, auf dem ſich das Bild des Sohnes um ſo heller abhebt und ohne welchen daſſelbe nicht denkbar iſt.
Dieſes Bild hat der verewigte Verfaſſer, deſſen neue Auflage hier in Lieferungen begonnen iſt, mehr mit breiten und fleißigen, als mit ſchwunghaften Zügen gemalt. Ein ruhiger Ueberblick entſchädigt bei ſolchen Arbeiten oft für die fehlende Tiefe des Geiſtes. Geſtehen dürfen wir, daß es vielleicht ent⸗ ſprechender geweſen wäre, den Abonnenten als Zugabe ſtatt ein Blatt„Karl der Große“ lieber das Porträt irgend eines Haupthelden des ſiebenjährigen Krieges, z. B. das des großen Prinzen Heinrich in Ausſicht zu ſtellen, da man dieſen Bruder und unvergleichlichen
Feldherrn des Königs ſonſt nur zu ſelten ſieht.
Feuilleton.
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Die Candioten. Bei dem großen Intereſſe, mit dem man jetzt allgemein auf die Inſel Candia und den Kampf der Candioten gegen
ihnen unterſagte; ihre Leidenſchaften benutzten die Duldung, welche der Koran gewiſſen unſerer Appetite bewilligt, ohne ſich zu den Opfern zu entſchließen, zu denen er Andere zu zwingen
die türkiſche Herrſchaft blickt, wird unſern Leſern ſicher die ſich anmaßt. So konnten ſie die Laſter der Chriſten mit folgende Mittheilung willkommen ſein, die wir einer kürzlich denen der Mohamedaner— die Trunkenheit mit der Poly⸗
im Verlag von J. Hachette& Co. in Paris erſchienen anzie⸗ henden Schrift entnehmen, welche den Titel führt:„Llle de Crète. Souvenirs de voyage par Georges Perrot, Ancien
gamie— vereinigen. Alle Muſelmänner der Inſel hatten die Gewohnheit beibehalten, öffentlich Wein zu bereiten und zu trinken,
wie die Giaurs, eine Gewohnheit, welche ihren
membre de P'Ecole française d'Athènes“ und die höchſt Religionsgenoſſen auf dem feſten Lande großes Aergerniß merkwürdige Aufſchlüſſe über die Inſel und deren Bewohner gab. Ein Reiſender ſagt: Der candiotiſche Türke iſt in den
enthält. Nachdem der Verfaſſer mitgetheilt hat, Bewohner der Inſel nach der im Jahr 1669 erfolgten Er⸗
daß viele andern Theilen des türkiſchen Reichs wenig geſchätzt. Dieſer
ſchlechte Ruf gründet ſich bei den Muſelmännern auf ſeine
oberung derſelben von den Türken und der gänzlichen Ver⸗ Nachläſſigkeit, gewiſſe Vorſchriften des Korans zu beobachten. treibung der Venetianer von dort zum Islamismus über⸗ Dieſer Eindruck hat ſich noch nicht verloren. Im Jahr 1857
getreten ſeien, fährt er fort: 1 Indem die Griechen auf Candia ſich zum Islamismus
ſprach ein Türke aus Conſtantinopel, ein ausgezeichneter Officier, zu mir mit einer entſchiedenen Verachtung von den
bekannten, hielten ſie ſich nicht für verpflichtet, auf diejenigen Muſelmännern Candias, mit denen ſein Dienſt ihn ſeit
ihrer Gewohnheiten zu verzichten, welche ihr neuer Glaube einigen Monaten fortdauernd in Beziehungen gebracht hatte.


