Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
821
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wiederzufinden. Annunziata ſtand auf.Siehſt Du, fuhr ſie fort,am Friedhof meinen Leichenzug? Ein Windhauch ſtreicht durch die Cypreſſen und durch

ihre Zweige blinkt der Mondſtrahl! Siehſt Du den

Fackelglanz im Gefolge? ſiehſt Du ihn? Horch, nun ertönt das Miſerere! Da, es hält der ſchwarze Zug vor der Todtengruft ein nackter Schädel grinzt daraus entgegen, ein Gerippe, halb vermodert, liegt

neben ihm. Das Aug', das früher ſo freudig erglänzte,

iſt erloſchen, das Herz hörte auf zu ſchlagen ſchon in des Lebens Lenz zerfiel die irdiſche Hülle in Staub, in Staub!

Fiorenza legte die Harfe an einen Stuhl und trat zu Annunziata:Du biſt ſo traurig, Herrin, am Verlobungstage ſuche in Gott Deinen Troſt, be⸗ ruhigte ſie.

Annunziata ſtarrte vor ſich nieder.Siehſt Du, ſiehſt Du, rief ſie,das thränenleere Auge des ſtrengen Vaters? Hinab ſtarrt es in die Gruft ſeiner Tochter, denn der tiefſte Schmerz hat keine Thräne des Troſtes und die Erde giebt nimmer ihre Todten, der Himmel den Frieden nicht zurück, was dahin⸗ floh, kehrte nimmer zum Leben wieder!

Ach, ſchwer geprüft wurde dies arme Herz!

Das helle Strahlenthor öffnet ſich hörſt Du den melodiöſen Geſang der Engelein nun kehrt der Gottesfriede in meine Bruſt!

O, wie ſchaffe ich Troſt der Dulderin? ſtammelte Fiorenza.Aber, fuhr ſie laut fort,betrachte Deinen Schlangenring am Finger!

Ha, dieſen Ring, ſchrie Annunziata, indem ſie ihn abzog und von ſich ſchleuderte,werfe ich von mir, denn er hat mir mein Glück geraubt. Ja Gott im Himmel, Dich rufe ich zum Zeugen auf, daß ich moraliſch gezwungen wurde, die Treue zu brechen doch opferfreudig nehme ich meinen Stab und wandle den Pfad der Seligen aber, Fiorenza, hör' mich, hör' mich! ich ſage mich los vom Dogen, ſage mich los, denn er war's, der mich verzweiflungsvoll zum Tode getrieben mag er meine Leiche zum Altar führen.

Herr mein Gott, ein Wahn ein Wahn, murmelte Fiorenza,durchbricht die Schranken ihrer

Mein Geiſt ſchwingt ſich empor, kreiſchte Annun⸗ ziata,mein Geiſt, an Millionen Sternen ſchweift er vorüber hinauf zum Gottesthron, dort ſitzt er, angethan mit dem Sternengewand, zu richten jeden Staubgebornen, jeden, der ſündig fiel aber ſein Vaterauge lächelt Frieden und Engelſtimmen tönen: Frieden Frieden! da reicht er mir die Palme, ich finde Frieden Frieden in ſeinen Armen.

Folge. 821

Annunziata war auf die Kniee geſunken und breitete zum Himmel ihre Arme empor.

Ich hole Hülfe, ſprach Fiorenza und eilte zur Thür hinaus.

Mich umfächelt ein Geiſterhauch, fuhr Annun⸗ ziata fort,er breitet über mich die Schwingen der Allmacht. Dein Himmel, Herr, iſt Seligkeit horch auf, harmoniſch tönt es in der Luft da iſt die heilige Jungfrau Friede, Friede! tönt es von ihren Lippen!

Annunziata ſank wie in ſich ſelbſt zuſammen, ihr Haupt ſchlug auf den Fußboden.

Wo biſt Du, Mädchen? rief ſie, als ſie aus ihrer Ekſtaſe erwachte.Ha, entflohen, und mich drängt die Zeit ſchnell zog ſie aus ihrem Buſen einen Brief und legte ihn auf den Tiſch.Da, da, fuhr ſie fort,die Abſchiedsworte für den Vater. Jetzt nahm ſie ein Fläſchchen aus dem Buſen, ſchüttete ſeinen Inhalt in ein Glas, erhob dieſes und rief: Das Gift, der Familie Medici nur bekannt, bringe mir Frieden, Frieden! Dann leerte ſie es und ſprach: Gott, Gott, verzeihe mir! Aber meine Stunden ſind gezählt, zu Angelo zu Angelo ſterben in ſeinen Armen! Sie floh hinaus.

Bald darauf ſtürzte Lorenzo ins Zimmer ihm folgte Fiorenza.Wo iſt ſie? rief dieſer,wo iſt ſie? Er eilte zum Tiſche und erbrach den Brief, er las er ſank zuſammen.Herr im Himmel, vergiftet, vergiftet! ſchrie er los. Schnell er⸗ mannte er ſich und riß am Klingelzug. Diener ſtürzten in's Zimmer.Hinaus, hinaus, rief Lorenzo, und ſein Geſicht war todtenbleichwerft Euch in alle Straßen läutet Sturm, durchſucht den ganzen Palaſt, wer mir Annunziata bringt, dem will ich lohnen fürſtlich, fürſtlich! Krampfhaft um⸗ klammerte er Peregrina, die in's Zimmer trat.Die Hölle, brüllte er,hat ihre Furien losgelaſſen der Himmel vernichtet mich mit einem Schlage aber hinaus hinaus, vielleicht iſt ſie zu retten! Er ſtürzte fort er war außer ſich.

Der Abend bricht heran, die Dämmerung zieht lange Schatten in Bartoldo's Werkſtätte. Der Vorhang vor des Meiſters Mater⸗Doloroſa⸗Gruppe iſt zurückgeſchlagen ein Mann ſitzt davor und meißelt am Haupt der Maria.

Iſt's Angelo? Sein Auge ſchaut verklärt auf die vollendete Arbeit, er lächelt in innigem Wohlge⸗ fallen.So, ſo, ſpricht er vor ſich hin,noch dieſer eine Meißelſchlag das Haupt iſt fertig fertig! Der Meiſter meint, ich faſſe nicht den Geiſt der Bildnerei er ſehe, daß er ſich auch hierin ge⸗ täuſcht!