54 Novellen⸗Jeitung.
der Kloſterkirche zu, welche, wie alle katholiſchen Kirchen Waldau's, bis ſpät Abends offen ſtand.
Es war faſt dunkel in dem großen Raume, den nur die ewige Lampe ſpärlich erhellte; in einer anderen Stimmung würde ſie ſich gefürchtet haben, heute war ſie voll Muth. Sie kniete auf die Stufen vor dem Hochaltare nieder, obgleich ſie proteſtantiſch war, und betete mit Inbrunſt.
Als ſie ſich erhob, hörte ſie Schritte hinter ſich, erſchreckt blickte ſie um ſich, beim ſchwachen Schimmer des ewigen Lichtes erkannte ſie die geliebten Züge ihres Edmund.
„Edmund, theurer, lieber Edmund, endlich biſt Du wieder hier, Gott ſei Dank dafür!“
„Bin ich Dir noch lieb, Florentine?“
„Du zweifelſt, Du? O Edmund, und ich ver⸗ traute, ungeachtet Du mich faſt vier Wochen ohne Nachricht ließeſt.“
Jetzt kam es zu Erklärungen und mit wenig Worten war das Räthſel gelöſt, denn Edmund hielt es jetzt für ſehr glaublich, daß ſeine Briefe unter⸗ ſchlagen worden waren. Er theilte der Geliebten mit, daß er in Folge der Bemühungen ſeines früheren Lehrers, des Profeſſor Alden, zum Univerſitätsprofeſſor in Bonn ernanut ſei, daß er jetzt Florentinen eine ihrer würdige Stellung bieten könne, ſein neues Werk einen angeſehenen Verleger gefunden habe, wodurch ihm jetzt die Bahn geöffnet ſei, um Ruhm und Gold zu gewinnen.
„Und immer noch ſchweigſt Du, mein ſüßes Mädchen?“ fragte er, als ſie jetzt Arm in Arm aus der Kirche traten.„Preuen Dich meine Nachrichten nicht? Herr des Himmels, Du biſt doch nicht mit dem Franzoſen verlobt?“
„Nein, Edmund, aber Vieles hat ſich in meiner Eltern Hauſe geändert. Ich muß jetzt heim, denn ſie werden mich vermiſſen und ich habe mit Otto zu ſprechen, der Troſt und Hülfe bedarf. Ich liebe Dich, werde Dich lieben, ſo lange ich denken kann, jedoch— Du ſollſt, Du mußt Alles erfahren. Ich werde Dir ſchreiben, Doctor Wallberger wird Dir morgen meinen Brief geſcon, lies, überlege, ich ſchwöre Dir, daß ich Dich als meinen Leitſtern betrachten werde, ich handle ganz nach Deinem Willen.“
„Dann, mein Florchen, bin ich ruhig,“ ſagte der junge Mann.
Das Mädchen reichte ihm noch einmal die Hand und eilte ihrer Wohnung zu.
Edmund ging nach dem Hauſe Wallberger's, er hoffte von dem Doctor etwas über die Veränderung im Hohenburg'ſchen Hauſe zu erfahren, der alte Diener
ſagte ihm, der Herr Doctor ſei nach Roſenhaag ge⸗ fahren und werde wahrſcheinlich ſobald nicht zurück⸗ kommen.
Eine Unterredung.
In ſeinem Wohnzimmer, in halbliegender Stellung befand ſich Duresnelle und blätterte nachläſſig in einem Buche, aber ſein Kopfſchmerz, obgleich minder heftig als am Morgen, benahm ihm die Luſt zum Leſen. Es war ein Gemach, in welchem ſich Jeder behag⸗ lich fühlen mußte, mit einer dunkelgrünen Sammet⸗ tapete, welche an eine Weinblätterlaube erinnerte. Grünſammetne Gardinen verbargen die Fenſter, ein dicker Teppich mit geſtreuten Blumen zwiſchen Blättern, bedeckte den Boden, im Kamine brannte ein nicht all⸗ zu helles Feuer, auch die Lampe verbreitete nur ein mattes Licht. Das ganze Zimmer duftete nach
Veilchen.
Als Doctor Wallberger eintrat, rief ihm der Baron ein freundliches„bon soi“ entgegen.
Der Doctor nahm unweit vom Kamine Platz, er ſaß ſo, daß er des Barons Geſicht in voller Be⸗ leuchtung ſah.
„Mein Schmerz iſt ſchwächer, dieſen Morgen
haben das Uebel faſt beſeitigt, doch möchte ich Ihren Rath haben.“
Der Arzt hörte aufmerkſam zu, machte ſeine Be⸗ merkungen und ſchrieb ein Recept, dann erhob er ſich.
„Wie, Doctor? Sie wollen mich verlaſſen, nicht mit mir ſoupiren oder Thee trinken?“
„Wenn ich Sie nicht aufrege, denn ein wenig voll iſt Ihr Puls.“
„Hat Nichts zu ſagen, er iſt immer ſo!“
„Welchen herrlichen Veilchenduft Sie um ſich haben! Er erinnert mich an meine Studentenzeit in Wien, damals trugen die Damen Veilchenkränze, be⸗ ſonders lebhaft ſehe ich jetzt Eine vor mir, ſie hatte den lieblichen Namen Melanie.“
„Ein angenehmer Name in der That,“ erwiderte der Baron, mit vollkommener Ruhe.„Meine Schweſter. hieß Charlotte Melanie.“
„In Paris liebt man auch die Veilchen.“
„Sehr, überhaupt ſind die Franzoſen Blumen⸗ freunde. Alſo in Wien haben Sie ſtudirt? ich habe mehrmals die Abſicht gehabt, hinzugehn, aber da man in Wien, ſo viel ich weiß, die Franzoſen nicht mag, unterließ ich immer wieder dieſe Reiſe, obgleich ich beinahe auf dem Wege war.“
„Sie thun den Wienern Unrecht, Herr Baron, die Wiener mögen immerhin dieſe oder jene Nation
nicht lieben, aber gegen den einzelnen Fremden ſind
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fürchtete ich faſt Gehirnentzündung oder Nervenfieber,“.. ſagte der Baron,„aber Umſchläge von kaltem Waſſer
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