Erſchein⸗ plaſtiſcen n ihret ge⸗ bringen. für jeden die Kunſt he Theater, manſchrift⸗ fühlbarſten en» Belege, rken, gleich⸗ coſtümlichen zumeiſt der hebiet keine kkliche Ana⸗ ten, weſent⸗ Leſers em⸗ anzuführen,
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Vierte Folge. 105
Coſtüm ihrer Zeit zur Anſchauung bringen, und fragen wir uns dann, ob dieſe Gemälde, trotz ihres höchſten Aufwandes an Kunſt, irgend wie im Stande ſind, uns auch die ſo behandelten Situationen mit einiger Kraft als geſchichtlich wahr empfinden zu laſſen, ſo werden wir das verneinen müſſen. In dieſer Be⸗ ziehung führen ſie uns, bei noch ſo lebendiger Phan⸗ taſie, kaum über das Weſen desjenigen Jahrhunderts, in welchem ſie ſelbſt entſtanden, hinaus. Sie ſelbſt tragen in dieſer Hinſicht vielmehr jenen Stempel der inneren Beſchränktheit, in welcher eben dieſe Epochen aus Mangel an Kenntniß befangen waren und welche ſomit auch insbeſondere den Künſtler, um von ſeiner Zeit begriffen zu werden, gleichſam zu einer Ueber⸗ tragung derartiger von ihm erwählter Stoffe in das Geſammtweſen der Erſcheinung ſeiner Gegenwart nöthigte. Wenn nun auch ein ſolcher ſo weſentlich nur in der Unkenntniß genannter Epochen beruhender Anachronismus die Werke nach ihrem äſthetiſchen Werthe in keiner Weiſe beeinträchtigen kann, iſt es doch ſicher kein Vorzug derſelben, und dürfte es nur um ſo weniger nach den Forderungen unſerer Zeit irgend wie angemeſſen erſcheinen, in gleicher Art ver⸗ fahren zu wollen.
Aehnlich wie mit der Coſtümbehandlung der deutſchen und niederländiſchen Meiſter während der angedeuteten Zeit, verhielt es ſich im Grunde ge⸗ nommen mit der Behandlung der ihnen gleichzeitigen Italiener. Bei den Italienern indeß und namentlich den Künſtlern der römiſchen Schule, wie vorzugs⸗ weiſe bei Raphael, fallen in den von ihnen gemalten Stoffen aus der alten Geſchichte Anachronismen im Coſtüm ſchon bei weitem weniger vor. Solches hat bauptſächlich ſeinen Grund einerſeits in dem in Italien durch die dort zahlreich erhaltenen Reſte namentlich antiker Sculptur dauernd lebendiger gebliebenen Nach⸗ klang wirklich antiker Anſchauung, andrerſeits aber in dem daſelbſt zu jener Zeit üblichen Coſtüm, das auch noch über die Zeit hinaus Elemente genügend be⸗
wahrte, um ſich den Künſtlern williger zu fügen.“
Es iſt nach dieſen Andeutungen ſelbſtverſtändlich, wie nothwendig für den ausübenden Künſtler und den ſpeciellen Kunſtfreund ein ſolches Werk ſein muß; aber ſein Intereſſe beſchränkt ſich keineswegs blos auf dieſe engen Kreiſe der Fachleute. Alle Gebildeten werden durch eine ſolche Darſtellung, die drei ſtarke Bände umfaßt und durch mehre tauſend genau ge⸗ zeichnete Abbildungen unterſtützt wird, in die charakte⸗ riſtiſchen bildlichen Erſcheinungen eingeführt, durch
welche der Geiſt der Culturgeſchichte in äußerlichen Zeichen und Formen ſein inneres geheimſtes Weſen abſpiegelt.—
Hierbei wird dem Auge des intelligenten Leſers und Beſchauers erſt der Einfluß eines Volkes auf das andere thatſächlich entwickelt, und was dem Laien in Kunſtkammern, hiſtoriſchen Muſeen, Bildergallerien, Antikencabineten und architektoniſchen Genüſſen als ein ſchwer Entwirrbares und oft Zufälliges erſcheint, wird hier in ſeinem klaren Zuſammenhange erwieſen.
Der Verfaſſer geht allemal zunächſt auf die Tracht, dann auf die Bauconſtruction und endlich auf das Geräth der verſchiedenen Nationen ein und behandelt ſo im erſten Bande die Völker des Oſtens im Alterthum, im zweiten die Europas gleichfalls im Alterthum und im dritten des Mittelalter vom 4. bis zum 14. Jahr⸗ hundert.
Die Zeichnungen ſind immer ſo gewählt, daß ſie wirklichen Monumenten entnommen wurden und alſo dieſe Illuſtrationen gleichſam die überlieferte Stimme der Thatſachen repräſentiren. Eine große Genauig⸗ keit empfiehlt dieſe treuherzig geſchichtlichen Abbildun⸗ gen und mit dieſer gewiſſenhaften Präciſion hält der Text gleichen Schritt.
Da es heutigen Tages Sitte iſt, ſich um die Culturgeſchichte auch in weiteren Bildungskreiſen zu bekümmern, ſollten alle intelligenten Beſitzer einer kleinen Hausbibliothek die Ausgabe nicht ſcheuen, ſich ein ſo willkommenes, nothwendiges und unterhaltendes Handbuch anzuſchaffen, denn es bringt den Laien mit einem Schlage in ſeinen Anſchauungen und Erkennt⸗ niſſen um ein ganzes Decennium vorwärts. Die Ver⸗ lagshandlung ehrt ſich durch das ſolide Streben, Werke wie das vorliegende zu unternehmen, denn wenn die⸗ ſelben auch durch ihre vorzügliche, in dieſem Falle ganz beſonders hervorzuhebende Ausſtattung große Koſten verurſachen und nicht wie manche ſeichte Zeitſpecula⸗ tionen raſch ihren Weg machen, ſo treten ſie doch aus der Sphäre des Ephemeren heraus und haben einen langſamen, aber dauernd ſicheren Fortgang, der die ſchweren Mühen und Opfer um ihren verdienten Lohn nicht täuſcht. Dieſe Coſtümkunde von Weiß wird in keinem wahren Bildungsinſtitut Deutſchlands von verſtändigen Lehrern entbehrlich gefunden werden und es ſteht ihr eine Reihenfolge von Auflagen, von Er⸗ weiterungen und, wie ich recht ſehr hoffen und wünſchen muß, auch eine Fortſetzung des Planes über das 14. Jahrhundert hinaus durch denſelben würdigen Ver⸗
faſſer bevor.


