Jahrgang 
1-26 (1867)
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Novellen⸗

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muß es muß es meiner Ehre und Pflicht wegen, Mademoiſelle. 3

Und was wird das Loos dieſes Unglücklichen ſein? fragte Juſtine kaum hörbar.

Billot zuckte ſtumm mit den Achſeln.

O, ich begreife es wohl, murmelte die junge Dame,ein Blutzenge mehr wird er für das arme geknechtete Vaterland werden, denn wie einſt den edelen Hofer und den tapferen Schill, ſo hat jetzt Ihr Kaiſer auch den Herzog von Brauaſchweig und ſeine Schaar für vogelfrei erklärt, und welches Ende man ihnen zugedacht hat, darüber kann wohl kein Zweifel beſtehen.

Während des geſchilderten kleinen Zwiſchenfalls war übrigens Capitän Kirchheim auch nicht müßig geblieben. Er hatte den Baron, welchen er bisher nur als Maler kannte, lieb gewonnen, und wenn ſein deutſches Gefühl unter der franzöſiſchen Uniform allmählich auch ſcheinbar der Bewunderung und aus ſchließlichen Ergebenheit für den großen Kaiſer hatte Platz machen müſſen, ſo erwachte daſſelbe doch bei dieſer erſchütternden Scene und Angeſichts der Thrä⸗ nen ſeiner Tochter um ſo lebhafter, und er war längſt heimlich entſchloſſen, zu thun was in ſeinen Kräften ſtand, um das Euntkommen des Gefangenen zu er⸗ leichtern. Zu dem Ende hatte er ſich unbemerkt an Herrn v. Oppenhof herangeſchlichen und flüſterte die⸗ ſem jetzt leiſe zu:

Bedürfen Sie einer Waffe? ich habe ein paar treffliche Piſtolen, auf die Sie ſich verlaſſen können.*

Der Officier ſchüttelte mit dem Kopfe.Es iſt zu ſpät, ſagte er,ich habe mein Wort gegeben.

Aber um des Himmels willen, was kann ich für Sie thun?.

Suchen Sie möglichſt viel Zeit zu gewinnen; hierin liegt allein die Möglichkeit meiner Rettung.

Ohne ſich auf weitere Erörterungen einzulaſſen, antwortete Kirchheim durch ein kurzesgut und trat (raſch auf den Franzoſen zu..

Lieutenant Billot, ſagte er,ich glaube ein Mittel gefunden zu haben, was in dieſer betrübenden Angelegenheit zu einer Verſtändigung zwiſchen uns führen wird.

Juſtine athmete tief auf und blickte ihren Vater erwartungsvoll mit dem Ausdruck neubelebter Hoff⸗

nung an.

Gern werde ich auf Ihre Vorſchläge eingehen, wenn ich es vermag, entgegnete mit gewinnender Offenheit der franzöſiſche Officier;ich hoffe Ihnen hierdurch den Beweis zu liefern, wie peinlich ich die Lage

Feitung.

Dieſe letzten Worte ſagte Billot, indem er ſich gegen Juſtine wendete, die ſich für verpflichtet hielt, durch eine höfliche Verbeugung zu erkennen zu geben, daß von ihr die zarte Aufmerkſamkeit, welche für ſie hierin lag, verſtanden worden ſei.

Ich habe mir eben überlegt, fuhr der Capitän fort,daß das Geſetz in gewiſſen Fällen eine Bürg⸗ ſchaft geſtattet. Wenn ich nun dieſelbe hier für dieſen Herrn leiſte, ließe ſich dann die Verhaftung vielleicht nicht noch aufſchieben?.

Ich ſelbſt muß mich leider völlig incompetent bei dieſer Frage erklären, antwortete Billot mit einem Geſichtsausdruck, der wenig Tröſtliches enthielt,aber gern will ich die Hand zu einem ſolchen Verſuch bieten, ſelbſt auf die Gefahr hin, wegen Ueberſchreitung meiner Ordre in Strafe zu verfallen.

Sie ſind ein edler Mann, rief Juſtine, dem Franzoſen gerührt ihre Hand reichend,und, fügte ſie mit einem anmuthigen Lächeln hinzu,gern nehme ich alle boͤſen Gedanken, welche ich gegen Sie gehegt habe, zurück.

Mein Herr, fiel hier auch v. Oppenhof ein, Ihr Benehmen iſt jedenfalls ein hochherziges.

Es wird aber leider Ihre Lage nicht ändern, entgegnete Billot ernſt,denn meine Pflicht gebietet mir, Sie nach wie vor aufs Strengſte zu bewachen.

Sie haben mein Wort darauf, daß ich keinen Fluchtverſuch machen werde, und als Ehrenmann wiſſen Sie, was ein ſolches Wort bedeutet.

So ſtellen Sie Ihren Antrag wegen der Bürg⸗ ſchaft, Capitän, ſagte Billot,und ich ſelbſt will eine kurze befürwortende Relation hinzufügen.

Der Veteran eilte ins Nebenzimmer und kam bald darauf mit einem offenen Schreiben zurück, welches er dem Officier überreichte..

Gut, ſagte dieſer, nachdem er es durchgeleſen hatte,reichen Sie mir Papier und Feder, damit ich nun auch meinen Bericht machen kann.

Juſtine beeilte ſich, das Verlangte herbeizuholen, und nach kurzer Zeit, während welcher das tiefſte

ſchrieben und verſiegelt.

zuſenden. Ich werde ihm die größte Eile empfehlen. Dieſer Mann verdient in Wahrheit die größte Hochachtung, bemerkte Herr v. Oppenhof, als ſich die Thüre hinter dem Franzoſen ſchloß. Aber auf wen bauen Sie Ihre Hoffnungen? fragten haſtig Vater und Tochter, indem Beide ſich tiefbewegt und voll Beſorgniß zu dem Gefangenen

empfinde, in welche mich die. Umſtände verſetzt haben.

wendeten.

Schweigen herrſchte, hatte Billot ſeinen Rapport ge⸗*

Ich verlaſſe Sie auf einen Augenblick, ſagte er,um einen meiner Leute mit dieſen Papieren abe

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