Was lugſt Du dort, Du kluger Späher? Zürnſt Du dem Störer Deiner Ruh? Und dennoch hüpfſt Du nah und näher, Fürcht nicht, daß ich Dir Böſes thu! Sieh, in der Taſche ein paar Krumen, Was meinſt Du dazu, munt'rer Wicht? Verwundert blickſt Du zwiſchen Blumen, Komm nur, ich ſtör' den Näſcher nicht.
Und Blumen pflück' ich, ohn' zu denken, Und werf' ſie weg, zerpflücke ſie— Schon Träume ſich herniederſenken
Voll Waldesduft und Poeſie.
Die Augen muß ich ſchläͤf'rig ſchließen, Die Welt verſinkt und ſchwindet leis, Die Bäume heimiſch rauſchend grüßen Mit ihrer alten Märchenweiſ'.
Literariſche Briefe von Otto Banck.
Erlebniſſe eines zu den franzöſiſchen Ga⸗ leeren verurtheilten Proteſtanten. Erlangen bei Andreas Deichert.
Bei der ungeheuren Speculation, welcher ſich der Buchhandel in allen Gebieten überläßt, finden Sie auch hin und wieder im Fache der Specialgeſchichte Editionen, über deren Echtheit man nicht ſofort außer Zweifel ſein kann und dieſe Dunkelheit oft wegen des regen Intereſſes beklagen muß, das der ſo geſchickte oder geſchickt nachgemachte Inhalt einflößt. Ich er⸗ wähne abſichtlich dieſen Uebelſtand, um zugleich dieſen und jenen gebildeten Laien von dem ganz unnöthigen Zweifel zurückzuhalten, als wäre vielleicht auch das vorliegende ſo höchſt feſſelnde Buch eine bloße Imi⸗ tation wirklicher Erlebniſſe. Es iſt meine moraliſche Ueberzeugung, die von vielen Einzelheiten unterſtützt wird, daß dies nicht der Fall iſt und daß dieſe Lectüre alſo Jeder mit dem Glauben an deſſen Thatſächlichkeit vertrauensvoll genießen kann.
Sein Werth und das große durch denſelben rege gemachte Intereſſe liegt nun in dem bedauerlichen Umſtand, daß es leider ſo ſehr wenig Augenzeugen⸗ berichte und biographiſche Specialnotizen über jene unſeligen Dragonaden und Galeerenmarterungen giebt, welche durch Louvois' und ſeines Königs herzloſen Fanatismus über die armen Hugenotten verhängt wurden und Frankreich eines großen Theiles ſeiner Culturblüthe und ſeiner ſittlichen und intellectuellen Kraft beraubte. Unſere Tage hätten ein Recht, ſich
Novellen⸗Jeitung.
von dieſen gräßlichen Verirrungen mitleidsvoll abzu⸗
wenden, wenn dieſe Zuſtände nicht erſt etwas über
ein Jahrhundert hinter uns lägen, ja wenn ihr Geiſt blutiger intoleranter Verfolgung überhaupt für Europa antiquirt wäre. Blicken wir aber über die Pyrenäen hinweg nach Spanien, dem Land des Weins und der Geſänge: welch fürchterliches Bild und welche kläg⸗
lichen Reminiscenzen an die Schrecken der Vergan⸗
genheit!
Noch im Jahre 1745 wurden Lente, welche bei⸗ nahe achtzig Jahre waren, den Galeeren überlieſert, auf denen man noch kurz zuvor ganze Schaaren an⸗ ſchmiedete, oft auf Lebeuszeit, oft auf mehrere Jahr— zehnte, blos weil ſie eine proteſtantiſche Predigt an⸗ gehört.
In der Selbſtbiographie des Verfaſſers, der Jean
Marteilhe hieß und aus Bergerac an der Dordogne
ſtammte, ſehen wir ein Gemälde von den Verfolgungen ſeiner übrigen Glaubensbrüder, und um die Einfach⸗ heit ſeiner Darſtellung zu kennzeichnen und einen Einblick in die Art zu gewähren, wie die Verfolgungen ausgeführt wurden, will ich hier ein Stück aus dem Beginn ſeiner Schilderungen auführen:
„Es ſind wenige meiner Landsleute, die zu den alten Réfugiés in dieſen glücklichen Landen gehören und nicht Zeugniß von den Trübſalen geben könnten, welche die Verfolgung in allen Provinzen Frankreichs über ſie verhängt hat..
Wenn ein Jeder von ihnen über ſeine Erlebniſſe, ſowohl in ſeinem gemeinſchaftlichen Vaterlande als in der Fremde, in welche ſie getrieben wurden, Me⸗ moiren geſchrieben, und wenn man eine Sammlung derſelben veranſtaltet hätte, ſo würde dieſelbe wegen der verſchiedenen Begebenheiten, die man darin be⸗ richtet fände, nicht nur ſehr merkwürdig, ſondern auch für eine große Anzahl guter Proteſtanten ſehr beleh⸗ rend ſein, welche mit dem größten Theile deſſen un⸗ bekannt ſind, was ſich ſeit dem Jahre 1684 bei jener grauſamen und blutigen Verfolgung zugetragen hat⸗ Verſchiedene Schriftſteller haben im Allgemeinen
iſt es mir nicht zur Kenntniß gekommen) hat die ver⸗ ſchiedenen Arten von Qualen ausführlich berichtet, welche ein jeder meiner theueren Leidensgenoſſen er⸗ duldet hat.
Im Jahre 1699 ſuchte der Herzog de la Force, welcher, wenigſtens nach Außen, keineswegs von den Gefühlen ſeiner erlauchten Ahnherren in Bezug auf die Reformirten beſeelt zu ſein ſchien, auf Anreizung der Jeſuiten um die Erlaubniß nach, auf ſeine ziem⸗ lich umfangreichen Länder in Périgord zu gehen, um (wie er ſich ausdrückte) die Hugenotten zu bekehren.
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