Jahrgang 
1-26 (1867)
Einzelbild herunterladen

Novellen⸗

Und die Fluth begräbt im Rhein All' des Glückes goldnen Schein.

Während deß' von Stund' zu Stunde Auf die Kunde

Der Erlöſung von dem Weh

Hofft die Maid im Laacherſee.

Am verſunknen Königsſchloſſe

Hoch zu Roſſe,

In des Zaubers ew'ger Nacht

Hält der Reiter ſeine Wacht.

Literariſche Briefe von Otto Banch.

Coſtümkunde von Hermann Weiß. Stutt⸗ gart, Verlag von Ebener und Seubert.

Kleider machen Leute! dieſes alte Sprüchwort

iſt Ihnen wohl bekannt; in jenen drei Worten, ſagt Rabener, liegt eine unerſchöpfliche Weisheit verborgen. Sie ſind der Schlüſſel zu den erſtaunlichſten Begeben⸗ heiten des menſchlichen Lebens, welche ſo Vielen, und den Philoſophen am meiſten, unbegreiflich vorkommen. Gewiß ſehr wahr; doch es genügt nicht, daß wir leider täglich die auffallendſten Beiſpiele von der Wirkung der Kleider und der Macht der Schneider zur Betrübniß aller Weiſen wahrnehmen. Viel wich⸗ tiger iſt die Beachtung desjenigen Geiſtes, der ſich als Zeitgeiſt durch die Wandlungen des Coſtüms in den verſchiedenen Geſchichtsepochen aller intereſſanten Völker der Erde kund giebt. Für dieſe feſſelnden Beobachtungen fehlte es dem Gebildeten bis jetzt ſehr an einem umſichtigen Führer, und einen ſolchen bietet hier der fleißige, mit Kenntniſſen und Material über⸗ aus reich verſehene Verfaſſer dar. Er ſagt unter Anderm:

Das Wort Coſtüm wird in verſchiedenem Sinne gebraucht. Bald begreift man darunter, ſeiner eigenſten und zugleich weiteſten Bedeutung nach, das Zeitüb⸗ liche überhaupt, bald nur ein beſtimmtes Moment deſſelben und zwar in dieſem engeren Verſtande ge⸗ wöhnlich nur das der äußeren Sitte in Tracht, Klei⸗ dung und Kleidermode. Das gegenwärtige Handbuch nun, wie dies auch deſſen Titel beſagt,*) hat ſich weder die jenem weiteren, noch die jenem engſten Be⸗ griffe des Worts entſprechende Aufgabe geſtellt, ſondern zunächſt, ſoweit es die Völker des Alterthums betrifft,

Zeitung.

gedehnt, Alles, was der Weiſe der äußeren Erſchein⸗ ung des Lebens angehört, gleichſam den plaſtiſchen Ausdruck, die Form des Lebens ſelbſt, in ihrer ge⸗ ſchichtlichen Entwickelung zur Darſtellung zu bringen. Wie wichtig ein derartiges Studium für jeden darſtellenden Künſtler iſt, dafür liefern die Kunſt⸗ ausſtellungen, namentlich auch das deutſche Theater, ingleichen nicht ſeltener unſere neueſten Romanſchrift⸗ ſteller und Novelliſten häufig genug die fühlbarſten Belege. Ich ſage ausdrücklich«fühlbarſten» Belege, weil gerade bei dem Genuß von Kunſtwerken, gleich⸗ viel, welcher Kunſtart ſie angehören, die coſtümlichen Mängel derſelben, ſofern man ſich davon zumeiſt der eigenen Unkenntniß wegen auf dieſem Gebiet keine Rechenſchaft geben kann, ſie aber als wirkliche Ana⸗ chronismen den harmoniſchen Eindruck ſtören, weſent⸗ lich das Gefühl des Beſchauers oder des Leſers em⸗ pfindlich berühren. Beiſpiele dafür hier anzuführen, wird man mir füglich erlaſſen.

Wenn einer der geiſtvollſten Kunſthiſtoriker der Gegenwart mit treffender Wahrheit bemerkt, daß auch die Phyſtognomie des Menſchen ihre eigene Geſchichte habe,-wozu wir wohl ſicher hinzufügen können, daß Gleiches mit keinem geringeren Rechte auch von der Geberde geſagt werden kann, gilt dies doch ſelbſt⸗ verſtändlich beſonders von dem Coſtümlichen überhaupt, wohin ja auch alle dieſe Erſcheinungen als Einzel⸗ erſcheinungen mitgehören. Und da denn alle Aeußer⸗ lichkeiten des Lebens in ihren Beſonderheiten nach Zeiten und Völkern immer nur als ein im innern Zuſammenhange mit den jeweiligen Culturzuſtänden Hervorgegangenes zu faſſen ſind, ſo konnen erſtere auch nur allein in der culturgeſetzlich bedingten Wahr⸗ heit im Stande ſein, den nach Zeiten und Völkern verſchiedenen Geſammtculturcharakter derſelben ſeinem Weſen nach zu bezeichnen. Sonach wird aber auch jeder Künſtler bei Ausführung irgend eines Werks, das die menſchheitliche Wirklichkeit beſtimmter Epochen ſchildern ſoll, will er deſſen Eindruck nicht ſtören, da⸗ bei auch auf die dem entſprechende, getreue Verſinn⸗ lichung des Coſtüms die ſtrengſte Rückſicht zu nehmen haben.

Man wird mir allerdings leicht entgegnen, daß ſich die Künſtler früherer Jahrhunderte bei ihren Kunſtwerken um die geſchichtliche Wahrheit überaus wenig gekümmert und dennoch in beträchtlicher Zahl als Meiſter der Kunſt unerreicht daſtehen. Es wäre ungereimt, dies zu leugnen! Betrachten wir indeß zu nächſt die Bilder vornehmlich deutſcher und holländiſcher

ſich darauf beſchränkt oder, wenn man will, dahin aus⸗

*) Handbuch der Geſchichte der Tracht, des Baues und des Geräthes der Völker des Alterthums.

Meiſter des fünfzehnten und des ſechszehnten Jahr⸗ hunderts, in denen ſie Scenen aus der bibliſchen oder der alten profanen Geſchichte ſtets in dem maleriſchen

Coſtür wir u Aufw uns Kraft werde giehu taſte, in we tragen innere aus T ſomit Zeit b tragur Geſan nöthi nur Anach Wertl doch um ſo irgend fahren A deutſch angeden nomme Italien den K weiſe! Stoffe Coſtün hauptf durch antiker klang dem d noch i wahrte 6 wie no ſpeciell aber ſ duf die verden dände deicne riſiſh