Jahrgang 
1-26 (1867)
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Ich öffne das vergitterte Fenſter. glänzt durch den Adel⸗und die Schönheit ihrer Formen. ihrer wilden Freiheit bewahrt ſie immer einen bewunderungs

entfalten erſt oben ihre Blätter. ſcheln ſtehen.

an der Spitze biegſamer Zweige, das rieſige Rohr ſtehen.

mit ſeinem Stamme ſtützt man die Dächer von Häuſern.

Wagen verbreitet? Meine

ſtarken Gliederbau, verſpeiſt ohne einen andern Teller, als ein Stück Papier, und ohne eine andere Gabel, als den Dau⸗ men und Zeigefinger ihrer rechten Hand, eine ſtark gewürzte Wurſt. Ihr Beiſpiel findet Nachahmung, noch drei bis vier andere Würſte werden ſichtber. Man trägt hier Würſte in den Taſchen, wie bei uns Plätzchen und Bonbons. Die Gegend wird wilder, je weiter wir ins Innere vor⸗ dringen. Hier zeigt ſich ein tropiſches Sumpfdickicht, dort ein Urwald, den noch keine Axt berührt hat. Lianen ſchwingen ſich von einer Palme zur andern, an die Stämme großer Bäume hängen ſich Orchideen, das einzige Blätterwerk, wel⸗ ches in dieſer Jahreszeit die nackten Zweige der Ceiba ſchmückt. Auf ſeinen kegelförmigen Stamm geſtützt und ſeine Wurzeln gleich den Widerlagen einer Brücke breit ausſendend, ſcheint dieſer Baum alle Orkane herauszufordern. Die Natur, die ihn über das kleine Volk des Waldes erhöht, ſchützte ihn zu⸗ gleich vor den Gefahren der Größe. Sein großer Blätter⸗ dom, ein Geflecht knotiger und gewundener Zweige, giebt dem Sturm nicht nach, und ſeine Baſis iſt ſtark genug, um Wider⸗ ſtand zu leiſten. Seine hohe Krone zieht den Blitz an, aber die Natur hat auf ſeine Zweige eine Schmarotzerpflanze ge⸗ legt, deren Rankenſpitzen das zerſtörende Element fern halten. Franklin iſt nicht der erſte Erfinder des Blitzableiters, denn

die Bäume des Waldes haben dieſes Schutzmittel vor ihm gekannt.

Die Dämmerung dauert unter den Tropen nur einen Augenblick. Kaum beginnt der Tag zu erblaſſen, ſo bemäch⸗ tigt ſich die Nacht des Himmels, aber die letzten Minuten des erlöſchenden Lichts, in denen die Berggipfel ſich mit Gold be⸗ kleiden, der Abendhimmel leuchtende Streifen ausſchickt, die leichten Wolken die Farben des Morgenroths annehmen und die längeren Schatten der ganzen Landſchaft eine phantaſtiſche Majeſtät verleihen, dieſe letzten Augenblicke üben einen unbe⸗ ſchreiblichen Zauber. Dazu geſellt ſich noch ein anderer Eindruck. An einigen Puncten erhellt ein Schein wie von

Phosphor den Horizont; man brennt dort das Geſtrüpp nieder, um das Land beſtellen zu können.

Als ich ankam, ging es in Matanzas kopfüber,

Die ſonſt ſo ruhigen Straßen waren mit einer lärmenden Menge gefüllt. Weiße, rothe, gelbe, grüne Masken, falſche Bärte, falſche Naſen, Weiße als Neger, Neger als Weiße, Maänner als Frauen, Frauen als Männer verkleidet, wirbel⸗ ten bei dem zweifelhaften Schimmer von Papierlaternen auf dem großen Platze durcheinander. Straßenbettler mit einem Stück Pappe auf dem Geſicht und mit Strohtreſſen auf den ſchmutzigen Kleidern verkehrten mit Denen, welche ihnen am Tage vorher Almoſen gegeben hatten, auf dem Fuße der Gleichheit. fühlen

kopfunter.

NovellenZeilung.

Dieſe Vegetation In würdigen Einklang. Alle Stämme ſtreben ſchlank empor und Von Zeit zu Zeit kommen wir bei einem Bambusgehölz vorbei, deſſen Pflanzen in Bü⸗ Ihre feinen und leichten Blätter wiegen ſich die in Bündeln rings um

Der Bambus iſt blos ein Kraut, aber ſeine dichten Schößlinge hüllen uns in Schatten ein und

Woher kommt der Knoblauchgeruch, der ſich plötzlich im Nachbarin, die Dame mit dem

wegen der allgemeinen Unordnung ſtraflos bleiben, ſo ſind ſie doch immer eine Rache für ältere Unbilden.

Außer dem Volksfeſte auf dem öffentlichen Platze gab es zwei Maskenbälle, zu denen blos Eingeladene Zutritt er⸗

hielten. Da man mir zu einem dieſer Bälle ein Billet gab und mir andeutete, e Ke feinſte Geſellſchaft der Stadt finden werde, ſo durfte ich die Ehre nicht ausſchlagen.

Der Ballſaal hatte eine welche die auf dem Platze verſammelte Menge Alles mit an⸗ ſah. Geweihte Mauern, niedrige Gänge unter breternen Tribünen, eine Art von Bühne, auf der zwei wahrhaft nieder⸗ trächtige Orcheſter ſpielten, ein Billardſaal, ein Vorzimmer mit einem Spieltiſch, der faſt auf der Straße ſtand, und Keh⸗ richt in allen Ecken, das war die koſtbare Ausſtattung dieſes glänzenden Locals. Alle Völker der alten und neuen Welt vereinigten ſich zu einer bizarren Miſchung. Es gab Deutſche, Spanier, Engländer mit weißen Halstüchern, Yankees mit Ziegenbärten, ja ſogar Franzoſen und Ruſſen. Die ſchöne Creolin mit ſchwarzen blitzenden Augen ſtützte ſich nachläſſig auf den Arm des großen ſchlanken Deutſchen mi ſchmachtenden Blicken und langem Haar. Der Spanier m broncirtem Geſicht machte irgend einer blonden Tochter Nordens eifrig den Hof. Matanzas iſt noch mehr als d Havanna eine Stadt der Kaufleute und die Geſellſchaft re crutirt ſich aus den vier Winkeln der Welt. 1

Die Hälfte der reichen Bevölkerung beſteht aus Fremden, die theils nach einigen Jahren in ihr Vaterland zurückkehren, theils auf Cuba bleiben und ſich mit creoliſchen Familien ver⸗ binden. Die Kinder, die aus dieſen Ehen entſtehen, ſind faſt immer ſchön und ſtark. Unter den Königinnen des Abends bemerkte ich zwei große junge Mädchen von gemiſch⸗ tem Blute, halb Deutſche, halb Spanierinnen, die mit den

blonden Haaren und den ſchönen Farben des Nordens die vollen Formen und die nachläſſige Anmuth der Tropen ver⸗ banden.

In der Nachbarſchaft von Matanzas giebt es eine Merk⸗ würdigkeit, die jeder Fremde geſehen haben muß. Es ſind die Grotten von Bellamar. Heute Morgen beſtieg ich ein kleines Pferd und ritt auf einem ſteinigen Wege die Höhen hinan, welche die Bai im Oſten begrenzen. Je höher man ſteigt, um ſo ausgedehnter wird die Ausſicht auf die Stadt, die Rhede und das Meer, die umliegenden Berge und die enge Schlucht, aus der der Yumuri ſeine rauſchenden Wellen ergießt. In der Bai, jenſeit der Klippen und Untiefen, die durch das Azur der Gewäſſer grüne Streifen ziehen, ankert eine große Flotte von Schiffen, denn Matanzas iſt eine Stadt von ſechzigtauſend Einwohnern und der Mittelpunct des Handels mit den Vereinigten Staaten.

Der Eingang zur Grotte liegt in einer Hütte, deren Eigenthümer uns in Hemdsärmeln und in bloßen Füßen, aber mit der Unbefangenheit und vertraulichen Zuvorkommen⸗ heit empfängt, zu der der creoliſche Bauer wegen ſeiner weißen Haut berechtigt zu ſein glaubt. Mitten in der Hütte iſt ein ſchwarzes Loch, in das eine hölzerne Treppe hinunter⸗ führt. Es iſt der Eingang zur Grotte, der mir als das Wunder aller Wunder geſchildert worden war. Ein Bauer, der in einem neuen Kalkſteinbruch arbeitete, verlor plötzlich ſeine Haue, die mit einem Felsſtück verſchwand. Er erwei⸗

große offene Thür, durch

terte die Oeffnung, ſtieg hinein und entdeckte die Grotte. Der Führer iſt feſt überzeugt, daß ſeine Grotte kein Ende hat und unter dem Meere bis Caſtilien fortläuft. In dieſen Tagen darf ſich Niemand beleidigt gang verſpricht nicht viel.

und wenn auch ſtets Ermordungen vorkommen, die iſt erſtickend, mit einer Kerz

Der Ein⸗ Halb entkleidet, denn die Hitze e in der Hand und unter der

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