Jahrgang 
1-26 (1867)
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erſtaunt.Gefangen, Excellenz, im Auftrage des Polkownik's.Jakob Michaelzow aus A....? frug er nochmals mit dem Ausdrucke höchſter Verwunderung, indem er ſchellte. Ein Ordonnanzofficier, ein Mann von rieſigem Kaliber, trat in's Zimmer.ExcellenzDen Gefangenen Jakob Michaelzow aus A. laſſen Sie herführen. Eine Viertelſtunde ſpäter trat derſelbe gebeugt in das Cabinet des Gouverneurs..

Sind Sie als Gefangener hergebracht worden? Ja, Excellenz, vor ſechs Tagen.Aber dies iſt doch eine grenzenloſe Dummheit! rief der Gouverneur unwillig. Ich gab dem Polkownik den Auftrag, Sie herzuſchicken Er ſchickte mich auch her, von einem Officier und zwei Soldaten begleitet, als Verbrecher.

Das bedaure ich ſehr, Michaelzow, und der Gouver⸗ neur legte begütigend ſeine Hand auf die Schulter des er⸗ ſtaunten Gefangenen;ich bedaure, daß man Sie ſo plump behandelte, während ich den Auftrag gab, Sie einfach herzu⸗ ſchicken, um Ihnen perſönlich im Namen Sr. Majeſtät unſeres gnädigen Monarchen in Anerkennung Ihrer patrio⸗ tiſchen Geſinnungen und Handlungen die goldene Verdienſt⸗ medaille zu überreichen..

4 Ein neues Athenüum in Paris.

Am 21. November c. fand die Einweihungs⸗Soirée in dem Athenäum ſtatt, welches der reiche Banquier Biſchoffs⸗ heim faſt ganz auf eigne Koſten in der Rue de Scribe und zwar einzig und allein zum Beſten edler Zwecke hat erbauen laſſen und womit er ſich für immer ein ehrenvolles Andenken geſtiftet hat. Das prachtvolle Gebäude und der Zweck desſelben ſtehen in Paris einzig in ihrer Art dar und die Ein⸗ weihungs⸗Soirée ließ ſich gar nicht glänzender denken, als ſie in der Wirklichkeit war. Der mit einem reizenden Geſchmack verzierte Saal vereinigt in ſich jeden wünſchens⸗ werthen Comfort, die größte Eleganz und im Ganzen ſpricht ſich die ſchönſte Harmonie aus. Die Verſammlung, die ſich zu dieſer Feier eingefunden hatte, war des ſchönen Saales würdig, denn während die Logen von den glänzendſten Toi⸗ letten funkelten, ſah man im Saal neben den Miniſtern Duruy und Behic die Notabilitäten der Ariſtokratie der Geburt, des Geiſtes und des Reichthums, der Wiſſenſchaften, der Literatur und der Künſte. Allerdings wurden den An⸗ weſenden aber auch reiche muſikaliſche und geiſtige Genüſſe geboten und ihnen ein Vorſchmack von dem gegeben, was die gebildete Welt in Paris von dieſer neuen Anſtalt zu erwarten hat, worin wöchentlich dreimal ausgezeichnete Concerte, wie ſie im Conſervatoire nicht ſchöner gegeben werden können, und dreimal wiſſenſchaftliche Vorträge gehalten werden ſollen. Am ECröffnungsabende wurden nach einander das von Pas⸗ deloup dirigirte Orcheſter, die Chöre, Madame Vandenheuvel⸗ Duprez, Joachim, Saint⸗Saens applaudirt. In der Mitte der Sitzung las Legouvé ein Gedicht:Un Souvenir de Manin vor, das den größten Beifall fand, aber die Er⸗ öffnungsrede hielt Eugéne Young, der ſich über die Ent⸗ ſtehung des Gebäudes und den Zweck desſelben ſehr ausführlich ausſprach. Bei der großen Bedeutung des Unternehmens dürfen wir wohl annehmen, daß unſern Leſern nähere An⸗ gaben darüber, die wir der Rede Young's entnehmen, der ſie

im Auftrag des Verwaltungsrathes des Athénée hielt, will⸗

kommen ſein werden. Nachdem er dem Architecten de Merindol und dem Decorateur Cambon das Lob gezollt hatte, welches denſelben

Novellen⸗Jeitung.

für den Prachtbau gebührt, erwähnte er, daß jede Woche Dienſtags, Donnerſtags und Sonnabends hervorragende oder ausgezeichnete Gelehrte oder Literaten Vorleſungen halten würden, welche eben ſo viel Vergnügen wie Nutzen gewährten; Montags, Mittwochs und Freitags ſollten aber unter der Leitung des geſchickten Orcheſterchefs, der, indem er die gelehrte Muſik populariſirte, zur artiſtiſchen Erziehung des Pariſer Publicums ſo mächtig beigetragen habe, Concerte gegeben werden, in denen die Meiſterwerke großer Compo⸗ niſten vorgetragen werden und ausgezeichnete Virtuoſen ſich hören laſſen würden. Der Ertrag dieſer Soiréen ſei aus⸗ ſchließlich und unverkürzt für Werke einer erleuchteten Wohl⸗ thätigkeit und des Volksunterrichts beſtimmt.

Ueber der Einweihungs⸗Soiriée müſſe die Erinnerung an Madame Charles Lemonnier ſchweben, eine unter allen Titeln ausgezeichneten Dame, ausgezeichnet durch ihre Stellung, durch die Liebenswürdigkeit, mit der die Natur ſie ausg ſtattet, durch die Schönheit ihres Charakters und die Tragweite ihres Geiſtes, welche, um die ſocialen Wunden ihrer Zeit zu heilen, 1856 mit einigen ihrer Freundinnen eine Geſell⸗ ſchaft zu dem Zweck, dem weiblichen Geſchlecht profeſſionellen Unterricht zu ertheilen, gegründet und ſich dieſer Aufgabe mit einer ſolchen Hingebung gewidmet habe, daß ihr Körper den Anſtrengungen unterlag nnd eine Kriſis ſie wegraffte. Vor ihrem Tode habe ſie aber noch die Freude gehabt, für ihre geliebten Schulen eine glückliche Zukunft auftauchen zu ſehen. Das Gute erzeuge das Gute. Ein Mann, der ſich bei ſeinen großen Geſchäften ſeit langer Zeit mit dem Gedanken getragen habe, entweder aus eigner Initiative Werke zu begründen, die beſtimmt ſeien, dem Unglück vorzubeugen oder vorhandnes Elend zu beſeitigen, oder durch ſeine Mitwirkung ſolche Werke zu unterſtützen, ſei den Anſtrengungen der Madame Lemon⸗ nier, in denen er den gewöhnlichen Charakter ſeiner eignen Freigebigkeit erkannt habe, mit aufmerkſamer Sympathiegefolgt.

Die Geſellſchaft für den profeſſionellen Unterricht der Mädchen werde ausſchließlich von Damen geleitet und ver⸗ waltet, die indeſſen den Männern erlaubten, nicht ſich in die Leitung ihrer Schulen einzumiſchen, wohl aber die Ent⸗ wicklung derſelben durch freiwillige Gaben zu begünſtigen, und von dieſer Erlaubniß habe der Mann, von dem er ſpreche, beſchloſſen, einen ausgedehnten Gebrauch zu machen. Er habe den Gedanken gefaßt, irgend wo eine reichliche Quelle regelmäßiger Einnahmen hervor ſprudeln zu laſſen, welche das Wachsthum beſchleunige und die Zahl dieſer ſchützenden Bäume vermehre, die von der wachſamen Hand einiger Frauen gepflanzt worden ſeien, um jungen, unbemit⸗ telten Mädchen zum Schutz und zur Stütze zu dienen. Dieſe Quelle habe er geſucht und ſie zu entdecken geglaubt und für die dazu erforderlichen Geldmittel habe er in einer origi⸗ nellen Weiſe geſorgt, indem er ſich, nicht nach dem franzöſiſchen Gebrauche an den Saatsſchatz, ſondern an ſeine eigne Caſſe gewandt habe.

Seine Idee ſei: zu gleicher Zeit der gebildeten Geſell⸗ ſchaft, die man früher die vornehme Welt genannt, und den armen Claſſen nützlich zu werden und dieſen Verſammlungs⸗ ort zu eröffnen, wo die Beſuchenden eine gute Handlung verrichten, während ſie von ihren Mußeſtunden einen guten Gebrauch machen. Dieſer Mann, durch ein enges Familien⸗ band mit dem berühmten Meyerbeer vereinigt, habe den aus⸗ gezeichnet geſunden und beſondern Einfluß der muſikaliſchen Meiſterwerke auf unſer Jahrhundert nicht vergeſſen können, und deshalb ſollten Concerte mit literariſchen und wiſſen⸗

ſchaftlichen Vorträgen im Saale des Athénée mit einander

altwehſelr der Wiſſe Wohlthät geſchwiſte ihren gei teſten un Geiſtes! Auf Schulen Frankreie leſen und ds könne. Generalſe ſofort mit gedauert Zündnade alle Fran 50,000 e perſonen beſuch,! heit eigr Athénée Kenntniſ Zweck ha Stifter h Er habe ſ ſich in Co läufigen O Actiengeſe Jahr verr Mitthpreif Ürſache. Eigenthüm dieſes Jahr in die Sei felſcheſt Eigenthüm ten; etwa

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