Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
830
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830 Novellen Armont erblaſſen! Welch feigherzige Klugheit bei ihnen! Wieviel Sorgen, um ſich zu verbergen! Wenn ſie es ver⸗ möchten, ſo würden ſie ihre Verſchwörungen unter der Erde machen! Bei ihr hingegen, welch' ein Selbſtvergeſſen! welch' ein abſoluter Mangel an Sorge! Es hätte eines Wunders bedurft, um ſie zu retten. Sie führt ſogar ihren Taufſchein bei ſich, um ſich jeder Ausſicht der Verſtellung und des Ent⸗ wiſchens zu berauben. Camilla, Sabina und Cornelia leben in Charlotte Corday wieder auf, aber die Wirklichkeit zeigt ſich erhabener und ſtolzer als das Gedicht.

Charlotte Corday iſt eine Landsmännin und Zeitgenoſſin der Alten, denen ſie ihre Arme entgegen ſtreckt. Mögen ſie dieſelbe beurtheilen; dieſe Angelegenheit iſt für uns zu ſchwer; ſie gehört uns nicht.

Es iſt alſo wahr, daß die Dichtkunſt nicht immer eine Fiction, eine Lüge iſt, wie man es wiederholt. Zuweilen verwirklicht ſich der Gedanke eines Mannes in einem ſeiner Nachkommen. Das, was nur Drama war, wird zu Fleiſch und Blut; dann iſt die Welt erſtaunt und fällt in eine uner⸗ klärbare Betäubung; ſie vermuthete nicht, daß die Verſe etwas Ernſtes ſeien und daß je daraus Folgen hervorgehen könnten.

Wer weiß, ob gewiſſe Anlagen, die erſt Lichtſcheine, Vorgefühle, Dichtungen, Einbildung, urſprüngliche Träume⸗ reien ſind, nicht von Generation zu Generatiöon eine wirkliche Conſiſtenz annehmen und im letzten Ringe der Kette damit endigen, daß ſie in die Adern und das Blut des letzten Nach⸗ kommen übergehen, um ſich dort in einen Charakter und in Handlungen zu verwandeln? In der Natur ſieht man noch weit außerordentlichere Dinge; das iſt vielleicht eine ganz neue Phyſiologie.

Der LTurus der Demi⸗-Monde.

Die Frage des Luxus der Frauen ſteht jetzt auf der Tagesordnung, und während der Verfaſſer des Luſtſpielsla Famille Benotton dieſelbe auf der Bühne des Vaudeville in Paris unter einer der anziehendſten Formen darſtellt, wohnt das große Publicum dort einem anderen Luſtſpiel bei, worin Gerichtsvollzieher die Schauſpieler ſind und deſſen Entwicklung der Ruin einer der Celebritäten der Demi⸗monde iſt. Man ſpricht in Paris ſeit einigen Tagen in der Wirk⸗ lichkeit nur von der gerichtlichen Beſchlagnahme der koſtbaren Effecten der nur allzuberüchtigten Z..., deren unverſchäm⸗ ter Aufwand ſich kürzlich noch in den prachtvollſten Equipa⸗ gen bei allen Wettrennen breit machte.

Während ihrer ephemeren Herrſchaft übte dieſes frei⸗ willige Opfer eines zügelloſen Luxus eine ſolche Bezauberung aus, daß mehrere vornehme Damen deren Wohnung einzu⸗ ſehen wünſchten. Erſt noch kürzlich richtete Eine derſelben an Fräulein Z... ein Billet in folgenden Worten:

Ich habe nie die Gelegenheit gehabt, Fräulein, in das Innere der Wohnung einer Modedame zu dringen, und ich möchte wohl die Ihrige ſehen doch ohne Sie zu geniren.

Die Lorette antwortete ſogleich:Kommen Sie, wenn es Ihnen beliebt, Frau Gräfin; meine Kammerfrau wird Sie herumführen. Um es ihrem Beſuche noch leichter zu machen, fügte ſie dann noch hinzu:Ich bin jeden Tag von 2 bis 5 Uhr nicht zu Hauſe.

Am folgenden Tage um 2 Uhr fand ſich die Frau Gräfin von... in dem Hotel des Fräulein Z... ein und als ſie es drei Stunden ſpäter verließ, ließ ſie zwei Zwanzigfranken⸗ ſtücke in die Hand der Marinette gleiten, die ſie herumge⸗ führt hatte.

Jeitung.

Einige Tage ſpäter wollte die Lorette ihre Revanche nehmen und bezeigte ihrerſeits den Wunſch, die Zimmer der vornehmen Dame kennen zu lernen. Die Ermächtigung dazu wurde ihr ſofort bewilligt. Nachdem Fräulein Z.. kaum eine Viertelſtunde in der Wohnung der Gräfin verweilt hatte, zog ſie ſich zurück, indem ſie ausrief:Welch eine erbärmliche Wohnung! Wie bedaure ich die arme Gräfin, ſo elend logirt und beſonders ſo ärmlich mit Putzſachen ver⸗ ſehen zu ſein!

Gleichzeitig gab ſie der Kammerfrau, welche ihr als Cicerone gedient hate, für ihre Bemühung eine Banknote von 500 Franken.

Vielleicht mag Fräulein Z... morgen an viele Thüren klopfen, ehe ſie eine Hand ſich öffnen ſieht, welche ihr eine gleich große Summe, die ſie in ihrer Verſchwendung wegwarf, in die Hand gleiten läßt. C.

Beſcheidne Wünſche einer Prinzeſſin Oreaniens.

Ein kürzlich aus dem ſtillen Meer zurückgekehrter fran⸗ zöſiſcher Marineofficier erzählte ſeinen Bekannten die folgende Anekdote, aus der ſich die Einfachheit der Sitten in Oceanien erkennen läßt. Er hatte ſich einige Gefälligkeiten von einer oceaniſchen Prinzeſſin erweiſen laſſen und wünſchte ihr ſeine Dankbarkeit durch ein kleines Geſchenk, ein Souvenir, zu erkennen zu geben, deſſen Beſtimmung er ihr überlaſſen wollte. Er ſagte zu ihr:

Fordern Sie, ich bin reich.

Geben Sie mir ein Paar Schuhe.

Zugeſtanden. Was weiter?

Noch mehr? Ich möchte wohl ein Paar Strümpfe haben.

Bewilligt. Was mehr?

O etwas, nach dem ich großes Verlangen habe. Es würde aber unbeſcheiden ſein... Es iſt zu viel... ich wage es nicht.

Madamo, ich bitte Sie...

Nun gut! Geben Sie mir....

Sprechen Sie.

Geben Sie mir.... ein Faß Kabeljau.

Die Wünſche einer Prinzeſſin in Oceanien ſind demnach leichter zu befriedigen, als die der Damen der Demi⸗Monde in Paris. C.

Mißsrellen.

Der geizige Ritter Cuttler, deſſen Pope in ſeinen mora⸗ liſchen Epiſteln erwähnt, glaubte dem Herzog Villiers von Buckingham einen guten Rath zu geben, indem er zu ihm ſagte:Warum leben Sie nicht wie ich?Leben wie Sie, verſetzte der Herzog,werdeich jederzeit können, wenn ich nichts mehr habe.

Dieſer Cuttler, ſo reich als geizig, reiſte gewöhnlich zu Pferde und ganz allein, um alle Ausgaben zu vermeiden. Wenn er des Abends im Wirthshaus ankam, ſtellte er ſich unpäßlich, um das Abendeſſen zu erſparen. Er befahl dann dem Hausknecht, ihm etwas Stroh zu bringen, ließ ſein Bett wärmen und legte ſich nieder. Sobald der Hausknecht fort⸗ gegangen war, ſtand er wieder auf und machte ſich nun mit

dem Stroh ein kleines Feuer, woran er einen Häring röſtete,

den er aus ſeiner Taſche zog. Brod führte er immer bei ſich, und ließ ſich ſtatt alles Getränks eine Flaſche Waſſer brin⸗ gen, und ſo hatte er das wohlfeilſte Abendeſſen von der Welt.

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