dung das traurige Bild liefert, im Momente der Reue wieder ein guter, einſichtsvoller Kerl zu ſein,— dieſe ungeſucht natürlichen Darſtellungen nehmen in ihrer Einfachheit dichteriſch einen hohen Platz ein.
An Balladen und Romanzen von ähnlich hervor⸗
3 Ein merkmwürdiger Schiffskampf.
Aus den neuern Seekriegen ſind uns intereſſante Treffen genng geſchildert, aber nur wenige Beſchreibungen 1 von wirklichen Augenzeugen ſind aus der Periode vorhanden, wo man ſich noch zum Theil in Europa der Galeeren bediente. Marteilhe, der zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts als
Hugenott zu den franzöſiſchen Galeeren verurtheilt war, machte unter dem Admiral Langeron auf dieſen Selaven⸗ fahrzeugen der Tyrannei die Küſtenkriege gegen England mit und erzählt einen denkwürdigen Kampf mit einem engliſchen Schiffscapitän. Die Franzoſen bewachten mit ſechs Galeeren den Eingang zur Themſe und man bemerkte eine große engliſche Handelsflotte von einigen dreißig Segeln, die in die Themſe einlaufen wollte und nur von einer einzigen Fregatte zur etwaigen Vertheidigung begleitet war. Man hielt Kriegs⸗ rath, ſie zu nehmen.
Unſer Commandant hatte in der Weiſe über ſeine Diviſion verfügt, daß vier Galeeren die Handelsſchiffe ſoviel als möglich einſchließen und ſich nur an ſie machen ſollten, um ſich ihrer zu bemächtigen(es iſt bekannt, daß der größte Theil der Handelsſchiffe unbewaffnet iſt), während unfre Galeere, welche das Commando hatte, mit der des Chevalier de Mauviliers ſuchen ſollte, die Fregatte anzugreifen, welche den anderen Schiffen zur Bedeckung diente, und ſich derſelben zu bemächtigen.
Dieſer Anordnung gemäß machten ſich die vier Galeeren auf den Weg, um die Handetsſchiffe zu umringen und ihnen den Weg nach der Mündung der Themie abzuſchneiden; wir dagegen gingen mit der anderen Galeere, die uns zur Beglei⸗ tung diente, gerade auf die Fregatte los.
Die Fregatte, welche unſere Bewegung bemerkte, begriff wohl, daß ihre Flotte oder wenigſtens der größte Theil der⸗ ſelben in der größten Gefahr wer.
Es war eine engliſche Fregatte, und der Capitän, welcher ſie befehligte, einer der geſchickteſten und tapferſten ſeiner Zeit, wovon er uns bei jener Gelegenheit einen hinlänglichen Beweis gab.
Er gab nämlich den Handelsſchiffen Ordre, die Segel aufzuſpannen, um ſo ſchleunig als möglich die Mündung der Themſe zu erreichen und auf die Weiſe den Händen der Franzoſen zu entrinnen. Was ihn ſelbſt beträfe, ſo dachte er, den ſechs Galeeren ſo viel zu ſchaffen machen, daß er hoffte, ſeine Schiffe alle zu retten. Kurz, er wollte ſich für ſie auf⸗ opfern. 2
Er ſpannte alle ſeine Segel und fuhr in größter Schnellig⸗ keit auf unſre beiden Galeeren, die im Begriffe ſtanden, ihn anzugreifen, los, gerade als ob er ſelbſt uns angreifen wolle.
Ich muß bemerken, daß die Galeere, welche uns zur Begleitung diente, mehr als eine franzöſiſche Meile
Novellen⸗Zeitung.
ſtechenden Schönheiten fehlt es nicht in dieſer Samm⸗ 9 lung, und ich möchte zum Schluß die näheren Freunde ihr
dieſer alten Volkspoeſieen auf die ihrer Zeit beſproche⸗ nen Isländiſchen Volkslieder, übertragen von Willatzen, B. vergleichsweiſe aufmerkſam machen. da w. ſi H 1 K A Ei der unſrigen zurückgeblieben war, ſei es, weil ſie nicht mit fi uns gleichen Schritt halten konnte, oder weil der Capitän, Nü der ſie befehligte, die Abſicht hatte, uns das erſte Feuer aus⸗ ger halten zu laſſen. din
Unſer Commandant, welchen die Annäherung der Fregatte nicht ſehr beunruhigte, glaubte, mit ſeinen Galeeren’ ſa ſtark genug zu ſein, um ſich derſelben zu bemächtigen. Er be hatte ſich jedoch in ſeiner Meinung ſehr getäuſcht, wie die— re Folge bald zeigen wird. 4
Da die Fregatte, wie ich ſchon ſagte, auf uns losging in und wir auf dieſelbe, ſo waren wir bald in Schußweite An gekommen. Wir feuerten zuerſt auf dieſelbe, doch erwiderte W. ſie unſer Feuer nicht mit einem einzigen Schuß.
Dies veranlaßte unſern Commandanten, in großſpreche⸗ leg riſcher Weiſe zu ſagen, daß der Capitän der Fregatte wahr⸗ S ſcheinlich überdrüſſig ſei, ein Engländer zu ſein, und ſich uns der ohne Kampf übergeben wolle. 1 Ke
Doch Geduld! er wird den Ton bald ändern. Wir rückten ſo raſch gegeneinander vor, daß unſere Galeere in kurzer Zeit in Flintenſchußweite von derſelben war, und unſere Mannſchaft eröffnete ſchon ein Musketenfeuer auf die Fregatte, als dieſelbe plötzlich den Bord waner, glaich la ob ſie vor uns fliehen wollte.*
Die Flucht des Feindes vermehrt gemeiniglich den Muth. So ging es auch uns; denn unſere Mannſchaft rief den Leuten auf der Fregatte zu, ſie wären Feiglinge, weil ſie
den Kampf ſcheuten, doch wäre es nun zu ſpät dazu, und wenn b ſie ſich nähärten ſo würde man ſie in den Grund bohren. ve Der Engländer antwortete nichts darauf, bereitete ſich—I aber vor, uns, wie man ſogleich ſehen wird, ein blutiges 6 Trauerſpiel aufzuführen. 8
Der Engländer, welcher ſich ſtellte, als wolle er die it Flucht ergreifen, wandte uns das Hintertheil des Schiffes zu a und machte es uns ſomit leicht, den Boͤrd deſſelben zu erſteigen; ſe denn das Manöver einer Galeere, welche ein Schiff angreifen 3 und ſich deſſelben bemächtigen will, beſteht darin, ihr Vor⸗ 3 dertheil auf das Hintertheil des andern zu richten, welches ſ ſeine ſchwächſte Seite iſt, während im Vordertheil der Galeere 5 ſich ihre ganze Stärke und alles ihr Geſchütz befindet. Daher ſtößt ſie beim Angriffe mit demſelben auf jenes mit aller Macht, giebt aus ihren fünf Geſchützſtücken Feuer, und ſofort d
erſteigt man den Bord. 3 4 Der Commandant der Galeere, welcher meinte, es mit
dieſer Fregatte ebenſo zu machen, gab ſofort die Ordre, zum
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Entern zu ſ
hinter Streitaxt in
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chreiten, und empfahl dem Steuermann, recht ielen, um ſie mit unſerm Sporne zu treffen. Matroſen, welche zum Entern ſich mit gezogenen Sähel ereit, als die Fregatte, welch
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auf dieſelbe z Alle beſtimmt


