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gelegen haben mag, daß er das Malertalent des Ingres nicht anerkennen wollte, denn wenn er ihm einen Beſuch machte, ſchrieb er jedesmal mit großen Buchſtaben an die Thürz ſeines Ateliers:
Ingres, tu ne seras jamais peintre!
Mit dem erſten großen Preiſe der Malerei iſt zugleich die Belohnung der Aufnahme als Zögling in die franzöſiſche Malerſchule in Rom⸗-verbunden, die auf Koſten des Staates unterhalten wird. Damals waren aberdie franzöſiſchen Finan⸗ zen ſo zerrüttet, daß für jene Malerſchule kein Geld vorhanden war, und in Folge deſſen mußte Ingres noch fünf Jahre in Paris bleiben, und erſt 1806 war er in der Lage, ſich nach Rom begeben zu können. Bis dahin ſtellte er 1802 Frauen⸗ Porträts, zwei ſeiner beſten Werke, 1804 ein Porträt des erſten Conſul, das ſich jetzt in Lüttich befindet, und 1806 ein Porträt des Kaiſers aus, das für das Invalidenhöôtel ange⸗ kauft worden iſt. Nach dieſer Ausſtellung reiſte er in das Vaterland Raphael's ab, den er ſich zum Vorbild auserſehen hatte. In deſſen Werken fand er das Ideal, das er ſuchte, und ſein ganzes Streben während ſeines ganzen Lebens war, ſich die Manier deſſelben zu eigen zu machen. Während der vier Jahre ſeiner officiellen Studien als Zögling der Maler⸗ ſchule ſchickte er eine Odaliſke, eine Schläferin, Oedipus und
die Sphinx, eine zweite Odaliſke und Jupiter und Thetis
nach Paris. Da ſeine letzten Werke daſelbſt eine kühle Auf⸗ nahme gefunden hatten, ſo beſchloß er, ganz in Rom zu bleiben, wo er ſich 1810 verheirathete und wirklich einen ſehr großen Theil ſeines Lebens blieb.
Die Prüfungen des Künſtlerlebens wurden ihm nicht erſpart und nach der Räumung Roms von franzöſiſchen Truppen im Jahre 1814 mußte er, um ſich erhalten zu konnen, Porträts und Skizzen malen, die aber einen ſehr großen Erfolg hatten. In derſelben Zeit malte er aber auch viele große Gemälde, die theilweiſe zu ſeinen beſten Werken gerechnet werden, von denen wir hier nur Raphael und die Fornarina, Romulus, Sieger bei Acron, den Schlaf des Oſſian, ein Plafondgemälde im Palaſte Monte⸗Cavallo, den Papſt Pius VII., den Cardinal Bibiena, welcher ſeine Nichte mit Raphael vermählt; Virgil, der ſeine Aeneide dem Auguſtus und der Octavia vorlieſt, den Tod des Leonard de Vinci; Heinrich IV. in ſeiner Familie(1814— 1832) nennen wollen. Nach 1820 verlebte Ingres vier Jahr in Florenz, wo er den Einzug Karl's V. in Paris und das Gelübde Ludwig's XIII malte, das ſich jetzt in der Kathedrale in Montauban befindet. Das letztre Gemälde war 1824 in Paris in dem Salon ausgeſtellt. Der erhabene Spiritualis⸗ mus, der darin ausgedrückt war, machte einen tiefen Eindruck. Ingres wurde plötzlich das Haupt der Idealiſten unter den Malern, dem entſtehenden Romantismus gegenüber. Er empfing in demſelben Jahre aus den Händen des Königs das Kreuz der Ehrenlegion und er wurde als Nachfolger des Baron Denon als Mitglied in die Akademie der ſchönen Künſte aufgenommen.
Im Jahre 1827 wurde ſeine Apotheoſe des Homer am Plafond des Louvre bewundert, das Haupwerk des Meiſters und zugleich ein zweiter Schlag, den er den Theorieen der neuen Schule verſetzte. Während dieſes Gemälde von der einen Seite den größten Enthuſiasmus hervorrief, wurde es von der andern Seite eben ſo ſcharf getadelt. Die Brutalität gewiſſer Angriffe verletzte und entmuthigte ihn und von 1832 bis 1834 ſtellte er nur die Porträts Bertin's des Aeltern und des Grafen Molé aus. Er beſchloß Frankreich zu verlaſſen, und ließ ſich zum Director der Villa Medicis
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der franzöſiſchen Malerſchule in Rom ernennen, wo er bald ſeinen Muth und den Glauben an ſich ſelbſt wiederfand und unter ſeiner Leitung die Fresken im Vatican copiren ließ. Er ſandte aus Rom mehrere Gemälde nach Paris, unter Andern Strat nice für den Herzog von Orleans, das 1863 für 63,000 Fr. wieder verkauft wurde. Zu dieſer Zeit machte er eine Reiſe nach Paris, wo er das Porträt des Herzogs von Orleans wenige Monate vor deſſen Tode malte. Zu der⸗ ſelben Zeit(1843) componirte er das mythologiſche Porträt „Cherubini von der Muſe inſpirirt“.
Seine zweite Rückkehr von Rom war für Ingres ein Triumph. Der Enthuſiasmus ſeiner Landsleute entſchädigte ihn reichlich für ihre frühere Ungerechtigkeit. Von ſeinen Gemälden aus der Periode von 1842 bis 1855 wollen wir hier folgende erwähnen: Die Geburt der Venus Anadyomene; Jeſus in der Mitte der Schriftgelehrten; Moliere in ſeinem Cabinet; Racine in Hoftracht; Jeanne d'Arc bei der Krönung Karl's VII.
Außerdem hat Ingres an der Verzierung des Schloſſes Dampierre des Herzogs de Luynes gearbeitet, die Cartons für die Glasfenſter in der Capelle Saint Ferdinand in Neuilly und in der in Dreux gefertigt. Unter dem neuen Kaiſerreich führte er in dem Hotel de Ville ein Plafond aus, welches die Apotheoſe Napoleon's I. darſtellt, mit der In⸗ ſchrift: In nepote redivivus. Bei der großen Ausſtellung 1855 wurde ſeinen Werken ausſchließlich ein Salon einge⸗ räumt, wo das Publicum aller Nationen die Hauptwerke ſeiner funfzigjährigen Thätigkeit vor Augen hatte und über den Werkh derſelben urtheilen konnte. Die internationale Jury erkannte ihm und gleichzeitig ſeinem Nebenbuhler, dem revolutionären Maler Eugéne Delacroix, eine der großen Ehrenmedaillen zu. 1841 wurde Ingres zum Officier der Ehrenlegion, im Mai. 1845 zum Commandeur und am 14. November 1855 zum Großofficier derſelben ernannt. Ein kaiſerliches Decret vom 25. Mai 1862 ertheilte ihm die Senatorenwürde. Auch wurde er zum Mitglied des kaiſer⸗ lichen Raths des öffentlichen Unterrichts ernannt. Er er⸗ freute ſich bis in ſein höchſtes Alter der vollkommenſten Ge⸗
ſundheit und noch in der Woche vor ſeinem Tode zeichnete
er den Kopf eines Porträts, der die Bewunderung ſeiner Freunde erregte. Sein Tod war die Folge einer begangenen Unvorſichtigkeit. C.
Neger. Die„Revue de Pafis“ theilt Folgendes als den appro⸗
ximativen Werth der Sclaven in Central⸗Africa mit: Ein
25 bis 35 Jahre alter Neger iſt ungefähr 24 Franken werth; von 16 bis 25 Jahren 40 Fr.; von 9 bis 15 Jahr 36 Fr. Eine Negerin von 6 bis 12 Jahren 45 Fr.; von 12 bis 16 Jahren 50 Fr.; von 16 bis 25 Jahren 40 Fr. und von 25 Jahren und darüber 20 bis 60 Franken. Früher waren die Preiſe viel höher, aber ſeitdem die Ausfuhr davon nach Amerika
ſich ſo ſehr vermindert hat, ſind die Märkte in Timbuktu,
Kano und Kachena damit überfüllt und die Preiſe derſelben ſind ſehr geſunken.
Beranger und Lafitte. Das Zimmer, welches Béranger einſt eine Zeitlang in St. Pelagie wegen ſeiner politiſchen Lieder bewohnen mußte,
hatte die Ausſicht auf den Hof, wo die Diebe und Räuber täglich einmal friſche Luft ſchöpften, und lag überhaupt der
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