Jahrgang 
1-26 (1867)
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und einen Korb. In den Korb, der ganz mit Moos aus⸗ gefüttert war, that er eine Katze mit ihren ſämmtlichen Jungen, die ſie erſt ganz kürzlich zur Welt gebracht hatte; dann ging er in der Dunkelheit der Nacht fort, ſchlich ſich ins Schloß und ſtieg auf das Dach, ohne daß es Jemand bemerkte.

Von dem Dache auf den Speichersgelangen, dort den Fußboden durchſägen und durch die gemachte Oeffnung ins

Schlafzimmer des Königs herabſteigen, war für unſer geſchick⸗

tes Männchen eine Aufgabe, die er in ſehr kurzer Zeit löſte. Als er ſich dort befand, hob er behutſam die Bettdecke auf und legte die Katze mit ihren Jungen in das Bett, das er dann ſorgſam wieder zudeckte. Indem er ſich dann an dem Stricke feſthielt, ſtieg er auf den Baldachin, der ſich über dem Bette erhob, und auf dieſem erhabnen Poſten erwartete er die Ereigniſſe.

Als die Uhr des Schloſſes elf ſchlug, traten der König und die Königin in ihr Schlafgemach. Als ſie ſich entkleidet hatten, knieeten Beide nieder, um ihr Abendgebet zu halten, der König löſchte die Lampe aus und die Königin legte ſich ins Bette.

Plötzlich ſtieß ſie ein Geſchrei aus und ſie warf ſich mitten ins Zimmer. V

Biſt Du toll? ſagte der König.Willſt Du das ganze Schloß in Aufruhr bringen?

Mein Freund, ſagte die Königin,lege Dich nicht in dieſes Bett; ich habe eine brennende Hitze gefühlt und mein Fuß hat etwas Haariges berührt.

Weshalb ſagſt Du nicht lieber gleich, der Teufel ſei in meinem Bett? entgegnete der König, der voller Mitleiden lachte.Alle Frauen haben ein Haſenherz und den Kopf eines Hänflings.

Hierauf ſtreckte er ſich wie ein wahrer Held ſofort unter die Decke, ſprang aber ſogleich heraus, indem er wie ein Ver⸗ dammter brüllte, und zog die Katze mit ſich heraus, die ſich mit ihren Krallen in den Waden des Königs feſt gehakt hatte.

Auf das Geſchrei des Konigs näherte ſich die Schild⸗ wach Thür des Schlafzimmers, an die ſie dreimal mit ihrer Hellebarde klopfte, um zu fragen, ob man ihrer bedürfe. V

Schweig! ſagte der König, der ſich ſeiner Schwäche ſchämte und der von ſeiner Furcht nichts bekannt werden laſſen wollte.

Er griff nach ſeinem Feuerzeug, zündete die Lampe an und ſah mitten auf dem Betttuche die Katze, die ſich wieder auf ihren Platz begeben hatte und ihre Jungen zärtlich

4 leckte. 2

Das iſt zu ſtark, rief er;dieſes unverſchämte Thier erlaubt ſich ohne Achtung vor meiner Krone, ſich mein könig⸗ liches Lager zu wählen und dort ihren Koth und ihre Jungen

werde Dich behandeln, wie Du es verdienſt!

Sie wird Dich beißen, ſagte die Königin;vielleicht iſt ſie raſend.

Fürchte nichts, theure Freundin, ſagte der gute Fürſt, und die vier Ecken des Betttuches zuſammen ſchlagend, wickelte er die ganze Katzenfamilie hinein, dann rollte er dieſes Paket in die Decke und das untere Leintuch, machte daraus einen großen Ballen und warf ihn zum Fenſter hinaus.

Jetzt, ſagte er zur Königin,laß uns in Dein Zimmer gehen, und da wir uns gerächt haben, wollen wir in Frieden ſchlafen.

Schlafe, o König! und mögen glückliche Träume Dich im Schlafe erfreuen; aber während Du ruhſt, klettert ein Mann auf das Dach, befeſtigt dort ein Seil und läßt ſich an

Vierke

V Schnee dahin.

Jolge. 139

demſelben in den Hof hinab. Er ſucht, indem er umhertaſtet, einen Gegenſtand, den er nicht ſehen kann, nimmt ihn auf den Rücken, ſteigt über die Mauer und läuft dann durch den Wenn man den Schildwachen Glauben ſchenken kann, ſo iſt ein Schattenbild vor ihnen vorüberpaſſirt und ſie haben das Wimmern eines neugebornen Kindes ver⸗ nommen.

Als der König am folgenden Morgen erwachte, ſammelte er ſeine Gedanken und fing zum erſtenmal an die Sache zu überlegen. Er vermuthete, daß er das Opfer eines ihm ge⸗ ſpielten Betruges geworden ſei und daß das graue Männchen wohl der Urheber dieſes Verbrechens ſein könne. Er ließ es ſogleich holen..

Das Männchen erſchien und trug auf ſeiner Schulter die friſch gebügelten Leintücher; er ließ ſich auf ein Knie vor der Königin nieder und ſagte zu ihr in einem reſpect⸗ vollen Tone:

Ihre Majeſtät wiſſen, daß ich Alles, was ich gethan, nur gemacht habe, um dem Könige zu gehorchen; ich hoffe, daß Sie gütig genug ſein werden, um mir zu verzeihen.

Es mag ſo ſein, ſagte die Königin,aber komme nie wieder hierher. Ich würde darüber vor Schrecken ſterben.

Aber ich, ſagte der König, der ſich ſehr ärgerte, daß die Königin ſich erlaubte, gnädig zu ſein, ohne vorher ihren Gebieter und Herrn zu Rathe zu ziehen,ich verzeihe nicht. Höre mich, dreifacher Schurke. Wenn Du nicht morgen

Abend die Königin ſelbſt in ihrem Schloſſe geſtohlen haſt, ſo

wirſt Du morgen Abend gehängt. Majeſtät, ſchrie das Männchen,laſſen Siemich ſofort hängen, in dieſer Art erſparen Sie mir vierundzwanzig Stun⸗

den Todesangſt. Wie wollen Sie, daß ich mit einer ſolchen

Unternehmung zum Ziele gelange? Es würde leichter ſein, den Mond mit den Zähnen zu faſſen. 3

Das iſt Deine Angelegenheit, nicht die meinige, ent⸗ gegnete der König.Einſtweilen werde ich den Galgen errich⸗ ten laſſen.

Das Männchen ging verzweifelt es verhüllte ſein Geſicht in ſeine beiden Hände und ſchluchzte zum Herzzer⸗

ſpalten und der König lachte zum erſten Mal.

Als die Abenddämmerung eintrat, kam ein frommer Capuziner, den Roſenkranz in der Hand, den Bettelſack auf dem Rücken, um der Gewohnheit gemäß in dem Schloſſe Gaben für ſein Kloſter zu erbetteln. Als die Königin ihm ſein Almoſen gegeben hatte, ſagte der Capuziner zu ihr:

Madame, Gott wird eine ſo große Mildthätigkeit anerkennen. Schon jetzt bringe ich Ihnen die Belohnung dafür. Morgen wird man, wie Sie wiſſen, in dem Schloſſe einen Unglücklichen hängen, der ohne Zweifel ſehr ſtrafbar iſt.

Leider! ſagte die Königin;ich vergebe ihm von ganzem Herzen und ich hätte ihm gern das Leben retten mögen.

Das kann nicht ſein, ſagte der Mönch;aber dieſer Mann, der eine Art von Zauberer iſt, kann Ihnen, ehe er ſtirbt, ein großes Geſchenk machen. Ich weiß, daß er drei wundervolle Geheimniſſe beſitzt, von denen ein einziges ein Königreich werth iſt. Von dieſen drei Geheimniſſen kann er Derjenigen, welche Mitleiden mit ihm gehabt hat, eins hinter⸗ laſſen.

Welches ſind dieſe Geheimniſſe? fragte die Königin.

Kraft des erſten, antwortete der Capuziner,läßt eine Frau ihren Mann Alles machen, was ſie will.

Ach! ſagte die Königin, indem ſie eine ſpöttiſche Miene machte,das iſt kein wundervolles Recept. Seit der Eva, heiligen Andenkens, hat ſich dieſes Geheimniß von