Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
823
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Vierte Folge.

ſormte Hauptder Kopf muß herunter, ſein Schickſal iſt in meine Hände gelegt.

Bartoldo entwand Michael Angelo den Hammer umd ſchleuderte ihn in einen Winkel, dann zog er ihn in den Vordergrund des Zimmers.

Angelo, rief er enthuſiaſtiſch,Dein erſtes Bildhauerwerk iſt ein Meiſterſtück dieſes vernichten hieße Dich ſelbſt vernichten.

Ich will vernichtet ſein, ich will es.

Wenn Dich die Liebe verläßt, bleibt Dir die Kunſt!

O Meiſter, Meiſter! Angelo ſank Bartoldo in die Bruſt.

Verbanne die Liebe, verbanne ſie, tröſtete Bartoldo.

Ja, die Kunſt blieb mir treu, als Alles mich verließ, deshalb will ich ihr auf ewig angehören.

Nimm mich denn auf, hohe heilige Göttin, leite mich des Menſchen Bruſt jubelt empor was die Lippe.

zum Ziele der Unſterblichkeit.

Bartoldo's Mienen verkündeten einen Triumph.

So iſt's recht, rief er,ſo iſt's recht; nur die

Kunſt ſei Deine Liebe! Du gehſt morgen nach

Mailand ich geleite Dich die Zeit heilt Alles,

mein Angelo, ſelbſt den tiefſten Schmerz.

3Ach, daß ſie treulos war und mich ſo hinter ngn rief der Jüngling.

Nie war ſie treulos. Dir und ihrem Vater brachte ſie das heiligſte Opfer.

Ich kann ſie nicht vergeſſen, ach, ich kann ſie nicht vergeſſen!

Oft glaubt der Menſch, des Himmels Fügung vernichte ſein Lebensglück, aber immer wählet ſie den ſeſten Weg, darum füge ſich der Menſch in des Ge ſchickes Gnade.

Mich verſtieß der Fürſt, weil ich vom rechten gfade abgewichen, aber verlaſſe Du mich nicht, bleibe nir Freund und Vater.

Faſſe Dich, mein Knab', rief der Meiſter, indem er Angelo an ſein Herz ſchloß.Ziehe mit mir ſinaus in die Welt und ſei getroſt. Sieh, auch in Mailand wölbt ſich derſelbe Himmelsdom wie hier, hieſelbe Sonne leuchtet hernieder auf die Erde, die⸗

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Dein Meiſter aus ſeinem Staub blüht ein neues Reich der Geiſterwelt, in dem Du gebieten, herrſchen ſollſt. Der Künſtler ſtirbt, aber ſeine Werke leben, ſo lange die Welt ſteht.

Ja, ſprach Angelo tief ergriffen,nur Du vermagſt zu tröſten.

Aber der Abend ſinkt hernieder mit dem Frühſtrahl eines neuen Morgens führt uns unſer Weg in eine neue, glücklichere Heimath. Laß uns vergnügt durch Berge und Thäler ſchreiten, es wird ein frohes, freies Wandern werden. Mich trieb's lange hinaus in die Natur, um ſie mit Freuden zu umfangen. Sie iſt der heilige Gottestempel, ſie nur allein der Wald wölbt ſich mit ſeinem Laubdach, die Stämme ſind die Säulen des gewaltigen Domes rauſcht der Wind durch die Kronen, tönt dazu der Vögel Feſt⸗ geſang, iſt's, als ſenke ſich Gott auf unſere Seele

nicht zu ſprechen vermag, ſpricht das Herz in ſeiner heiligſten Empfindung ich glaube, das iſt Gebet! Gebet! doch nun muß ich Dich verlaſſen.

Ich füge mich Dir, Meiſter aber er trat an die Mater⸗Doloroſa⸗Gruppe und zog davor den Vorhangein Schleier ſinke herab zwiſchen Dir und mir uns ſchied das Schickſal auf ewig ewig!

Nach einer Stunde komm' ich zurück!

Leb' wohl!

Bartoldo ging. Noch einmal kehrte er zurück und ſchloß Angelo in ſeine Arme.Leb' wohl, leb' wohl! rief er und verließ ſchnell die Werkſtatt.

Im Zimmer war es faſt finſter geworden. Angelo verſank in Nachdenken.

Da tönte ein langgezogener Accord, ein Kirchen⸗ geſang von einer Orgel begleitet, zur Werkſtatt herüber. Er trat langſam zum Fenſter, er ſchaute hinaus.

Der Brüder Chor von Sancto Spirito verkündet das vollendete Tagewerk die Fenſter der Kirche ſind erleuchtet, murmelte der Jüngling.Ja, ja, Allvater! auch ich wende zu Dir meine Blicke laß mich Troſt finden im Gebet, ſonſt gehe ich unter.

ſelbe Kunſt vereinigt unſere Seelen darum ver⸗ V Mich trieb des Stromes Woge fort in die Brandung

giß Alles Alles. So wie der Weinſtock ſich an einem Gegenſtande emporſchlingt, verſchlinge ſich die

mein Schiff droht an jähem Felſen zu zerſchellen. Herr Gott, zünde mir die Leuchte am Ufer an, daß

Liebe zwiſchen uns im Tode, ja ſelbſt dann nicht ich den Hafen finde und dann dann erſt laß mich

möge ſie erlöſchen. Im Schatten reift die goldne Rebe, lang' verdeckte ſie das Laub, bis die Blätter vom Stamme gefallen, nun erſt tritt ſie hervor nun erſt. Ja Knabe. Der alte Stamm verdorrt, aber die junge Rebe grünt prächtiger, üppiger als er, ſe treibt wunderſame Blüthen und Früchte! So fällt

meine irdiſche Laufbahn vollenden, wenn ich durch meine Werke Dich verherrlicht, die aller Welt verkündigen ſollen, daß Du der Meiſter aller Meiſter biſt.

Da öffnete ſich langſam die Thür eine weiße Geſtalt ſchlüpfte herein ſie trat vor ſie ſtand An⸗ gelo gegenüber.