Jahrgang 
1-26 (1867)
Einzelbild herunterladen

-

98 Novellen⸗Zeilung.

Das iſt es eben, Herr, was mich auch beſorgt macht. Ein böſer Geiſt muß es geweſen ſein, der mich geſtern Abend mit dieſem gottvergeſſenen Schuft, dem Dirks, zuſammen führte!

Wer iſt denn dieſer Dirks?

Ein Mat wie ich, Herr, der ſich ſeit Monaten ſchon ohne Arbeit hier herümtreibt und doch immer Geld hat.

Aber Harms, ſagte im Tone des leiſen Vor⸗ wurfs der Fremde,wenn Du irgend eine Unvorſichtig keit begangen hätteſt?

Ich will an der höchſten Raa zwiſchen Himmel und Waſſer baumeln, wenn ein Wort über meine Lippen gekommen iſt, was uns verrathen könnte, entgegnete der Matroſe,aber ſeht, es dürfte wohl ſchwerlich eine Theerjacke geben, die es ausſchlüge, ein ſteifes Glas Grog anzunehmen, wenn ſie dazu aufgefordert wird.

Du biſt alſo mit dieſem Dirks zuſammen ge⸗ weſen? Du haſt mit ihm getrunken?

Ja, geſtern Abend in der Taverne zum goldnen Anker.

Aber welches Intereſſe könnte der Menſch daran haben, Dir das Papier, von dem hier die Rede iſt, zu entwenden?

Ich will aufrichtig ſein, entgegnete Harms, denn Lügen und Leugnen iſt nicht meine Sache, zu dem läßt ſich das doch nicht mehr ändern, was ge⸗ ſchehen iſt. Nun ſeht, Herr, ich habe mir ſchon hundert Mal vorgenommen, mit dem krummbeinigen Kerl kein Wort mehr zu wechſeln, denn es haftet auf ihm ein Verdacht, den ich um alle Schätze der Welt nicht auf mich laden möchte.

Welcher Verdacht? fragte geſpannt der Andere.

Der Verdacht, im Solde dieſer fremdländiſchen Polizei zu ſtehen, entgegnete der Matroſe mit nieder geſchlagenen Augen,aber der Schuft kennt meine ſchwache Seite und jetzt begreife ich, weshalb er ein Glas nach dem andern einſchenken ließ.

Das deutet allerdings auf eine wohlüberlegte Abſicht hin, ſagte nachdenkend der Fremde,aber wenn ich mir die Sache recht bedenke, ſo finde ich, daß ihm im Grunde genommen ſein Raub nicht viel nützen wird. Das Papier enthält zwar einige No⸗ tizen von meiner Hand, aber Niemand kennt mich hier und zu einer Anklage iſt deſſen Inhalt keines⸗ weges geeignet.

Und eher ſollten ſie mich in Stücke reißen, be⸗ vor ich ein Wort ſpreche, ſo wahr ich Harms heiße, bekräftigte der Mat, indem er ſeinen Kautabak haſtig von der rechten Backe nach der linken ſchob,übrigens bin ich es ſchon längſt müde, mich unter den Land⸗

ratten hier herumzutreiben, und der ⸗Mosquitos⸗ iſt ein ſo ſtattliches Schiff, wie je eines die grünen Wogen durchſchnitten hat. Eine tüchtige Theerjacke iſt dort jederzeit willkommen!

Wir wollen uns alſo über die Sache nicht weiter beunruhigen, ſagte ſcheinbar gefaßt der Gefährte des Seemanns,Du biſt doch ſicher, daß der Burſche ſonſt keinen Verdacht geſchöpft hat?

Er hat mich zwar ein paar Mal mit Euch ſprechen geſehen und mich auch bei einigen Gelegen⸗ heiten über Euch auszuforſchen geſucht, aber ich habe ihn, der Verabredung gemäß, kurz mit der Antwort abgefertigt, daß Ihr ein Maler wäret, den ich ſeiner Studien wegen mitunter in die See hinausfahren müßte.

Gut, gut, die Zeit iſt ſo nicht mehr fern, wo dieſes Geheimniß von ſelbſt der hohen napoleoniſchen Polizei, die jetzt in unſerem armen deutſchen Vater⸗ lande die Herrſchaft führt, bekannt werden wird.

Dieſe Worte ſprach der Fremde nicht ohne Bitter⸗ keit und nicht, ohne daß aus ſeinen Augen ein flam⸗ mender Blitz ſchoß und ſeine Lippen ſich feſt zuſammen⸗ preßten.

Jemehr ich übrigens über die Sache nachdenke, fuhr Harms, der ausſchließlich mit ſeinen Gedanken beſchäftigt zu ſein ſchien, fort,um ſo mehr finde ich doch, daß der Dirks von irgend Etwas Wind bekommen haben muß. Habt Ihr nie, Herr, in Eurer Wohnung bei der alten Elsbeth einen Kerl mit rothem Haar, krummen Beinen und einem Hieb über der Naſe bemerkt? 3

Und doch weiß ich, daß Dirks in den letzten Tagen häufig mit ihr verkehrt hat. Die Elsbeth iſt trotz ihrer vierzig Jahre noch ein eiteles Weib, das ſich ſchon lange nach einem Mann umſieht, und ich weiß, ſie liebt die Kronen und Speciesthaler wie irgend Eine..*

Steht es ſo mit dieſer Frau? fragte aufhorchend der junge Unbekannteſie ſcheint mir ja die Gut⸗ herzigkeit ſelbſt zu ſein.

Das iſt ſie auch, ſo lange ſie nicht in Verſuchung geführt wird, entgegnete der Mat,hütet Euch alſo, Herr, und ſeid vorſichtig in jeder Beziehung.

Sei unbeſorgt, entgegnete der junge Mann, ſie kennt mich nur als Maler Werner und Du kannſt wohl denken, daß ich mich gehütet habe, ſie auch nur von fern in meine Geheimniſſe blicken zu laſſen. Ueb⸗ rigens weiß ich beſtimmt, daß ſie nicht einmal leſen kann, und mein Zimmer halte ich ſtets gut verſchloſſen.

der Fremde gab ſeinem Begleiter einen Wink, an den

Nie, entgegnete der Andere, ſich beſinnend.

Der Abend war inzwiſchen hereingebrochen und

Düune ware

dem Abſe ſei! tig nöth

mann befoh

hinal ſchma Kord ſich Wer aubl lebh die ſprac Eiche durch der auf der F Piſto einen es Un dem ins( icht

Fern

ſehr

ſchrei paßt merke ein? nicht

um d ſoll?