Jahrgang 
1-26 (1867)
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46 Novellen⸗

die Exiſtenz ſolch' dunkler Sterne am Himmel bereits ander⸗ weitig erwieſen war.

Vor etwa drei Jahren wurde nun dieſer zweite Stern auf der Sternwarte zu Petersburg als ein ſehr blaſſer und lichtſchwacher Begleiter des Sirius geſehen und ſomit die Berechnung von Beſſel durch die Beobachtung beſtätigt. Das Licht deſſelben wurde ſo ſchwach gefunden, daß es neben der glänzenden Herrlichkeit des Sirius vollkommen erklärlich war, warum dieſer zweite Stern der Beobachtung bisher entgangen.

Dieſelbe Entdeckung war ſchon etwas früher von dem amerikaniſchen Aſtronomen Clark in Cambridge bei Boſton gemacht worden. Von ihm war der Siriusbegleiter nicht nur gleichfalls geſehen, ſondern es ſchien ihm auch, als nehme dieſer lichtſchwache Stern immer mehr an Herrlichkeit zu. Außerdem fand er aber, daß dieſer Stern im Gegenſatz zum weißglänzenden Sirius ein entſchieden rothes Licht habe.

Die letztere Angabe, die ſich unterdeß auch vielfältig beſtätigt hat, gewinnt ein ungemein hohes wiſſenſchaftliches Intereſſe, wenn man damit vergleicht, was die alten Griechen über den Sirius ſagen. Es bezeichnen nämlich Ptolemäus ſowohl wie Senecca den Sirius als rothen Stern, während doch Jeder ſich überzeugen kann, daß unſer Sirius ein unver⸗ kennbar weißes Licht hat. Es iſt daher im höchſten Grade wahrſcheinlich, daß die Griechen nur jenen zweiten Stern des Sirius geſehen und den jetzigen, hellweißen, gar nicht gekannt haben.

Zur Erklärung dieſer ſo auffallenden Erſcheinung wird auf Grund der amerikaniſchen Beobachtungen die Hypotheſe angenommen, daß die beiden Siriusſterne, von denen der eine ein weißes, der andere ein rothes Licht hat, nach gewiſſen Zeiten in ihrer Helligkeit miteinander abwechſeln. Danach wäre der rothe Sirius jetzt in dem Stadium ſder Lichtzunahme, und der weiße, jetzt ſo hellglänzende, finge an, allmälig lichtſchwächer zu werden. In wie vielen Jahr⸗ hunderten ſich die vollſtändige Umkehr, daß alſo der weiße Sirius ganz dunkel, der rothe hingegen hell erſcheint, voll⸗ zogen haben wird, oder ob vielleicht der Lichtwechſel der Doppelſterne einen andern Grund hat, dies werden erſt ſpätere genaue lichtmeſſende Unterſuchungen zu entſcheiden im Stande ſein..

Zeitung.

erfreute, und er verdient um ſo mehr, daß wir unſern Leſern Näheres über ſein Leben mittheilen, weil er berufen war, ſich an einem politiſchen Ereigniß zu betheiligen, das auf die ſpätere Geſchichte Frankreichs und Europas von großem Einfluß geweſen iſt.

Felix Coquereau wurde am 27. November 1808 in Laval im Departement Mayenne geboren und ſtudirte die Rechte, um ſich dem Advocatenſtande zu widmen. Als er bereits als Advocat in Paris in das dortige Bureau auf⸗ genommen war, überzeugte er ſich davon, daß er nicht für dieſen Stand tauge und er beſchloß, ſich dem geiſtlichen Stande zu widmen. Er trat ſofort in ein Seminar in der Diöceſe Vannes, und nachdem er ſeine theologiſchen Studien unter der Leitung des Profeſſors Jean de Lamennais, des Bruders des berühmten Philoſophen, beendigt hatte, fungirte er, nachdem er 1833 die Prieſterweihe empfangen hatte, zuerſt im Sarthedepartement als Geiſtlicher, und da er ſich bald als vorzüglicher Kanzelredner bekannt machte, ſo wurde er nach Paris berufen, um dort Faſtenpredigten zu halten. In Folge deſſen, daß er in Breſt vor Matroſen gepredigt und auf dieſe einen ſehr großen Eindruck gemacht hatte, erhielt er 1840 die Stelle als Almoſenier auf der Fregatte Belle Poule, welche unter dem Commando des Prinzen von Joinville nach der Inſel St. Helena ſegelte, um von dort die Aſche des Kaiſers Napoleon I. nach⸗Frankreich zu bringen, wo ſie in der Capelle des Invalidenhöôtels ihre letzte Ruheſtätte finden ſollte. Hätte Ludwig Philipp eine Ahnung davon gehabt, daß er damit dem Prinzen Louis Napoleon den Weg zum Kaiſerthrone bahne, ſo hätte er Napoleons Aſche ſicher in St. Helena gelaſſen. Coquereau deröffentlichte 1841 eine

Helena. Nach einer in Saint Roch gehaltenen Predigt meldete der Prinz von Joinville 1843 dem Abbé Coquereau, den er perſönlich ſehr hochſchätzte, in einem Briefe ſeine Er⸗ nennung zum Cononicus in Saint Denis. Daß der Prinz⸗ Präſident den Almoſenier, welcher die Aſche ſeines Onkels nach Frankreich begleitet hatte, belohnen werde, ließ ſich er⸗ warten. Dazu bot ſich ihm 1850 bei der Reorganiſation des Gottesdienſtes auf der Flotte Gelegenheit, bei welcher Coquereau zum Großalmoſenier der Flotte ernannt wurde, in welcher Eigenſchaft er dem Krimfeldzuge bein Fenige

er auch ſchon 1844 bei dem Bombardement vo in zugegen geweſen war. Nin

Der Abbe Coquerean.

Am 15. December fand in Paris in der Kirche Sainte Clotilde die Leichenfeier des am 10. December geſtorbenen Abbé Coquereau, des Großalmoſeniers der franzöſiſchen Flotte, unter einer ganz ungewöhnlich großen Theilnahme und auf Koſten des Marineminiſteriums ſtatt. Eine ſehr große Menſchenmenge füllte die Kirche und belagerte die Eingänge derſelben, und das Gedränge war ſo groß, daß man ſchon eine halbe Stunde vor der Ceremonie keinen Eingang mehr in dieſelbe finden konnte. Selbſt Senatoren, Deputirte und hohe Staatsbeamte waren nicht im Stande, ſich Platz zu machen. 2

Der Marineminiſter mit dem ganzen Perſonal ſeines Miniſteriums, rriegsminiſter, der Marſchall Canrobert, der eſee ßen mit ſeinem ganzen Clerus und eine ſehr große Anzahl Officiere der Armee und der Marine wohnten der Feierlichkeit bei und ein dazu commandirtes Linien⸗Infanterie⸗Regiment erwies dem Verſtorbenen die militäriſchen Ehrenbezeigungen. Das Leichenbegängniß zeigte recht deutlich, welcher hohen Achtung dieſer Mann ſich

Der Abbé Coquereau wurde 1841 mit dem Orden der Chrenlegion decorirt, 1844 zum Officier deſſelben ernannt, 1857 zum Commandeur und 1864 am 15. April zum Groß⸗ officier deſſelben befördert. C.

Die Pflichten der Kammerzofe einer engliſchen Dame. Ueber dieſen Gegenſtand theilt Harper's Weekly, ein in Newyork erſcheinendes Blatt, in ſeiner neueſten Nummer Folgendes mit:

Gouvernanten im gleichen Range ſtehen, hat kürzlich Ent⸗ hüllungen gemacht, welche ein ſonderbares Licht auf die vor⸗ nehmen Damen inOld England werfen. Sie ſchreibt:

In London wird viel von uns gefordert, Vor Allem müſſen wir ſehr pünctlich ſein, denn faſhionable Ladies wechſeln ihren Anzug während der Saiſon wenigſtens fünf Mal täglich. Wir müſſen ſehr feine Sitten haben, dürfen nicht älter als 35 Jahre und immer heiter und guter Laune

Erzählung dieſer Reiſe unter dem TitelSouvenirs de Sainte

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