Jahrgang 
1-26 (1867)
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Mit weißem Schaum hoch in die Lüfte ſteigt Hindurch, hindurch mit kräft'gem Mannesmuth!

O glaube mir, an einem Felſen bricht

Die wild'ſte Brandung ſtets vergebens ſich Vertraue mir noch bin ich Felſen nicht, Doch werd' ich's ſein, wenn ich beſchütze Dich!

Für Liebes kämpfen o welch froher Krieg! Für Liebes dulden welche ſüße Noth!

Für Liebes ſiegen o welch' ſchöner Sieg! Für Liebes ſterben welch' ein würd'ger Tod!

So weihe nun zu Deinem Kämpfer mich,

In Freud' und Leid ſei Du mit mir vereint, Die freie Bruſt dem Schickſal biete ich Die Eiſenſtirne biet' ich jedem Feind.

Und bin ich matt, und iſt in wildem Streit

Mein Geiſt ermüdet und mein Arm erſchlafft Dann ſuch' ich Troſt bei Dir da flieht das Leid, Aus Deinem Auge ſchöpf' ich neue Kraft!

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Bilder aus Neapel von Ed. Lobſtein. Würzburg, Stahel's Verlag.

Das junge neuerſtandene Italien, das mehr er⸗ wünſcht und gefordert als erkämpft und ſich ſelbſt zum Theil geſchenkt bekommen hat, übrigens durch die glückliche Umgebung ſeiner politiſchen Zuſtände feſter als durch ſeine eigenen Kräfte ſteht, iſt jetzt in verſtärktem Grade der Sammelplatz der Reiſenden geworden. Die neuerwählte Reſidenzſtadt Florenz finden Sie ganz überfüllt von den ſchauluſtigen Tou⸗ riſten Europas, die ihren Geldesüberfluß am liebſten an intereſſanter Stätte verzehren. Die bekannte Pia⸗ niſtin Marie Wieck, die gegenwärtig eine Saiſon in jener Hauptſtadt zubringt und dankenswerth zur Hebung des italieniſchen Geſchmacks für deutſche claſ⸗ ſiſche Muſik beiträgt, berichtet, daß kein Tag hingeht, an welchem man ſich nicht vier verſchiedener Sprachen im Drange der Converſation bedienen muß. Die Stimmung im jungen Königreiche ſoll eine ſehr ge⸗ hobene und zuweilen überſchwengliche ſein, und ſicher⸗ lich ſieht es in der Geldbörſe vieler Privatperſonen beſſer als in der des Staates aus.

Weniger glänzend ſteht es in geſellſchaftlicher Beziebung in Rom und in Unteritalien, von Sicilien gar nicht zu reden. Aber auch Neapel hat ſich in der

56 Novellen⸗

Jeitung.

Neugeſtaltung noch nicht zurechtgefunden, Handel und Induſtrie liegen zu ſehr darnieder, um mit ihrer Hülfe den Verluſt des Reſidenzprivilegiums wieder auszugleichen. Doch durch die Reize der Natur, die ewig ſind, und durch die hiſtoriſchen Erinnerungen, die ihnen überall zur Seite ſtehen, bleibt Neapel für alle Freunde der friſchen Lebenswonne und irdiſchen Liebenswürdigkeit eine bezaubernde Sirene. Es iſt natürlich, daß ſie unaufhörlich wieder ihren Sänger in Poeſie und Proſa findet. Auch der Verfaſſer der vorſtehenden Bilder gehört zu den Letzteren, und da er in vielen Betrachtungen auf wiſſenſchaͤftlichen Boden zurückgeht, ſo bietet er den Leſern mehr, als ſie von gewöhnlichen Touriſten zu empfangen gewohnt ſind. Wir wollen hier nur einiges aus ſeinem Verweilen bei Pompeji hervorheben. Dieſe Stadt iſt gerade is durch den erneuten Eifer der Ausgrabungen bei allen Gebildeten wieder in den Mittelpunct der Theil⸗ nahme gerückt.

Pompeji, der Sage zufolge von Hercules, wahr⸗ ſcheinlich von ausgewanderten Chaldäern gegründet, ſpäter von Etruskern, Samniten und Römern bewohnt, wurde 80 vor Chr. von Sulla erobert, dem römiſchen Staate einverleibt und bereits unter Kaiſer Auguſtus ein bedeutender Handelsplatz, welchen überdies viele reiche Römer, ſeiner herrlichen und geſunden Lage wegen, zum Sommeraufenthalt wählten und ſich Villen erbauten. Seine Blüthe nahm auf dieſe Weiſe mehr und mehr zu, bis im Jahre 63 nach Chr. in Folge eines Erdbebens ein großer Theil beſchädigt, endlich 79 nach Chr. die ganze Stadt durch die große Eruption des Veſuv verſchüttet und vom Erdboden vertilgt wurde, ein Schickſal, das ſie mit noch 5 andern, zum Theil reicheren Städten, nämlich Hereulanum, Stabiä, Teglana, Taurania und Oplontis, theilte.

Die Geſchichtsſchreiber und Geographen der damaligen Zeit, welche dieſer Kataſtrophe überhaupt Erwähnung thun, namentlich Dio Caſſius und der jüngere Plinius, klären uns leider darüber nicht auf, ob die ganze beträchtliche(nach Einigen an 50,000 Seelen betragende) Bevölkerung Pompeji's, oder ein wie großer Theil von ihr zu Grunde gegangen ſei. Die bisberigen Ausgrabungen haben zwar eine relativ geringe Zahl von Skeleten zu Tage gefördert, aber es bleibt auch andrerſeits zu erwägen, daß von der ganzen Stadt noch kaum die Hälfte bloßgelegt und dieſer wie aus der Natur der ausgegrabenen Ge⸗ genſtände hervorzugehen ſcheint der vornehmere Stadttbeil geweſen ſei, deſſen Bevölkerung vermuth⸗ lich nicht ſo eng beiſammen gewohnt habe. Auch dürfte die Annahme gerechtfertigt ſein, daß bei Be⸗ ginn des Erdbebens, das dem Ausbruche vorher⸗

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