Jahrgang 
1-26 (1867)
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könnte, iſt bereits bis auf 18 Millionen herabgekom⸗ men und wird in jedem Decennium vereinſamter. Daß Reichthum und Lebenskraft in der Fruchtbarkeit der Erdſcholle im Bunde mit einer guten Regierung liegen und nicht in dem Golde, das man aus fremden Welttheilen holt, hat ſich an Spanien im Vergleich zu anderen Länderm erwieſen. Das Zurückgehen und Ausſterben einer an ſich thatkräftigen, hochbegabten und im Individuum durchaus noch nicht entnervten

Novellen⸗

Zeilung.

der Bühne der Welt vollziehen kann. Dieſer Kirchhof der Geſchichte, auf dem verwaiſte Kinder als Epigonen zwiſchen den Gräbern ſpielen, gewährt einen erſchüt⸗ ternden Anblick. Das Verderben ſchreitet langſam, aber hier iſt nichts mehr zu retten, als mit Wehmuth die Ueberreſte zu ſehen, die bald in Verkommenheit, bald in blühender Liebenswürdigkeit vor uns ſtehen. Die Zeit wird kommen, wo mehr denkende Reiſende als jetzt über die Pyrenäen wandern, jenen Ephen

Nation iſt die grauenvollſte Tragödie, welche ſich auf

der Ruinen zu betrachten.

Feuilleton.

Die Kiſte mit den ſilbernen Beſchlägen. Nach dem Engliſchen von Friedrich Coßmann.

Das gute Schiff South Star, ein ſchönes, vorzüglich gebautes britiſches Fahrzeug, das weit mehr für die Auf⸗ nahme von Kaufmannsgütern als für Reiſende eingerichtet war, aber die Letztern doch gern beförderte, wenn es welche bekommen konnte, ſegelte von Madeira ab. Auf ſeiner Rück⸗ fahrt von Braſilien hatte es lange mit ſchlechtem Wetter zu kämpfen und es mußte in Madeira vor Anker gehen, um die erlittenen Havarieen auszubeſſern und Proviant einzunehmen. Einige Leute der Mannſchaft verließen es dort heimlich und man munkelte davon, ſie hätten Furcht vor dem Schiffe oder von etwas auf demſelben. Nur zwei Paſſagiere ein Herr und deſſen Diener waren aus Rio de Janeiro auf dem⸗ ſelben gekommen. In Madeira nahm es den Major Gorn, deſſen Gemahlin, zwei elegante junge Damen und deren Dienerin, ſämmtlich in Trauer, an Bord. Die Mittel des

Trotz ihres Stolzes, der ihr angeboren war, blickte die Dame doch neugierig in der angedeuteten Richtung, wo ſio einen großen ſchlanken Mann mit einem ſchönen blaſſen Geſichte und ſchläfrigen dunkeln Augen ſah, der ſich bewegungs⸗ les über die Seite des Schiffes lehnte. Sie erinnerte ſich, ihn geſehen zu haben, als ſie an Bord kam, und ſie hatte bemerkt, daß er ſeine Augen gar nicht auf die Ankommenden richtete und gegen dieſelben und die Unruhe, die ihre Ankunft erregte, ganz gleichgültig war.

Er war unſer einziger Cajüten⸗Paſſagier, fuhr der

aus Rio mit. Er iſt ein geborner Engländer und ebenſo ſein Diener Vincent, ein ſehr lebhafter Camerad. Aber der Don vermag ihn mit einer halben Wendung ſeiner ſchläfrigen Augenlider im Zaume zu halten. Sie müſſen einmal die Kiſte ſehen; ſie iſt ſehr groß, von ausgeſchnitztem Ebenholz mit ſilbernen Beſchlägen.

Weshalb wird er der Don genannt?

Majors waren ſehr beſchränkt und der billige Ueberfahrts⸗ preis des Segelſchiffes im Vergleich zu dem der regelmäßigen Dampf⸗Packetboote, hatte ihn beſtimmt, auf dem South Star nach England zurückzukehren. Sie waren im letzten Augenblick angekommen, wo die bei dem Abſegeln eines Schiffes gewöhnliche Verwirrung vorherrſchte.

Nicht dort hinab, wenn es Ihnen gefällig iſt; das iſt die Staats⸗Cajüte und ſie gehört dem Don, rief ein junger Knabe in einer Art von Uniform, deſſen Pflicht zu ſein ſchien, ſich in allen Theilen des Schiffes zu gleicher Zeit zu zeigen. Der Don ſieht es nicht gern, wenn irgend Jemand ſie betritt.

Es war die Aeltere der beiden jungen Damen, deren Hinabſteigen in dieſer Art unterbrochen wurde. Sie kehrte ihr gebieteriſches hübſches Geſicht nach dem Knaben und ihre ſchönen dunkeln Augen funkelten die ſtolzen Fragen ebenſo deutlich, wie ihre Zunge ſie ausſprach:

Der Don! Wer iſt der Don? Was meinſt Du,

Knabe?

Das iſt er, ſagte der Knabe, indem er auf einen Herrn auf dem entfernten Theil des Verdecks hinwies.Er iſt ſo reich, wie alle Minen in Braſilien in eine zuſammen⸗ geſchmolzen und er iſt ſo gut wie Herr des Schiffes, denn ſein Wille iſt Geſetz. Wenn er gar nichts weiter hätte, als die Kiſte in ſeiner Cajüte, ſo würde er doch reicher ſein, als er zählen könnte, denn ſie iſt voller Gold und Diamanten.

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Ich vermuthe, weil er ſo reich iſt. Man ſagt, er habe in Braſilien ſeine Frau und ſein Kind verloren und er kehrt

nach Hauſe zurück, um ſich dort zu erholen. Sie war eine Portugieſin oder eine Spanierin und ich bilde mir ein, daß

nicht Alles war, wie es ſein ſollte. Ich weiß, die Matroſen munkeln von ſo etwas, aber ſie wollen es mir nicht ſagen. Und wer biſt Du denn? fragte die Dame, welche die vertrauliche Sprache des Knaben übelnahm. VO, ich bin ein Middy(See⸗Cadet). So nennen ſie uns wenigſtens, und es iſt ein koſtbarer Betrug, aber ſie ſagen es uns nicht, ehe wir ſegeln. Der Schiffer...

Zum Erſtaunen ſeiner Zuhörerin verſchwand der junge Herr plötzlich. Als ſie umher blickte, ſah ſie den Schiffs⸗ Capitän mit dem Paſſagier näher kommen. Der Capitän blieb ſtehen, als er ihr nahe war, da er es wahrſcheinlich für ſeine Pflicht hielt, ſie einander vorzuſtellen.

Herr Valencia; Mer Gorn.

Herr Valencia zog ſeinen Strohhut ab und verbeugte ſich. Sie verneigte ſich auch, aber in einer ſtolzen Art, als wenn ſie das, was der Capitän gethan, ſie beleidigt habe, und ihre Stimme hatte etwas Geringſchätziges, als ſie denſelben mit den Worten auf ſeinen Irrthum aufmerkſam machte:

Ich bitte um Verzeihung, Sir; Mißriß Clytton, nicht Miß Gorn.

Knabe fort,bis Sie an Bord kamen. Wir brachten ihn

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