—
——————
V 126 Novellen⸗ZJeitung. . ſe ſſar t jenen weſti Und die Kinder antworten:„Wir würden es wie er Töpferwaare ſammelt. Man wird bei vielen Vögeln finden, ſnmn uſ machen.“ daß ſchöne Federn, ein Spiegel und ein Bewunderer nicht 3 ſir i Das zweite Märchen, das wir aus jener Sammlung ganz intereſſeloſe Dinge für ſie ſind. lae do hier mittheilen wollen, iſt eine Diebesgeſchichte, deren es viel Ein anderer zu der nämlichen Schlußfolgerung mich dieſen E
darin giebt. Für uns hat der Diebſtahl etwas Abſtoßendes und wir ſind nicht geneigt, den Dieb zu bewundern, und ſei die von ihm bewieſene Geſchicklichkeit noch ſo groß. Bei den Völkern, die noch auf der erſten Stufe der Entwicklung ſtanden, war das ganz anders, das läßt ſich ſogar im Herodot ſehen, der eine ägyptiſche Diebesgeſchichte ſehr ausführlich er⸗
führender Umſtand iſt die Thatſache, daß bei Thieren die Schönheit an hervorragenden Theilen angebracht iſt oder an Theilen, welche durch Aufrichtung oder Ausbreitung leicht und zur Paarungszeit häufig hervorgebracht werden, wie z. B. ein Kamm oder ein Schwanz. Einen Rubin⸗ oder Smaragd⸗Schmuck giebt es z. B. nicht an der Seite unter
Bemerkung „Ueber der
Exemplar!
Auswahl il ihren Grun daß llrſache
3;⸗ zählt, worin es dem Diebe gelang, den König Rhampſinit dem ſelten in die Höhe gehobenen Flügel unſerer Haushühner. werhen 3 dreimal zu überliſten, der ihm, als dem geſchickteſten aller Solche Juwelen ſind da angebracht, wo auch der Menſch die dierſen. Menſchen, zur Belohnung dafür ſeine Tochter zur Gemahlin ſeinigen trägt, am Geſicht und an der Stirne, oder wo ſie Gelnn. 3e gab. Darin liegt auch die Erklärung der naiven Bewun⸗ ſonſt Aufmerkſamkeit auf ſich ziehen, wie unſere eigenen dhn a
derung des Erzählers für die Großthaten ſeines Helden. Wir können die Lehre ziehen, daß wir die Welt nicht immer nach dem Maßſtabe unſerer heutigen Ideen meſſen dürfen. Doch zu unſerer Erzählung.
(Schluß folgt.)
Kronen, Schleppen, Achſelbänder, Bruſtſchleifen, geſchminkte Wangen oder juwelenbehängte Ohren. Ich kann den Umſtand nicht damit erklären, daß dieſe grellen Zierrathen dem Menſchen gefallen, denn nirgends ſind ſie prächtiger als an Vögeln, welche
mitten in einem tropiſchen Walde leben, wohin ein Menſch 1 7
kommen bei
ſeit Jahrhun 4” leicht noch?
ſelten kommt; ich kann ſie auch nicht daraus erklären, daß ſie Ein ihren Beſitzern im Kampfe um das Leben nützen, weil ſie dem dieſelben ihren Feinden eher ſichtbar oder der Begehrlichkeit
Aeſthenſcher Geſchmant in der Thiermelt. des Menſchen zugänglicher machen. Allein wenn ich bedenke, gendes:
Die vorwitzige Frage, ob die Thiere eine Seele haben daß die Schönheit dieſer Dinge ſich in der der Paarung, un d
oder nur als Phyſis aufblühen und wieder vergehen,— wie unmittelbar vorausgehenden Zeit in ihrer größten Pracht die Veſteg z. B. die Pflanze möchte man ſagen, wenn dieſer nicht auch zeigt und daß die meiſten Beobachter darin übereinſtimmen, den eine Art Beſeelung zuzuſchreiben wäre,— dieſe Frage wird daß das Weibchen theils durch Kraftaufwand, theils durch
ſich in Zukunft vielleicht am beſten indirect durch objective Geberden, theils durch die Stimme gewonnen wird, und daß dah ſſe kar
Wahrnehmungen beantworten laſſen. Werfen wir hier einen das Männchen, deſſen Intereſſe es iſt, ſo anziehend als n
Blick auf den Schönheitsſinn der Thiere. möglich zu ſein, in ſeiner Brautwerbungszeit am glänzendſten hand 1
Von den in der morgenländiſchen Literatur vorkommen⸗ geziert iſt: ſo ſcheint es mir, daß Schönheit in einem weit uünde. E
den Erwähnungen der Schlangenzauberer an bis herab zu größeren Umfang, als man bis jetzt allgemein zugegeben G daß man i
den neueren Zeiten giebt es eine Menge immer zahlreicher hat, ein Acceſſorium der Liebe iſt. dinne
haft Vena
werdende Thatſachen, die zeigen, daß gewiſſe Thiere von der Muſik angenehm berührt werden. Es wäre eine kühne
Schmetterlinge haben zwar glänzende Zeichnungen an dem untern Flügel, allein dieſer Umſtand verſtärkt eher die
ſeinem ſche
Behauptung, wenn Jemand ſagte: die Vögel haben keine Kraft meines Arguments, als daß er ſie ſchwächt, denn bei ſonnenen? Freude an ihren eignen Geſängen. Ich bin aus den von mir ihnen werden, in einem Ruheſtand, die Flügel aufrecht gehalten, xzählt wo gemachten Erfahrungen, ſowie aus anderen Beobachtungen während bei andern dieſer Inſectenclaſſe, wie z. B. den Nacht.. Schlußact zu dem Schluſſe gekommen, daß gewiſſe Thiere, beſonders und Dämmerungsfaltern, deren Flügel, wenn in Ruhe, ent⸗ dungen M Vögel, nicht nur ein Ohr für ſchöne Töne haben, ſondern weder horizontal geneigt oder um den Leib gewickelt ſind, nur hne Inte auch, daß ſie Dinge, die ſie ſehen, aus Rückſicht für ſchöne die obere Seite der Flügel ſchön iſt. Auch muß bemerkt Die Farbe oder andere angenehme äußere Züge vorziehen. Um werden, daß dieſe Geſchöpfe unter den drei Zuſtänden, in ereek“, d
mituns ſelbſt zu beginnen, ſo iſt die Freude allgemein, die uns eine gewiſſe Claſſe von Gegenſtänden macht; ſelbſt wenn ein Menſch faſt wieder zum Thiere wird, geht dieſer Naturtrieb nie ganz verloren, ſondern modiſicirt ſich nur. Chriſtliche Kinder und Cannibalen ſind in gleicher Weiſe eitel auf ſchöne Kleider und haben eine ähnliche Leidenſchaft für Knöpfe und glitzernden Tand. Carlyle meint, daß mehr die Liebe zum Aufputz als der Wunſch nach Bequemlichkeit und Behaglich⸗ keit die leitende Urſache zur Einführung der Kleider geweſen. Wenn wir die Thiere in's Auge faſſen, ſo findet ſich haupt⸗
denen ſie exiſtiren, blos merkwürdig ſind in demjenigen, in welchem ſie ihre Weibchen ſuchen, und wer immer viele ihrer Männchen(z. B. das des Pomeranzenvogels) mit dem Weib⸗
chen vergleicht, wird finden, daß grelle Färbung auch die
Erſtern begünſtigk. Dieſe zarten und ephemeren Geſchöpfe kann man oft träg herumfliegen ſehen, als wenn ſie ihres
Glanzes ſich bewußt wären und als ob ſie Zeit laſſen wollten,
um geſehen werden zu können.
Was die Fiſche betrifft, ſo gewährt es mannigfache
Unterhaltung, die Kämpfe der männlichen Stichlinge um die
linen S hürte zu
zeitig im Fann ge Siſſer de
ſächlich unter Vögeln ein Sinn für Zierrathen und glitzernde Weibchen in einem Aquarium z. B. zu beobachten und zu anduu Gegenſtände, die oft ſehr auffallend und menſchenartig iſt. bemerken, wie der Sieger an Farbe immer glänzender wird, s Pettol Die Gewohnheit des Faſans, des Pfaues, des Truthuhnes, der Beſiegte aber, wenn er den Kampf überlebt, an Glanz rloume des Paradiesvogels, mehrerer Vögel des Tauben⸗ und Krähen⸗ beträchtlich abnimmt. Fiſche und beſonders Inſecten finden ter Wi Geſchlechts, ſowie gewiſſer Singvögel zeugen hierfür. Der häufig ihren Tod durch die eigenthümliche Anziehungskraft, ide, da auſtraliſche Atlas⸗Laubenvogel iſt der merkwürdigſte dieſer welche das Licht für ſie hat. lle Adom Claſſe von Thieren, welche Sinn für Schönheit oder glitz⸗ Vögel fängt man, beſonders Lerchen, in Frankreich bis⸗ 1150,00 ernde Gegenſtände in der Außenwelt, d. h. für nicht unmit⸗ weilen durch das nämliche Lockungsmittel, und ſelbſt jene n Greenl telbar perſönliche Schönheit, an den Tag legen, indem er Feuerfliegen, deren Leuchtkraft für uns ſo hübſch iſt, finden le.Llin in der That kleine Muſeen von Muſcheln, bunten Federn, dieſe, wie ich zu glauben allen Grund habe, für ſich ſelbſt er von⸗ glänzendem Glas oder Stückchen farbigen Tuchs oder farbiger] anziehend. Sie werden mittelſt ihrer Vorliebe für Licht von wn eine 8


