etzt mitten durch die Truppen und Gratien glücklich durchgeſchlagen, ſei ſogar einen gauzen Tag in ſeiner Hauptſtadt Braunſchweig ge⸗
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Es entſtand jetzt eine kurze Pauſe, in welcher Vater und Tochter gegenſeitig auf einige Augenblicke ihren Gedanken nachzuhängen ſchienen, aber das ein⸗ getretene Stillſchweigen war nur von kurzer Dauer, denn die eben abgebrochne Unterhaltung erhielt plötzlich dadurch einen neuen Anknüpfungspunct, daß die Auf⸗ merkſamkeit Beider auf einen kleinen Reitertrupp ge⸗
und ſich dann in gerader Ricwang dem Hauſe näherte.
„Was bedeutet das?“ rief Juſtine, indem ſie ſich erſtaunt von ihrem Sitz erhob und unwillkürlich einen Schritt vortrat.
Auch der alte Soldat war aufgeſtanden, aber ein einziger Blick ſeines ſcharfen Auges reichte hin, um ihm über das, was ſeine Tochter beunruhigte, Auf⸗ klärung zu geben.
„Es iſt Lieutenant Billot,“ ſagte er zufrieden, „nun werden wir doch etwas Neues hören, denn hier in dieſer abgelegenen Gegend iſt der Commandant eines Gensd'armeriepoſtens eine wichtige Perſon, da er enger als ſonſt Jemand mit der Regierung in Verbindung ſteht. Hole für unſeren Gaſt noch eine Taſſe, liebes Kind, und ſorge, daß die ihn begleiten⸗
den zwei Leute auch eine Erfriſchung erhalten.“ Während ſich Juſtine fortbegab, ging der Capitän unruhig auf der kleinen Terraſſe auf und ab.
„Es muß doch nicht Alles ſo ſein, wie ſie be⸗ haupten,“ murmelte er, indem er dabei unwillkürlich einen Blick auf die auf dem Tiſche liegende Zeitung, den ⸗Weſtfäliſchen Merkurs, warf;„wäre das Corps des Herzogs von Braunſchweig wirklich vernichtet, ſo würde die Regierung in Caſſel längſt ein glänzendes Siegesbulletin haben bekannt machen laſſen; ſtatt deſſen
Novellen⸗ZJeilung.
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„Alſo in Dienſtgeſchäften?“
„Allerdings, und zwar in Dienſtgeſchäften ſehr ernſter Natur.“ 5
„Geſtattet es Ihnen Ihre Pflicht, uns hierüber etwas Näheres mitzutheilen?“
„Ei, bei Ihnen, Capitän, darf man über die Sache wohl rückhaltslos ſprechen, ohne ſich der Gefahr
lenkt wurde, der in ſcharfem Trabe um die Ecke bog ausgeſetzt zu ſehen, verrathen zu werden, wie man
dies bei der uns feindlich geſinnten deutſchen Bevölker⸗ ung bei jeder Gelegenheit gewärtig ſein muß.“
„Iſt man vielleicht wieder einer Verſchwörung auf der Spur?“ fragte Capitän Kirchheim.
„Man hat wenigſtens die Gewißheit,“ entgegnete Lieutenant Billot,„daß ſich verdächtige Perſonen hier in der Gegend heimlich aufhalten.“
„Die Unbeſonnenen!“ murmelte Kirchheim, und laut fügte er hinzu:„Haben Sie denn auf irgend Jemand beſonderen Verdacht?—“.
„Verdacht?“ rief Lieutenant Billot,„Verdacht muß man hier gegen Alles haben. Dieſe Deutſchen ſind Querköpfe, welche die Wohlthaten, die ihnen der Kaiſer bietet, nicht anerkennen wollen.“
„Hm— hm,“ brummte der Capitän, welcher hierauf gerade keine beſtimmte Antwort geben wollte.
ſind dumpfe Gerüchte im Umlauf, nach welchen das fünfte Weſtphäliſche Regiment zu Halberſtadt im
hartnäckigen Straßenkampf faſt vernichtet worden ſein
ſoll; auch behauptet man, der Herzog habe ſich bis
weſen und nähere ſich jetzt immer mehr der Seeküſte...
„Aber nun wiſſen wir eigentlich immer noch nicht, was Lieutenant Billot hier ſucht,“ fiel Juſtine mit einem
Lächeln ein, hinter dem ſich, ſo unbefangen daſſelbe
auch ſcheinen ſollte, doch eine gewiſſe Unruhe verbarg.
„Was ich hier ſuche,“ ſagte der Officier ausweichend, zugleich aber ſeinen Blick mit einem mehr als zuvorkommenden Ausdruck auf Juſtine heftend,„was ich hier ſuche, dies ſollte Ihnen, Made⸗ moiſelle, doch am wenigſten unbekannt geblieben ſein!“ „Mir?“ rief die junge Dame, indem ſie über V und über roth wurde und ihr ſonſt ſo klares Auge ſich verwirrt zu Boden ſenkte. 4
V„Allerdings liegt meinerſeits etwas Anmaßung
der Generale Reubel in einer ſolchen Annahme,“ fuhr Billot mit einer noch
tieferen Verbeugung fort,„denn,“ fügte er lächelnd binzu⸗„ich weiß ja bis jetzt überhaupt noch nicht, ob Sie es der Mühe werth halten, ſich mitunter mit
So weit war der Capitän Kirchheim in ſeinem meiner Perſon zu beſchäftigen.“
Selbſtgeſpräch gekommen, als Lieutenant Billot in
Begleitung Juſtine's auf der Terraſſe erſchien.
„Nun, was bringen Sie Neues?“ fragte der entgegnete Veteran, nachdem die erſten Begrüßungen vorüber Kopfes, welcher aber durch
waren und man Platz genommen hatte.
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mehr, wo mir der Kopf ſteht.
Sie mich nun ſelbſt noch ſo ſpät hier.“
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„Sie ſind ein Freund meines Vaters und als ſolcher haben Sie auch ein Recht auf meine Achtung,“ Juſtine mit einer anmuthigen Neigung des den zurückhaltenden Blick, der dieſelbe begleitete, eine ſehr beſtimmte Grenze
Ach, mein theurer Capitän, faſt weiß ich nicht gezogen wurde. Seit geſtern iſt meine ganze Mannſchaft auf den Beinen und in Folge einer Dank Billot's Ordre, die vor einer Stunde an mich gelangte, ſehen eben nicht ſehr befrie
Der etwas kalt und ceremoniös ausgedrückte ſtumme zeigte, daß er ſich durch dieſe Antwort
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ensd'armerie⸗
digt fühlte, und es entſtand in der Unterhaltung ein kleine Pauſe, begleitet von jenem
mein And Auß
ſchul hier
thun, Made
entgeg weiter doch, rüchte derzo 1 Hochm Solda meiner ſo hal
Seiten
mehr;
folgen
nach
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