Jahrgang 
1-26 (1867)
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Vierte Folge.

Diverſion nach Afrika gefaßt. Ein junger Feldherr, der in Spanien die erſten Lorberen gewonnen hatte, Publius Scipio, übernahm den Oberbefehl und landete mit einem Heere bei Utica. Maſſiniſſa eilte ſich ihm anzuſchließen. Das erſte Jahr der Expedition verlief ohne bedeutendere Ereigniſſe. Erſt der zweite Frühling brachte den Römern weittragende Erfolge. Scipio eröffnete den Feldzug durch einen glücklichen Ueberfall. Es gelang, die leichten Rohrhütten des feindlichen Lagers bei Nacht in Brand zu ſtecken. In der Ueberraſchung

und Verwirrung ward ein großer Theil des Heeres vernichtet.

In kurzer Zeit zwar hatten Hasdrubal und Syphax neue Streitkräfte geſammelt und dem Feinde entgegengewor⸗ fen. Aber in offener Feldſchlacht wurden ſie zum zweiten Mal aufs Haupt geſchlagen. Syphax flüchtete in's Innere, um noch einmal zu rüſten. Ihm folgten Scipio's Unterfeld⸗ herr, Gajus Lälius, und Maſſiniſſa.

Im Jubel wandte ſich dem Letzteren, wie er die Grenzen ſeines angeſtammten Reiches überſchritt, ſein Volk wieder zu. Ein neues Treffen wurde gegen Syphax geliefert, ſein Heer aufgelöſt, er ſelbſt gefangen. Die Maſſe der Flüchtigen wandte ſich nach Cirta. Während die römiſche Hauptmacht unter Lälius langſam nachrückte, machte ſich Maſſiniſſa, den gefangenen König bei ſich führend, mit der Reiterei zur kräftigen Verfolgung auf. Nach wenigen Märſchen ſtand er vor den Mauern ſeiner Hauptſtadt.

Hier weilte noch die Königin Sophonisbe, unbekannt mit der ganzen Größe des Unglücks, das über ihren Gatten hereingebrochen war. Abgeſandte erſchienen im Lager des Maſſiniſſa. Der Anblick zdes gefeſſelten Königs überzeugte ſie, daß ſeine Sache rettungslos verloren war. Ohne Schwert⸗ ſtreich öffnete darauf die Stadt ihre Thore dem Sieger. Maſſiniſſa ließ die Ausgänge beſetzen und eilte ſelbſt ohne Aufſchub nach der Königsburg. Dort auf der Schwelle des Hauſes trat ihm Sophonisbe entgegen. Mit flehenden Worten rief ſie ſeinen Schutz an; vertrauend gab ſie ſich in ſeine Gewalt und beſchwor ihn, ſie in keines Römers Hand zu liefern, lieber ihr ſelbſt den Tod zu geben. Den feurigen Numidier faßte eine plötzliche Leidenſchaft zu der ſchönen unglücklichen Frau. Willig gab er das erflehte Verſprechen. Aber nach ſtrengem Kriegsrecht war die gefangene Feindin der Knechtſchaft verfallen. Er mußte den Widerſpruch des römiſchen Feldherrn fürchten, und dieſer war mächtiger als er. Kein anderes Mittel ſchien ihm, die Erfüllung des gege⸗ benen Wortes zu ſichern, als die Königin durch ein unwider⸗ rufliches Band an ſeine eigene Perſon zu feſſeln. Er folgte der raſchen Eingebung des Augenblicks: noch an demſelben Tage ward Sophonisbe ſein Weib.

So fand Lälius, als er nach Cirta kam, ein vollendetes Ereigniß. Anfangs ſann er darauf, dem eigenmächtigen

Freund die Gattin mit Gewalt zu entreißen. Doch bewogen ihn die Bitten des Königs, die Entſcheidung über Sophonisbe's

Schickſal ſeinem Oberfeldherrn vorzubehalten. Syphax war inzwiſchen zu] Scipio in's Lager geſchickt worden. Seine finſtre Seele, auf der die Schmach der Gefangenſchaft und

der Zorn über die Treuloſigkeit der Gattin laſteten, brütete

Rache. Sophonisben zu Liebe hatte er das römiſche Bündniß verlaſſen; Krone und Freiheit hatte ihm der verhängnißvolle Schritt gekoſtet. Und in dem Augenblick ſeiner Erniedrigung gab ſich die Gattin dem Sieger, dem alten Erbfeind hin. Nicht verhehlte er ſeinen Groll dem Römer, und er fand ein Ohr für ſeine Klage. Auch Scipio fühlte ſich verletzt durch den raſchen Schritt ſeines Verbündeten. Bald darauf traf Maſſiniſſa im Lager bei ihm ein. Er rief ihn zu ſich und

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mit unverhaltenem Tadel forderte er die Königin zurück. Kein Recht, ſagte er ihm, habe er an dieſe Frau gehabt; als Gemah⸗ lin eines Fürſten, der mit den Römern im Kriege gelegen, theile ſie deſſen Schickſal; gleich ihm ſelbſt und ſeinem Reiche ſei ſie Beute des römiſchen Volkes geworden, und dieſes allein könne über ihr Schickſal beſchließen.

In Verzweiflung ſchied Maſſiniſſa von dem Feldherrn. Sophonisbe hatte ſein Wort: kein Römer durfte ſie beſitzen. Aber dem Römer zu trotzen war unmöglich. In dieſem Streite zwiſchen Pflicht und Ohnmacht blieb nur das Aeu⸗ ßerſte, das die muthige Frau ſelbſt für ſolchen Fall erfleht hatte. Nur eine Löſung war: der Tod. So beſchloß der raſche Mann, die erſte übereilte That durch eine andre, ſchreck⸗ liche zu ſühnen. Einen Becher mit Gift gefüllt ſandte er an Sophonisben und ließ ihr entbieten: ſeine Macht ſei zu Ende; da ſei, womit ſie ſelbſt ſich helfen möge. Dankbar, ohne Groll nahm die hochherzige Frau dieſe Gabe des Gatten entgegen. Und den ſelbſtgewählten Tod der Knechtſchaft des Feindes vorziehend, ſtarb ſie als Freie. 6.

Der Maler Ingres.

Frankreich verlor am 13. Januar c. zwei ſeiner be⸗ rühmteſten Männer, die Beide hochbejahrt waren, in dem mehr als 85 Jahre alten Ingres ſeinen berühmteſten Maler, in dem 75 jährigen Victor Couſin ſeinen größten Philoſophen. Die Werke Beider ſichern denſelbenein dauerndes Andenken und daher verdienen ſie, daß wir hier Näheres über das Leben derſelben mittheilen. Wir beginnen mit dem Maler.

Jean⸗Dominique⸗Auguſte Ingres wurde am 15. Sept. 1781 in Montauban geboren. Sein Vater, welcher Maler und zugleich Bildhauer war, beſtimmte den Sohn zum Ton⸗ künſtler und ließ ihn als Violinſpieler ausbilden, worin er es ſoweit gebracht haben ſoll, daß er als Knabe im Theater zu Toulouſe öffentlich auftreten und ein Concert von Viotti vortragen konnte. Auch als Maler wurde er der Muſik nicht ganz untreu, ja er ſoll ſogar die Manie gehabt haben, ſich für einen großen Violinſpieler zu halten; es war ihm zie nlich gleichgültig, wenn man ſein Talent als Maler be⸗ ſtritt, ſobald man nur ſeinem muſikaliſchen Talent Beifall zu Theil werden ließ. Er war noch nicht zwölf Jahre alt, als er im Muſeum zu Toulouſe die Copie eines Gemäldes von Raphael ſah, das in ihm die Leidenſchaft für die Malerei er⸗ weckte. Er ſelbſt erzählte, das Bild der Jungfrau habe auf ihn einen ſolchen Eindruck gemacht, daß er bald in Thränen zerſchmolzen ſei; Raphael ſei ihm dadurch geoffenbart worden. Er widmete ſich nun gänzlich dem Studium des Zeichnens, das er bereits mit fünf Jahren begonnen hatte, und im Alter von ſiebenzehn Jahren kam er nach Paris, wo er in das Atelier David's als Zögling eintrat, in dem er ſo ſchnelle Fortſchritte machte, daß ihm bereits im Jahre 1800 der zweite große Preis der Malerei und 1801 der erſte große Preis zuerkannt wurde. Der für die Preisbewerbung aus⸗ geſchriebene Vorwurf war ein ganz claſſiſcher, nämlich die Ankunft der Geſandten des Agamemnon, welche den Zorn des Sohnes des Peleus beſänftigen ſollten, in dem Zelte des Achilles: Das Gemälde von Ingres, das ſich jetzt in der école des beaux arts befindet, entſprach dem aufgeſtellten Programm ganz genau und gleichzeitig war darin große Originalität entfaltet. Er hatte ſich damit der claſſiſchen Schule zugewandt, die er auch während ſeines gähzer Lebens treu geblieben iſt. Bekanntlich gehörte ſein Le rer David der romantiſchen Schule an, worin wohl auch die Urſache