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Novellen⸗Zeitung.
intereſſante Männer unſerer Stadt es ſich zum Ver⸗ ſetzte jedoch mit feſter Stimme hinzu:„Der Baron —& 5, 5. 1 d ta⸗ gnügen machen, Ihnen die Zeit zu verkürzen.“ von Duresnelle kommt mir wie ein Erbſchleicher vor;z
„Die Deutſchen ſind ſehr liebenswürdig; doch war der letztverſtorbene Baron von Roſenhaag thöricht—
klingt das faſt wie Selbſtlob, indem ich ja gewiſſer- oder gewiſſenlos genug, Familiengüter einem Fremden maßen ein Deutſcher bin, denn die deutſche Sprache zu vermachen, ſo mußte dieſer Fremde Ehrgefühl genug iſt die Sprache meiner Bildung.“ beſitzen, ein ſolches Vermächtniß nicht anzunehmen.
„Natürlich, Herr Graf, aber jetzt muß ich Sie SIch will zugeben, daß Noth kein Gebot kennt, allein verlaſſen, Sie müſſen ruhen und Diät halten. Ihr wenn Baron Duresnelle arm iſt, ſo hätte er ſich eine Wärter war gut, nicht wahr? Guten Morgen.“ anſtändige Rente ausbedingen können auf Lebenszeit,
Der Doctor ging, Herr Koch hatte ihn wieder die Roſenhaagſchen Güter vertragen das, aber dieſer erwartet und freute ſich jetzt, zu hören, daß ſein Gaſt Duresnelle hat weder Frau noch Kinder, da iſt es nicht bedenklich krank und obendrein der berühmte doch unverzeihlich, Alles zu nehmen.“
Graf Mallath ſei, von dem er zwar noch nichts ge⸗„Du biſt Edmund Roſenhaags Freund, es iſt hört hatte, aber es war ihm genug, daß der verehrte alſo begreiflich, daß Du gegen den Baron Dures⸗ Doctor Wallberger es ſagte.— nelle eingenommen biſt.
Im Frühſtücksſalon, im Hauſe des Präſidenten,„Sie ſchätzen Edmund ebenfalls, und ich leide flog zu derſelben Zeit das Geſpräch luſtig auf und V in ſeiner Seele, das geſtehe ich, es muß hart ſein, ab. War der Hausherr ſchweigſam, ſo waren Frau durch einen Fremdling aus dem Erbe vertrieben zu
und Kinder auch ſtill; hatte derſelbe gute Laune, ſo werden; aber wenn ich Edmund niemals geſehen hätte,
theilte ſich deſſen Stimmung den Andern theils mit, ſo würde ich dennoch Duresuelle's Benehmen tadeln. theils kam ſie bei den immer fröhlichen Kindern zum Abgeſehen davon, gefällt mir dieſer Mann nicht; er Vorſchein.— hat Geiſt, Kenntniſſe, gute Manieren, das Alles be⸗ Mehrere Monate hatte die Familie des Prä⸗ ſtreite ich nicht, allein aus ſeinem Geſicht ſpricht eine ſidenten ihn zerſtreut oder verdrießlich geſehen, heute finſtere Vergangenheit und er koumt mir vor, wie war er wieder wie in früheren Tagen. Die Präſidentin, Einer, der keinen rechten Frieden mit ſich ſelbſt hat.“ eine ſanfte, dem Gemahle ſehr ergebene Frau, lächelte„Ei, Du biſt ja ein außerordentlicher Menſchen⸗ mild; Marie, ein hübſches blondes Maͤdchen, und ihr— kenner, junger Herr Lieutenant; indeß denke über den Zwillingsbruder, ein neugebackener Lieutenant, neckten Baron, wie Du willſt, als Vater befehle ich Dir, allen einander; muntre Knaben zwiſchen zwölf undacht Jahren meinen Gäſten mit gleicher Artigkeit zu begegnen.“ verlangten lauter, als ſie m langen Zeit gewagt hatten, Der Sohn verbeugte ſich ſchweigend. Die milde noch mehr Kuchen, es fand heute ein Doppelgeburtstags⸗ Hausfrau ſagte:„Den Hauptmann hätte ich nicht feſt in der Familie ſtatt,— nur die zweite Tochter erwartet, aber ich geſtehe, daß mich ſein Kommen freut, des Hauſes, Florentine, ſah nachdenklich aus und ſchien beſter Mann, und ich glaube, es ſitzen noch Andere wenig von dem zu höͤren, was um ſie her vorging. am Tiſche, welche ſich ebenfalls freuen, vielleicht noch „Eine Nachricht habe ich noch für Euch, Ihr mehr.“ 4 Mädchen,“ ſagte der Präſident:„Ein gewiſſer junger Der Präſident zupfte Marien, welche neben ihm Hauptmann wird heute bei uns ſpeiſen, und der Baron ſaß, bei den Locken und ſagte:„Wenn Euch Germars von Duresnelle.“ 8 Beſuch freut, ſo könnt Ihr Euch dafür bei Dures⸗ Marie erröthete, ihr Geſicht ſtrahlte vor Freude; nelle bedanken, den ich als einen ſehr großmüthigen Florentine wurde bleich und preßte die Lippen feſt Mann kennen gelernt habe. Doch davon ſpäter. Thut aufeinander. bis zur Mittagszeit, wo wir uns doch zuſammenfinden, Otto, ein großer Liebling des Vaters und als was Ihr wollt, nur Du folge mir, Florentine, ich habe älteſter Sohn ſich fühlend, ſagte:„Lieber Papa, ich mit Dir zu ſprechen.“ will durchaus Nichts gegen Deine Gäſte ſagen, aber Hierauf trat er, Florentinen bei der Hand warum Du dieſen Baron Duresnelle einladeſt, das faſſend, in das Nebenzimmer; Otto flüſterte Marie. iſt kir ein Räthſel. Dieſer Franzoſe—“ zu:„Begreifſt Du den Papa? Er, der liebevollſte „Lieber Sohn, Frarzoſenfreſſerei iſt nicht mehr Vater, ſcheint Florchen von Edmund trennen zu wollen, an der Zeit, ich liebe mein Vaterland ſo warm wie Gott verhüte, daß ſie dieſes Franzoſen Frau werden Du, wenn ich auch weder Säbel noch Epauletten trage, ſoll. Auf meinen Beiſtand kann ſie zählen.“ aber in Friedenszeiten iſt kein Ausländer mein Feind,„Sei ohne Furcht, Otto,“ entgegnete Marie,„die er ſei von welcher Nation er wolle.“ Mutter iſt auf Edmunds Seite und wir haben ſchon „Gewiß, Papa,“ entgegnete Otto ehrerbietig, oft geſehen, obgleich Mama wenig ſpricht, trägt ihre
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