Jahrgang 
1-26 (1867)
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zweifelhaft. Zum Glück lernte ich tüchtig. Ich be⸗ kam von Zeit zu Zeit Geldſendungen. Kurz bevor ich auf die Univerſität ging, ſtarb mein Pflegevater, ich erbte ſeinen Nachlaß und die Briefe, welche der Baron Roſenhaag an meine Mutter geſchrieben hatte. Ohne Zweifel war ich ſein Sohn ich kann von den Täuſchungen, welche er ſich gegen meine Mutter erlaubt hatte, nicht ſprechen, ohne in die größte Auf⸗ regung zu gerathen. Sie hatte, als ſie ihn in Berlin kennen lernte, ihn für unvermählt gehalten. Seine Gemahlin war damals in Italien geweſen mit dem kleinen Walter; ich glaube, auch mein Vater hatte damals an Scheidung von derſelben, ſie war eine Gräfin Bernheim, gedacht; aber doch genug davon. Ich war ſtolz, lebte gern auf vornehmem Fuße und in feiner Geſellſchaft, ich überlegte, ob ich, ungeachtet meines Haſſes gegen meinen Vater, auf Anerkennung dringen ſolle, da ſtarb er. Mein Leben in Würzburg und Wien kennſt Du. Nach dem Tode des armen Grafen Bichovski ging ich mit dem Reſte meines Vermögens nach Italien und traf dort mit Walter Roſenhaag zuſammen. Er erkannte mich ſofort und ſuchte mich auf. Ihm entdeckte ich meine Herkunft, und wäͤre es ihm möglich geweſen, ſo hätte er mir ge⸗ ſetzlich den Namen Freiherr von Roſenhaag zulegen laſſen. Die Geſetze geſtatteten dies nicht, doch theilte er ſeine großen Revenuen brüderlich mit mir. Er war ſchwächlich und mußte in Italien bleiben. In Rom lernte er einen Baron Duresnelle kennen, welcher Italien um wiſſenſchaftlicher Zwecke willen bereiſte; er hatte ſeine Schweſter bei ſich, ein zartes Geſchöpf. Der gute Walter liebte ſie, aber ſie ſtarb als Braut. Duresnelle, welcher dieſe Schweſter, die viel jünger als er war, wie ein Vater geliebt hatte, war untröſtlich und ging mit ſeiner ohnehin nicht feſten Geſundheit unverantwortlich um.»Auch auf Walter's Lebenskraft hatte der Kummer um die Braut nachtheilig gewirkt. Er ſtarb und hinterließ in ſeinem Teſtamente ſein Vermögen Duresnelle mit dem Beiſatze, daß, falls Duresnelle kinderlos ſtürbe, Edmund von Roſenhaag der Erbe ſei.

Aber wie kannſt d ſpruchen?

Weil ein Separat⸗Vertrag exiſtirt. Als; Duresnelle zum Erben einſetzte, wußte der Erſte ſein Schwager ſchon dem Tode verfallen wa aber Alles mir zuzuwenden, zugleich mir e den Beſitzungen paſſenden Namen zu verſchaffen, und um ſicher zu ſein, daß Edmund nicht gegen dieſes Teſtament Proteſt einlege, wurde es wohl verclauſu⸗ lirt in Rom von einem tüchtigen Rechtsgelehrten auf⸗

dann Du dieſes Schloß bean⸗

Novellen⸗SJeitung.

niedergelegt.

herrn Nach Duresnglle's Tode ſollte, laut einer Handſchrift Walter's, Alles mir gehören, und Duresnelle erlaubte mir, nach ſeinem Ableben ſeinen Namen anzunehmen, ſeinen Nachlaß zu behalten. Nachdem wir Walter bei der Pyramide des Ceſtius beſtattet, gingen wir nach Aegypten. In Alexandrien ruht Duresnelle. Wir waren ohne Diener gereiſt, ich hatte keine Entdeckung zu fürchten; nachdem ich dem Freund das letzte Geleite gegeben hatte, reiſte ich mit ſeinem Namen und Paß weiter. Ich hatte ſtets gut Franzöſiſch geſprochen, ein Jahr in Paris reichte hin, um mich in einen Franzoſen zu verwandeln. Geld hatte ich, das Reiſen gefiel mir, mein Name öffnete mir alle Kreiſe, ſo zog ich denn umher, bis mich das Heimweh erfaßte, ich wollte in dem Schloſſe leben, welches ich als Jüngling ſo ſchön gefunden hatte, aber nicht als unehelicher Sohn des Baron Roſenhaag. Meine Lebensgewandtheit und das von meiner Mutter ererbte Schauſpielertalent kam mir zu ſtatten. Wenn ich hier, einem Weſen wie Florentiue gegenüber, noch einmal im. Leben eine tiefe, wahre Liebe in mir aufglühen fühlte, wenn ich jetzt auf häusliches Glück hoffte, kannſt Du mich tadeln? Nicht mit. Unrecht beſitze ich Güter, welche meinem Vater gehörten, und zu was ſoll ich in die Welt hin⸗ einſchreien:«-meine Mutter war eine Schauſpielerin; als Sohn eines Lieutenant Bachmüller ließ mich mein Vater trügeriſch hinter dem Rücken meiner damals kranken Mutter in das Roſenhaager Kirchenbuch ein⸗ ſchreiben; ich bin ein im Ehebruche erzeugtes Kind!? Lange ſchwiegen beide Männer. Du ſagſt mir kein Wort, Georg Wallberger 2e⸗ Ferdinand, Du haſt Recht, wenn Du die vic behältſt, aber Unrecht gegen Florentiue. Das Mädch liebt mit allen Kräften ihrer Seele dunJen Roſen haag, Du weißt es. Die traurig haſt Du benutzt und Dir das M

Ferdinand murmelte einige u Wallberger fuhr fort:Freund, a blicke um Dich, ſchaue in Dich. Erkenne den Ga einer ge hen Weltregierung, die ſich immer und immer wieder Dem zeigt, der die verborgenen Thaten kennt. Dein Vater verleugnete Dich, und Du erbteſt. dennoch ſeine Güter. Du machſt Auſpruch auf die Liebe eines unſchuldigen Mädchens, haſt Du ſie ver⸗

Bichovski war im Recht, als er Dich zur Verant⸗ wortung zog, ich ſecundirte Dich, da ich doch den Zweikampf nicht verhindern konnte, aber haſt Du denn niemals jene That bereut? Du kannſt ſie mit dem Munde Selbſtvertheidigung neunen, aber Dein Ge⸗

geſetzt und bei dem Geſandten von Walter's Landes⸗

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